Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Müller, Jan. [vielm. Jens Peter] - Passe, Wilhelm de
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760661
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1765198
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Ovevbeck , 
Friedrich. 
auf der Zauberinsel der Armida, und die Taufe Chlorindens. Ein 
fünftes Bild, welches oben in der Mitte den Schlussstein bildet, ist 
die ßllcgßfiißltß Gestalt des. befreiten Jerusalems, eine grandiose 
Weibliche Figur auf dem bischöflichen Stuhle sitzend, mit nach 
dem Himmel gewendeten Haupte. Sie hält die Rolle der im Ge- 
dichte enthaltenen Geschichte, und zwei Engel lösen ihr dicFesseln 
ab. I_m Jahre 1819 sah man bei der Ausstellung in Rom den Car- 
ton 6116505 Bildes, und schon dieser wurde mit allgemeinem Bei- 
fallß aufgenumlnen. Gegenwärtig besizt ihn G. v. Quandt in Leip- 
zig- Auch die anderen Bilder sind in früheren Schriften ausser- 
ordentlich erhoben. So lesen wir im Iiunstblatte 1321, wo alle 
jene Bilder ihre Vollendung erreichte-i: wie anziehend durch die 
originelle Auffassung und Darstellung eines Theils des Gedichtes, 
wie gelungen die Ausführung, trie reizend und wohlthuend dem 
Auge die gefällige Anordnung, wle erfreulich die correkte, schöne 
Zeichnung des Nackten und die geschmackvolle Drapirung sei, 
lasse sich nur sehr unvollkommen mit Schriftzügen ausdrücken. 
Die erwähnten Bilder sind alle an der Decke des dritten Zimmers. 
Dann sieht man noch Gabriele, wie sie den Gottfried von Bouil- 
lon zum Kreuzzuges ermahnt; den Bau der Belagerungsmasehineu 
von Jerusalem, den Kampf der Gildippe, alle an den Wänden. 
Die anderen Gemälde dieser Villa sind von Veith, Schnorr, Hoch 
und Führig. Cornelius konnte nicht mehr Theil nehmen, da er 
nach München berufen wurde. 
Ein anderes aussßrordentliches schönes Frescobild, in welchem 
Graf liaczynski, Gesch. der neuer. deutschen Kunst I. 50, den Gipfel 
von Overbccliis Kunst erkennt, überhaupt ein unsterhliches Kunst- 
denkmal unserer Zeit, ist das Bosenwunder des heil. Franz von 
Assisi in S. Maria degli Angioli bei Assisi. Man sieht da am Gie- 
bel des kleinen inneren Iiirchlems zu oberst Christus und Maria 
in einer Gloria von Engeln, wie sich letztere fiirbittend zu Jesus 
neigt. Der göttliche Sohn blickt segnend und gewährend auf den 
heil. Franz hernieder, welcher auf der einen Seite des Bildes 
kniet, neben zwei Engeln mit Pilgerstüben, von welchen der eine 
bereits einen Theil der Rosen hält, welche auf den Altar in der 
Mitte nlederlhllen. J. C. Iioch hat 1832 diese Darstellung nach 
dem Carton lithographirt, und den Geist der Frömmigkeit, der 
im Bilde waltet, wohl gefasst. 
i Schliesslich müssen wir auch noch einiger Bilder in Oel erwähnen, 
und darunter ist eines mit iibei-lebensgrossen Figuren in der Ca- 
Polle des Krankenhauses zu Hamburg. Es stellt Christus auf dem 
Oelberge dar, ein bewunderungswurdiges Werk, WelCllES der 
Iiünstlerlnach mehrjähriger Arbeit 1855 {Qllßlldßte- Es findet sich 
[darin die ganze Tiefe das reli lösen Gefuhles. Welches Overbeck 
zu einem der ersten Iiirchenmafer unserer Zeit macht. Dann um. 
nen wir noch besonders die heil. Familie des Grafen von Schön- 
lmrn, von welcher Rath Schlosser in Darmstadt die Qriginalzeich- 
Dung besitzt, Maria mit dem liinde, welches auf einem Lamme 
sitzt, unterstützt von der knienden Elißßbßlh- _7d1r Seite ist Jo- 
hannes. Dieses Bild wurde 1825 vollendet. ganl lln Geiste RafaeYs. 
Feliißg hat diese anmuthige Composition gestochen. Ein zweites, 
seit 1827 durch IiuscheweyHs Stich bekanntes Gemälde zeigt den 
{ich Himmel fahrenden Elias, in gmssavllgev. an die Antike erin- 
nernde!" Auffassung, und als Pendant zeichnete er den Eliia, wie 
er mit seinem Stabe das in den Fluss äefallcne Beil heraufholt. 
Die beiden sehr schön in Sepia gctusciten Originalzeichnungen
        

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