Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Müller, Jan. [vielm. Jens Peter] - Passe, Wilhelm de
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760661
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1765183
Overbeck , 
Friedrich. 
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Strenge der Umrisse milderte sich, die Bewegung wurde freier, 
der Styl correkter, und da sich mit diesen (Vurzügen noch höhere 
Ülltigenden paarten: Innigkeit in Auffassung der Natur, Lebendig- 
keit der Ideen, individuelle Bestimmtheit des Charakters, Alles 
diess bei dem liebevollsten Fleisse der Ausführung,  so musste 
den neuen Axikömmlingen bald allgemeiner Beifall werden.  Es 
Wurden ihnen in kurzer Zeit einige grossartige Arbeiten zu noch 
schönerer Entwicklung ihrer liräfte zu Thcil. Der k. preussischc 
General-Consul Bartholdi trug Ovei-beclq, Cm-nelius, P11, Veit und 
W. Scharlow auf, seine auf Triniiii ddMonti gelegene Villa Im! 
Frescobildern aus der Geschichte des Joseph zu zieren. Overbeck 
malte da 1816 Joseph, wie er von seinen Brüdern verkauft wird. 
und die sieben mageren Jahre. Diese Compositiunen sind das Er- 
gebniss eines tiefen Gefühls, und der reinsten VVahrheit. 1)i_c Fi- 
guren athmcn patriarchalischc Einfachheit, nur das (lustiim scha- 
dotc in dieser Beziehung etwas, was der Iiiinstlcr spiitm selbst ein- 
sah und vermied. Es herrscht in diesen'Bildern bereits grosse 
Currektheit der Zeichnung, man rügte aber die Affcktnlion, den 
Umriss liihlbar zu machen , und dass der Iiiinstler alle Hiillsmitlel 
des Ilelldunlsels verschmäht habe. In den späteren Werken ver- 
schwinden diese lYIüngcl, da sich vielmehr das Bestreben äussert, 
sich jedes Vorthcils der Malerei, so weit es der Gegenstand er- 
laubt, zu bedienen. Overbeck ist zwar mit eigenthiimlicher Nei- 
gung der religiösen Darstellung treu geblieben, hat sich aber von 
der Nachahmung des Alt-Italienischen gänzlich losgerissen, und 
steht in diesen seinen Werken dem reinen und edlen Style RafaeYs 
nah. Doch auch die Darstellungen des Hauses Bartholdi sind "von 
TNichtiglieit, da sie die ersten glücklichen Anfänge der neuen 
Freseumalerei sind, und zuerst auf grössere VVeise die geniale 
Iiraft der erwiihntc-n Meister zeigen. Den Carton der mageren 
Jahre besass der Maler Sir Cfhomas Lawrencc zu London, und bei 
der Auktion von dessen Iiunstschätzcn kaufte ihn der Bildhauer 
Cainpbell fiir 16 Pf. Sterl.  
Zu seinen früheren Bildern in Oel gehört die Anbetung der 
Könige, im Besitze der Königin Caroline von Bayern, und Chri- 
stus bei Marlha und Maria, welche er fiir seinen Freund C. Vo- 
gel in Ziirich malte. Schon früh begonnen, als er noch in _Wien 
bei Fügcr war, ist das herrliche Bild des Einzuges Christi In Je- 
rusalem (7 Fuss 10 Zoll lang und 5 Fuss 4 Zoll breit) in der Ma- 
rienhirche zu Lübeck. Overbeck malte an diesem Werke über 20 
Jahre, und nachdem er durch die Beiträge einiger I-iuustfreunde 
instand gegclzt wgrdcn war, das Bild zu vollenden, schenkte er es 
der erwähnten Kirche. Es ist dies; ein feierlich geordneter Zug 
mit verschiedenen leicht iibersehbaren Gruppßfl, Peiüll im Anmuth 
der Bewegung und von grüsstei" Mannigfaltigkeit des Ausdrucks, 
lln Jahre 1819 bestellte Graf Iäaezynslei jenes Spusalijzio seine;- 
iSammIungB vfelchesfer erst äßäö. erhlelt. uqverheela malt überhaupt 
Engsaxxh] m 161183] Plöllllellclgyia Iren bcschaltlglte: xhg aber auch dm 
rescoma ereien er 1 a ßssunx, von vvec cn er Puf vcfthiu 
sich verbreitete. Diese Gemälde sind auch wirklich treliilichl ili Er- 
findung, in cler Malerei aber weniger gelungen, oder Vighnchr die 
'l'ßCl_1nik war nicht vollkommen im Stande dem Fluge des Geistes 
zu folgen. In dieser Villa malten auch noch andere Iiiinstler," dem 
Overbcck fielen aber die Vorstellungen aus TassrVs befreitem Jeru. 
Sälßm  lYIan sieht cla in vier Hanpllclclern: Snfronia wie sie 
nur Olmd soll verbrannt werden, Ernnma bei den Hirten, Hmnldu
        

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