Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Müller, Jan. [vielm. Jens Peter] - Passe, Wilhelm de
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760661
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1763903
Oeding, 
Barbara 
Helena. 
Oefele, 
VOII. 
Freiherr 
309 
Oedmg, Barbara Helena, die Gattin des Obigen, eine gebome 
Preissler, malte in Miniatur, zeichnete und ätzte in Kupfer. Sie 
starb_zu Braunschweig 1758. Unter ihren geätzten Blättern befin- 
det sxch ein grosser Prospekt von Altona. 
Oefele: Franz Ignatz, Maler, wurde 172i zu Posen geboren, 
lind zu Landsberg (Bayern) von S. Maier in den Anfangsgründen 
der Bunst unterrichtet, bis er zu B. von Gütz kam, und endlich 
zu B. A. Albrecht in München. Hierauf suchte er bei verschie- 
denen bayerischen Künstlern Condition, bis er sich so viel erwor- 
ben hatte, um nach Italien reisen zu können, und nun ging er 
nach Venedig, wo ihn Giuseppe Nogari aufnahm. Hier studirte er 
unter Leitung dieses Meisters sechs Jahre lang nach den Werken 
der besten venetianischen Meister, setzte dann in Rom zwei Jahre 
auf ähnliche Weise seine Studien fort, bis er endlich mit dem Rufe 
eines geschickten Künstlers nach München zurückkehrte. Hier er- 
nannte ihn Churfürst Maximilian III. zum Hofmaler, und als die- 
ser Fürst die Akademie der Künste gründete, wurde Oefele Pro- 
fessor an derselben. Jetzt lag er mit Liebe dem Utiterrichte ob, 
und benutzte jede übrige Minute für den eigenen Erwerb, konnte 
es aber doch zu keinem reichlichen Auskommen bringen. Die Zeit- 
vcrhältnisse waren damals für die linnst ungünstig, die Iiriegsjahre 
forderten grosse Zinsen, nnd statt wie früher die Wände mit Ge- 
mälden zu überhängen, fing man jetzt an, kostbare Tapeten aus- 
zuspanuen. Dann war Oefele's Leben zu alltäglich, er suchte sich 
nicht geltend zu machen, glaubte seine Werke müssten für ihn 
sprechen. Und wirklich hat dieser Künstler viel Besseres geleistet, 
als mancher seiner gepriesenern Zeitgenossen. Seinen Köpfen fehlt 
es nicht an Ausdruck, er sah auf Schönheit der Form, und auch 
in Zeichnung und Färbung leistete er Gutes- Den Vergleich mit 
den Werken der neueren Kunst halten seine Werke freilich nicht 
vollkommen aus. Man findet Altarbliitter von seiner Hand, Bild- 
nisse und Staffeleigemiilde. Mehrere solcher Werke besass der Her- 
zog Clemens von Bayern. In der Sakristei der Stiftskirche zum 
heil. Cajetan zu München ist das lebensgrosse Iiniestück der Chur- 
fiirstin Adelheit, in der Klosterkirche zu Polling sieht man mehrere 
Altarblätter von ihm, und andere Bilder wurden aus destruirten 
Iiirchen und Klöstern zurückgestellt. Das Altarblatt der Probstei 
Mattikofen mit der Himmelfahrt Mariä hat A. Seidel radirt, und 
Jungvrirth stach die Büste eines Alten, und die Geisslung Christi. 
In Schleissheim ist sein im 75. Jahre gemaltes Bildniss. Im Jahre 
i? 7 starb der Künstler, und hinterliess nichts, als seine arme Fa- 
milie. Der bekannte Schriftsteller Oefele War sein Vetter. Oefcle 
hat auch. in Kupfer radirt. 
1) Jesus mit der Samariterin am Brunnen, mit dem Monogramme 
rechts unten. Nach einem Altarbilde, kl. fol. 
2) EWG 1101110, von einem Henker und etlichen Soldaten umge- 
ben, Iiniestücke, unten nach links das Monogramm, kl. ful. 
3) Die Tochter des Dibutades zu Curinth zeichnet den Schatten 
 ihres Geliebten an die Wand. J. Oefele inv. et fecit. Mo- 
nach. 1769. Unten: Artis . . . . . fovet, gr. qu. fol. 
4) Der heil. Joseph mit dem. Jesusltinde, gut radirtes Blättchen. 
Oeffilßaikeiherr V01], königl. bayerischer Offizier, malte Bildnisse 
gllnMllnlatur. Man sah deren 1820 auf der Iiunstausstellung in 
um: xen. 
        

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