Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Müller, Jan. [vielm. Jens Peter] - Passe, Wilhelm de
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760661
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1761745
Myron. 
res dem Hejus Mamertinns abnahm, und deren Cicero ebenfalls als 
Werk des Myron erwähnt. Accus. in Verrem W. 5. 5. 
Im Tempel des Aesculap zu Agrigent war von Myrqn die Erz- 
statue des Apollo, welche Verres weggenommen hatte. Auf dem 
Schenkel des Gottes stand in kleinen Charakteren von Silber der 
Name des Künstlers. M. Antonius raubte den Ephesiern eine von 
Myron gefertigte Statuedes Apollo, Augustus, im Traume dazu 
aufgefordert, gab sie ihnen aber wieder zurück. Diese Statue des 
Apollo, so wie jene des Bacchus, welche Sulla von Orchomenus in 
Böotien weggenommen hatte und auf dem Helikon aufstellen liess, he- 
zeugen, dass Myron nicht blos im Starken und Gewaltigen herrschte, 
sondern auch zierliche Götterformen zu schaden wusste. Die Stu- 
tue dieses Apollo wird in Feuerbach's VVerk über den vatikani- 
schen Apollo an mehreren Stellen in Paralelle gezogene Ein Werk 
der naiven Gattung war unstreitig auch die ausdrucksvolle Gruppe der 
Minerva Musica mit dem Marsyas, der die von jener im Zorne 
wiggeworfene Doppelflöte bewundemd aufgehoben hatte, und ans 
O r hält. 
Auch im Iiömisclieil versuchte sich der Künstler mit Glück, dies- 
mal in Marmor, während er sonst immer in Erz bildete. Plinius 
rühmt nämlich ein altes VVeib, welches der Künstler im betrun- 
kenen Zustande darstellte. Es war in Sntyrna. ,Jetzt kommt im 
Museo Capitol. noch ein Bild dieser Art vor, eine sitzende Figur 
mit dem [iruge zwischen den Iinieen, ein Werk, Äwelches nach 
Hirt auf das lebhafteste an Myron erinnert. S. dessen Geschichte 
etc. S. 150. 
In dem Tempel der Ilecate auf Aegina war das Holzbild dieser 
Göttin von lllyron gefertiget, wie Pausanias sagt. Pausanias spricht 
auch von einem Perseus mit dem MEdUSBDlIUUPIG auf. der Burg 
zu Athen und lobt eine Statue des Erechtlteus dqselbst. Den 
Perseus dürfte Myron nach Hirt, Gesch. etc. S. 143,V'dargestellt 
haben, wie er mittelst des Medusenhauptes das Seeupgelieuer, das 
die Andromeda verschlingen soll, versteinert. 
Von den mythischen Gestalten Myronk wenden wir uns jetzt zu 
den athletischcn. Polylslet wählte aus der gruppen- und stellungs- 
reichen Gymnastik nur die zarten Iinaben- und Jiinglingsfivuren, 
Myron's kraftvollere Natur verschmähte die Ephebeen, und ging 
in die Palästren und Iiampfschulen der nur für den" Faustkampf 
und das gewaltige Pancration lebenden Athleten. Und so kann. 
man nach Büttigei- (Andeutungen etc.) sagen, dass der athletische 
Iireis der eigentliche Spielraum für lVIyrun's volllsommenste llunst 
gewesen sei. Das l-löcltstc aber erreichte er durch die lebendigste 
Darstellung der Musculatur, die sich in den ausgearbeiteten Ath- 
letcnkörpcrn nur einmal in der ganzen Geschichte der Menschheit 
so darstellen konnte, so wie Myron auch durch die gcistreichste 
Wahl der gewagtesteti Stellungen die erste Palme der Plastik er- 
rang. Mit Myron  fingen die Vorstellungen an, wo die Künstler 
immer den höchsten und fruchtbarsten Punkt der Handlung in ih- 
ren Bildern zu erreichen suchten, dass nun gleichsam nichts wei- 
ter hinzugethan werden konnte, und die Böttiger dcsshalb Mei- 
sterakte oder idealische Stellungen nennen möchte. Fiir uns ist 
dieser Athletenkreis nur noch in einigen köstlichen Reliefs (das 
außdruckvollstc im Museu Pio-Clementiuo IV. tav. 56), in Vasen- 
äimäglell, in mehreren Intaglios, und in den Herkulesstatuen er- 
nn ar.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.