Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Müller, Jan. [vielm. Jens Peter] - Passe, Wilhelm de
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760661
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766264
Parrocel , 
Joseph. 
545 
erregte er die Eifersucht der Maler, und man gibt dieser sogar einen 
Angriff auf Parrocehs Leben Schuld. Er wurde nämlich zur Nachtzeit 
am Rialto von gedungenen Banditen überfallen, welchen aber der 
tapfere Schlachtenmaler Meister wurde. Jetzt kehrte er nach Frank- 
reich zurück, und fand in Paris sein Glück; diess ohne Lebrunk 
Gunst, da der Minister Louvois sein Gönner war. Durch ihn er- 
hielt er den Auftrag, in einem der grossen Säle des Invalridenhau- 
ses die Siege Ludwigs XIV. zu malen, was er. lnitjglchem Bei- 
falle hewerkstelligte, (lass ihm der König mehrere andere Aufträge 
ertheilte. Nach Louvois Tod wollte sich der Oberintentlant Mansart 
des Künstlers entledigen; allein auch dieser konnte ihn nicht in 
die Bastille bringen, musste im Gegentheile sehen, wie Parrucel 
H] der Gunst des Iiönigs stieg. Parrocel hatte Ludwigs Ugbergang 
über den Rhein so guLgemalt, dass ihm -der Königs auftrug; im 
Saale zirVersailles andere königliche Grossthaten zu schildern. Von 
seinen historischen Bildern sieht man eines in der Cathedrale zu Pas 
ris, ein sogenanntes Maigemälde von 1.694, welches die ;Predigt 
des Tüufers Johannes darstellt. Im Jahre 1704 starb der Künstler. 
J. L. Roullet stach nach ihm David mit Goliath's Haupt; N. 
Tardieu: die Predigt des Johannes, Christus am Iireuze; Beau- 
varlet: den Josuat vor Jericho; Basan: Defaite des Ligueurs par 
I'1enriIV.; de Marcenay: ein Cavallcriegefecht; P. le Bas: die 
vier 'I'agszeiten.   
Parrocel hat selbst mehrere Blätter radirt. Sie sind geistreich 
und malerisch behrindelt, trefflich im Ilelldunlael, aber nur in 
früheren Drücken vor der Iletuuchc zu suehen. Später überging 
er die Platten mit "dem Grabstichel, veränderte manches, im Gan- 
zen nicht ohne Erfolg, zeigt aber dennoch zu wenig Uebuizg in 
Führung des Grabstiehels. Sein Thlent war auch zu unvestiim, um 
einen su langsamen Weg zu gehen, wie der SlicheI erfordert. 
Robert  Dumesnil, P. gr. frane. III. p. 254, beschreibt folgende 
Blätter von ihm:  
1)  15) Vignetten und Culs-de-Immlne im Missale Parisiense: 
Paris, Marbre  Cramuisy, 1685,  Frcres Josse, 1ögo,._ 
 Les meines 17116, fol.  
Die ersten Abdriiclae_haben_ auf der Rückseite keinen Text, 
 Idie zweiten haben 'l'ext. aber die Platten sind noch nicht 
.retouchirt, wie in der Ausgabe von 1706. In dieser Fehlen 
auch die Sclilussvignetten. Man liest auf diesen Blättern 
den Namen J. Paroscl und J. Parrossel, doch nur auf den 
Vignetten; die andern sind ohne Namen.   
 H. der Vilgnetteirrö Z. 4  5 L., Br. 5 Z. 11 L. -'6 Z, 
1-1. der Culs t-ue -Lampes 5 Z. 3  7 L., Br. 2  5 Z, I; 
'his 11L-j_  
14) .Das Jesushind in der ISIPIPPG. von Engeln angehetet, oben 
vCherubim. J. Parqsehle.  5 Z. 5_ L., Br. 5 Z. 11 I" 
'15) Die Auferstehung Christi, in der Mitte unten eben 51„ be- 
zeichnet. 11. 5 Z. 5 L.? Br. 5 Z. 11 In? 
Diese beiden Blätter gehören vermutlilich zu einem ande- 
ren liturgischen Bußhß-   
 16)  49) Die Geheimnisse und dasvLeben Jesu Christi, Folge 
 von 15 numerirten Blättern. H. 5 Z. 9 L,  6 Z. 2 L., 
    
  Die ersten seltenen Abdrucke kamen von den reingeätztezi 
Platten. Das erste Blatt hat Audrarfs Adresse.  
Naglefs Künstler - Lax. 
35
        

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