Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Müller, Jan. [vielm. Jens Peter] - Passe, Wilhelm de
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760661
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1761319
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Nlnrillo , 
Don 
Eätävan. 
Bartolome 
Rafael mit einem vor ihm lsnienrlen Bischof; der gute Hirte, Chri- 
stus als Knabe. Die Madonna dieser Sammlung hat bei sehr pur- 
traitartigen Zügen doch etwas unbeschreiblich Ideales. Sie ist von 
Hanfstiingel lithographirt in dem Werke: Auswahl der vorzüglich- 
sten Gemälde der herzoglich Leuchtenbergkchen Gallerie, heraus- 
gegeben von der literarisch-barlistischen Anstalt der-J. G. Coltäsclnen 
Buchhandlung, gr. fol. Diese herrliche Madonna wurde seitdem 
mehrmals lithographirt," und neuerdings von L. v. Montmorillon 
gestochen. Im Umrisse gestochen sind die Bilder dieser Gallerie 
lin_einem eigenen Werke von J. N. Muxel, Inspektor jener G31. 
erie. 
Im k. Museum zu Paris sind mehrere Bilder von diesem Mei- 
ster, deren Dr. Waagen (liunst etc. llI. p. 55) erwähnt. Ein Bei- 
liger, vom Himmel aus begeistert, ist von gemeinem Charakter, ge- 
schmackloser Bewegung, für Murillo kalten Lichtern und schwe- 
ren Schatten, welches Alles auf eine sehr frühe Zeit des Künstlers 
deutet. Aus der früheren Zeit des Meisters ist auch das auf dem 
Schoosse der IMaria sitzende Christuskind, welches mit dem R0- 
senkranze spielt. Die Maria ist portraitartig und keineswegs edel, 
die Schatten etwas dunkel, die Gewänder von einer gewissen Härte, 
übrigens in warmer, leuchtender Farbe tretllich impastirt. Von 
zartem, aber nicht bedeutendem Charakter ist die Maria im Bilde 
des Geheimnisses der unbefleckten Empfängniss, wo sie in einem 
himmlischen Glanze von Engeln und Menschen verehrt wird. Die 
ersten sind übertrieben dick, dagegen aber ist die Lebendigkeit 
und der begeisterte Ausdruck der aus der Dunkelheit zu ihr em- 
porblickenden, glühend culorirten Spanier höchst ergreifend und 
eigenthiimlich. Ein anderes Bild, ebenfalls mit portraitartigen 
Köpfen, stellt das auf dem Schoosse der Maria stehende Jesushind 
dar, welches von dem kleinen Johannes mit Ilohrkreuz empfangen 
wird. Dabei ist Elisabeth, in den Wolken Gott Vater und der hl, 
Geist. Die Köpfe sind bis auf die Anna von kräftigem Charakter 
und edlem Ausdrucke. aber keineswegs bedeutend. Fiir Beleuch- 
tung und Färbung ist dagegen dieses Bild nach Dr. Waageif; 
Versicherung ein wahres Wunder. Ferner sieht man im Lduvre 
einen Christus am Oelberg, dem der I-äneel den Iielch reicht. Der 
Christus ist hier ungewöhnlich edel, (118 xi-Tilrbß glühend, die Licht- 
wirkung schlagend, die Ausfuhrung zart. Zu stark und zu unedel 
sind dagegen ie Formen des Christus an der Säule, welchen Pe- 
trus um Vergebung anfleht._ Dann sieht man in diesem Museum 
auch das lebendig wahre Bild einer? iungen Bettlers, der nach un. 
gebetenen Gästen sucht, fruher in der Sammlung Goignat. 
Im spanischen Museum_zu Paris, welches liönig Louis Philipp 
in neuester Zeit aus den_in Spanien ahgekauften Gemälden bildete, 
sind 22 Werke von Murillo , und das schönste ist die Vierga 51 la 
alfaja, die Jungfrau mit der Windel. _Sie will das Iiind schlafen 
legen, und wickelt es desshalb in seine _W1ndeln ein; "allein es 
sträubt sich mit Händen und Fussen, bis ein_ lfaar Engel vom Hirn- 
mal herabschweben, und ihm etwas vprmusiciren. Mit einer um 
übertrelflich schön ausgedrückten kindlichen Aufmerksamkeit horcht 
es der göttlichen Musik, und die Jungfrau hat leichte Mühe, das 
Bind zu wickeln. Eine andere Darstellung ist nicht minder gchön 
und naiv. Ein alter armer Mann irrt_mude und huugri iimiicn 
und endlich erscheint ein Iiind, das ihm .Brud reicht. Der Him- 
mel öffnet sich, und Engel schweben herbei mit Ijiriinzen und (iuir- 
landen, die von Broden gebildet sind. Zu erwähnen sind noch;
        

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