Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Müller, Jan. [vielm. Jens Peter] - Passe, Wilhelm de
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760661
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1765615
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Palladio , 
Andrea. 
nalbilduisse der vier grossen Baumeister: Scamozzi's, della Valleä 
Sansovinds und Palladids, letzteres von Titian gemalt. Palladitf 
Namen war von Vicenza aus fast schon europäisch geworden, uu 
als er in Venedig seine noch grösseren Schöpfungen kund gegebe 
hatte, erscholl überall sein Ruhm. Er wurde nachgeahmt, un 
wenn man einen neueren Architekten loben wollte, so hiess es 
das ist ein Palladio.  
Sein erstes Werk in der Nähe von Venedig ist der Pallast Foß 
cari, der wegen der Einfachheit der Massen, wegen der schöne 
Verhältnisse, und wegen der Eleganz seines Peristyls in jonische 
Ordnung geriihmt wird. Sein erstes Werk in Venedig war da 
Kloster St. Johann von Lateran, worin er den von Vitruv beschriebi 
neu Plan eines römischen Wohnhauses zu realisiren suchte. Des: 
wvegen erbaute er am Eingange ein schönes corinthisches Au-iun 
vi-elclies in einen mit Säiulengiingen mngebenen Hof führte, der a 
allen Endpunkten an die Wohngebäude, die Iiirche und die ni 
thigeu Dienstsäle stiess. Leider hat eine Feuersbrunst den grüsste 
Theil des Gebäudes zerstört. Dagegen ist sein zweites Werk, di 
Kirche und des Kloster von St. Giurgio lllaggiore nicht nur vollkon 
men erhalten, sondern neben der Kirche S. Redentore eine de 
grössteu und berühmtesten neueren Kirchen der Stadt. Diese B: 
silica bildet ein lateinisches Kreuz, dessen vier Armd durch ein 
Kuppel vereiniget sind. Mit dem Bau der Iiirche des Erlösen 
auf der Insel Giudecca beauftragte ihn der Senat, nachdem 157 
die Pest zu wiithen aufgehört hatte. Der Plan dieser Kirche, n: 
beu S. Giorgio die schönste des neuem Venedig, ist einfach, di 
Säulenordnung corinthisch, und über jener der Facade erhebt sic 
eine Attika. Berühmt ist auch die Facade der Iiirche von S. Frar 
cesco della Vfgna, einenEWerke Sansovincfs, bis auf diese Faes 
de, ebenfalls in corinthischer Ordnung errichtet. Mittlerweile V21 
gass auch die Vaterstadt seiner nicht. So verlangte man 1501 de 
Entwurf zu einem Theater von ihm, welches im grossen Saale du 
Stadthauses eingerichtet werden sollte. Wer es in Vicenza nu 
immer vermochte, ein Haus zu bauen, der schätzte sich lücklicl 
von Palladio einen Plan zu erhalten, und der gute, äeutselig 
Mann liess sich selten vergebens bitten, wenn ihm nicht die V: 
netianer [gar zu viel aufgebürdet hatten. Sie benutzten ihn b: 
jeder Gelegenheit, bei Prachtbauten, öffentlichen Festen und VVGI 
ken der Noth. So veranstaltete der Rath bei der Anwesenhe 
Heinrich Ill., als dieser nach Niederlegung der polnischen Iiron 
über Venedig nach Frankreich ging, grosse Festivitäten, und Pa 
ladio erschöpfte seine Phantasie in vorübergehenden Triumphbi 
gen, Obelisken, Fontainen, Gruppen und anderen Dacheinb: 
ren Herrlichkeiten. Im Jahre 1567 hatte die, Brenta die Brücl- 
von Bassano zerstört, und auf wen konnte beim Baue eine 
neuen die Wahl eher fallen, als auf Palladio? Der liiinsth 
machte nur die Ausführung in Stein zu kostbar, wesswegen ma 
sich 1570 mit einer hölzernen Brücke begnügen musste. Dt 
Entwurf ist in Palladizfs Werk erhalten. Palladio studirte m 
grosser Liebe die Counucntarien des O. J. C551", und versuchte l 
auch, die von demsetben über die Rhone geschlagene Brücke i 
Zeichnung herzustellen. In seiner Ausgabe des Cäsar findet rua 
auch den Entwurf zu einer Prachtbrüche. wobei er den Bau eint 
neuen Rialtobriicke beabsichtigte. In den letzten Jahren sein: 
Lebens beschäftigte ihn der Bau des Theatru Olympico zu Vicenz. 
ein Meisterslüek Pallndids. Die Akademie der Olympier hatte de 
Bau beschlossen, um zur Aufführung grusser dramatischer Werl
        

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