Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Müller, Jan. [vielm. Jens Peter] - Passe, Wilhelm de
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760661
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1764191
Oliver , 
Peter. 
Oliver , 
John. 
cher er manchmal sogar den Vater übertraf, vornehmlich in Zartheit 
der Ausführung. Die Gemiildesammlungen von Carl I. und Jakob I. 
zierten von ihm einst jSlIISiOTiSChG Bilder, und davon waren noch 
zu YVaIPOlfYS Zeiten sieben im Cabinet der Königin Carolina. Fiir 
Olivcr's schönstes Wcrlt erlslärt Walpolc das Bildniss der Gattin 
des Künstlers, welches so viel Leben und Ausdruck hat, wie der 
Vater nie zu geben wusste. Dieses Bild hcsass die Herzogin von 
Pßfiltind; wo es sich jetzt befindet, wissen wir nicht zu bestim- 
men- Die von Fiissly erwähnte Copie des l-Iolbeiifschen Bildnis- 
scs des Prinzen Edward II. als I-iind, ehedem im Cabinete des Herzogs 
von Devonshirc, ist jetzt in der Gemiildesamnilung zu Chiswicli. Sie 
ist mit grosser Feinheit gemalt. Eine der schönsten Miniatiirma- 
lereien, welche bis dahin erschienen, ist seine Copie von A. van 
Dyclfs Familienbild des Sir Iienelun, seiner Gattin und zweier 
Söhne, in ziemlich grossem Formate, und ehedem irn Besitze Wal- 
pole's. Diesen Sir lienelon Dighy malte Oliver ivenigstens drei- 
mal, seine Qattin nach und nach sechsmal und die Geliebte des 
ehrenwertheii I'atron dreimal. Diese Bildnisse, wohl erhalten, fand 
man erst gegen Anfang unsers Jahrhunderts in einem alten Hause  
zu Wales wieder auf, mit anderen lYInlereien, auch solche von 
Isaac Oliver. Iiönig Carl II. hatte viele Miniaturen Oliver's bei- 
sammen, und darunter waren mehrere trellliche Stiiclie aus dem 
Nachlasse des Iiiinstlers, welche er von der Wittwe gegen eine 
Leibrente von 500 Pf. erhalten hatte. Spiiter schenkte er die mei- 
sten seiner Geliebten, und als ihm einmal die Aeusserung der 
VVittwe, welche sagte, dass sie, in Voraussehung dieses Missbrau- 
ches der Bilder, dem Könige selbe nie gegeben hätte, zu Ohren 
gekommen war, wurde derselben die Pension entzogen. Olivefs 
Werke waren zahlreich, da er v0n_ jedem Bilde eine Copie liir 
sich nahm; jetzt aber sind sie dennoch selten. Er fertigte auch 
treillichc Zeichnungen, besonders in Tuscliinanier. Andere fiihrtc 
er mit schwarzer lireitle oder mit dem Stifte aus. Peter starb 1060 
oder 1661i, wie Vertue angibt. 
Vertue sagt, dass dieser Künstler auch kleine historische Blätter 
geätzt habe, er nennt aber laeinesflcrselben. Vcrtue's Angabe 
scheint indessen doch seine Richtigkeit zu haben. Es findet sich 
ein Blatt, welches die halbe Figur eines Mädchens vorstellt, das 
in einem Buche liest. Die Erfindung wird dem Parmesano zuge- 
schrieben; im ersten Drucke ist das Blatt ohne Zeichen, im spii- 
teren ivurden die Buchstaben P. O. auf die Platte gesetzt. Dass 
Oliver mehreres nach Zeichnungen Parmegianincfs gearbeitet habe, 
ist bekannt, und so könnten ihm vielleicht die im Artikel des Fran- 
cesco Mazzuoli VIII. 525 aufgezählten Blätter des Anunymus F. P. 
(fecit Peter?) angehören. i 
Oliver, düllll, Glasmaler und Iiupferstecher, wurde 1616 in Lon- 
don geboren, und von seinem Oheim Peter Oliver in der linnsf 
unterrichtet, Er malte in Nliniatur, noch mehr aber auf Glas- 
In Christ Church zu Oxford ist das Glastensternnit der Befreiung 
Peu-i aus dem Gefängnisse sein Werk- Man liest darauf"; Olive? 
aet. suae 34. ano 1700 pinxit deditque- Diess ist Wohl da; letzte 
Werk des Künstlers, denn er starb noch in diesem Jahre, seine? 
 Iilmßt und seiner anderen Kenntnisse wegen geachtet. J. Beckßli 
sttlßltllavh ihm die auf dem Bette ruhende Venus, zu ihren FÜS" 
5211 zwei Tauben; P. Schcnk die nackte Venus auf dem Belle 
schlafend. 
"Oliver ätzte auch in Kupfer, und arbeitete in schwarzer Iirlanißf-
        

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