Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Müller, Jan. [vielm. Jens Peter] - Passe, Wilhelm de
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760661
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1763057
Nicias- bedient habe, und so niiisste letzterer mit jenem um Ol.  
gearbeitet haben. Sillig unterscheidet daher einen älteren Nicias, 
Müller nimmt nur Einen an, und sagt nur, der grosse Enlsaust 
Nikias habe den schönsten Statuen des Praxiteles die übliche Tein- 
ture gegeben. Man erhöhte nämlich das VVr-iche und Fette, wel- 
ches die Oberfläche des Marmors oft schon an sich hat, durch Ein- 
reiben mit geschmolzenem Wachs, besonders mit Punischen: (nomi- 
 Womit leicht ein geeigneter Farbentou (eircumlitio) verbunden 
werden lsonnte. Färbung des Marmors, im alten und archaisiren- 
den Styl mit grellen, hernach mit sanfteren Farben, sowie Hinzu- 
fiigung metallener Attribute, und Vergoldung einzelner Thgile er. 
hielt sich das ganze Alterthum hindurch. Bei den Römern ge. 
fiel die Vielfarbiglseit des Steins. So sagt Müller, Archäolo- 
gie ß. 510, und da findet auch der Plinianische Ausdruck Circum- 
Iitio seine Erklärung, wie oben gegeben. Winckelmann erklärte 
sich dieses anders, und meint, diejenigen Statuen des Praxiteles 
seien am höchsten geschätzt worden, deren Modelle Nicias von 
neuem übergangen und ausgebessert hatte. Winchelmann verwirft 
jede andere Meinung, die unter Circumlitio nicht das Nachfahren 
und Nachhelfen eines Modells mit dem Modellirstechen versteht. 
Allein dem sei, wie ihm wolle, Praxiteles hat die menschliche Fi- 
gur gewiss so gut (largestellt, als Nicias, und man muss daher die 
Erklärung O. Miiller's fiir sachgemässer halten. Schon früher hat 
Quatremere de Quincy im Jupiter Olyinpien eine lange Abhand- 
lung über die Circuiulitio gegeben, und er glaubt; ebenfalls, dass 
diess eine Art enhaustischer Malerei gewesen sei, die man im Al- 
terthume bei Statuen häufig angewendet habe, nicht um ihnen ein 
Ansehen der Wirklichkeit zu geben, sondern gleichsam nur einen 
Hauch der Farbenähnliehheit. 
Nicias, ein Zögling der neuern attischcn Schule, malte hesnn- 
ders grosse Historienbilcler, Seeschlachten und Heiterkämpfe in ho- 
her Vortrefflicblseit. Dann rühmt ihn Pausanias auch als Thicr- 
maler vor allen Zeitgenossen, und Plinius setzt noch bei, dass Ni- 
cias besonders glücklich die Hunde dargestellt habe. 'Er bediente 
sich bei seinen Malereien der sogenannten vier Farben, die das 
Alterthum bis auf Apelles herab festhielt, zu seiner Zeit aber fing 
man an, mehr glänzende und theucre Farbenmateriale (colores flo- 
ridi) anzuwenden. So soll nach Plinius Nicias gegen Ol. 115 das 
Minium, aus verbrannter (tifxpu, zuerst angewendet haben. Er 
wusste seine Farben auf das sicherste zu mischen, und mit grosser 
Meisterschaft Licht und Schatten zu behandeln. Seine Gestalten 
hatten ein bedeutendes Belief, so dass sie aus dem Bilde hervorzu- 
ragen schienen; ut eminerent e tabnlis picturae sagt Plimus. hiit 
besonderer Zartheit malte er weibliche Figuren. Er malte die Ne- 
mea auf einem Löwen, und dieses Bild nahm Silanus aus Asien 
mit sich nach Rom, Wo es in der Curia des Augustus in die Wand 
eingelassen wurde. Es war in encaustischer Manier behandelt, wie 
diess Nicias selbst auf das Bild schrieb; Nicias scripsit se inus- 
SISSE, Sagt Plinius. Der Iiiinstler malte auch den Liber Pater, der 
zu Rom im Tempel der Concordia zu Sehen War. Antonius nahm 
114ml! der Einnahme von Alexandrien daselbst das Bild des Hin- 
cynthus mit sich, welchen Nicias besonders jugendlich gebildet 
hatte, um die Liebe des Apollo leise anzudeuten, wie Pziusanias 
berichtet. Dann hatte man von NiciaS daStBilcl der Diana, wel- 
ches vermuthlich zu Ephesus sich befand, wo er auch das Grab. 
mal des Priesters Megabyzus ausmalte. Dasjenige Gemälde, wel- 
ches Nicias vielleicht am höchsten schätzte, war die hgmßpischß
        

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