Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Müller, Jan. [vielm. Jens Peter] - Passe, Wilhelm de
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760661
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1762776
196 
Netscher , 
Caspar. 
In der k. Pinakothek zu München ist ein historisches Bild von 
Netschcr, Batlisebn im Bade vorstellend, wie ihr eine Alte den 
Brief überreicht. Das zweite Gemailde stellt eine in weissen AtlaS 
gekleidete Dame vor, welche singt, gegenüber schlägt ein Mann 
(en Takt, und ein zweites Frauenzimmer mit dem Handel auf dem 
Schoosse horcht zu. Das dritte Bild ist ein Nachtstiick, ein Knabe, 
der die Pfeife bläst. 
Bei Lord Ashburton in London ist das schon von Descampä 
erwähnte und von Wille gestrichene Bild eines schönen, prächtig 
gekleideten Knaben, der an einer Fensterbriisttxxlg Seifenblasen 
macht, ein Gemälde aus der besten Zeit des liiinstlers. Dr. Waa- 
gen (Kunst etc. II. 88) erwähnt dieses Bildes, und kommt dabei zum 
Ausspruche, dass kein anderer Holländer so den unschuldigen Reiz 
schöner Iiinder wiederzugeben verstanden habe, als Netscher. 
Waagen erwähnt Il. 143 ferner auch eines Bildes im Besitze des 
Sir Th. Hope zu London, _welches eine Dame in weissem Atlas 
vorstellt, die den Papagey füttert, und ein Herr die auf der Fen- 
sterbriistung sitzende Meerhatze. Dieses ausgezeichnete Gemälde 
ist von 1064. 
In der StalTord-Gallerie ist Vertumnus und Pomona, von J, Ber- 
nard gestochen. 
In der Sammlung des Marquis von Hertford ist das Bild des 
Iilöpplers.  
In der Gallerie des k. Museums zu Berlin sind drei Bilder 
von ihm: Pomona und Vertumnus, in seiner Verwandlung als alte 
Frau, 1681 gemalt; das llrtisthild einer reich geschmückten Dame, 
welche die Laute spielt; eine liiichin unter mancherlei Geriithschaf- 
ten und liiichenvorrathen, tüchtig behandelt, von strenger Natur- 
waltrheil in allen Einzelnheiteti. 
In der Gallerie des Louvre zu Paris ist eines der schönsten 
Werke des Künstlers. Es stellt eine junge Dame im blauseidetiell 
Iileide mit der Bassgeige vor, wie ihr der Lehre;- [135 Ngtenblatt 
reicht, während ein Knabe die Violine bringt. Etwas lockerer be- 
handelt ist ein zweites Bild: ein sitzendes Mädchen mit dem No- 
tenpapier, und gegenüber der Lehrer mit der Laute. Hinter dem 
Mädchen steht eine Frau.  
Im Musöe Napoleon War einst Netschefs Fnmilienbild; er bß" 
gleitet den Gesang seiner Tochter mit der Guilarre, und die Mut- 
ter horcht zu; zwei Iinaben, von welchen der eine ein Glas hält; 
die schlimme Neuigkeit; le Portrait cheri; und die beiden obßll 
erwähnten Bilder. 
In der k. k. Gallerie zu Wien sieht man das prächtige Bilclniäf 
eines vornehmen Mannes in Pelzkleidung im Lehusluhle am TV 
sehe. Die Attribute verkünden ihn als Freund der schönen Wis- 
senschaften. 
-In der herzoglichen Gallerie zu Gotha ist von Netseher eine 
Wiederholung von 'I'erb'urg's väterlicher Ermahnung, 1655 gemalt 
Rathgeber (Annalen der niederl. Iiunst S. 153) sagt, man vermisse 
in diesem Bilde keine der Schönheiten des Originalsf statt der 
Härte der älteren Malweise Terburgk sei in deriAusführ-ung jüve 
Sanftheit angewendet, welche jetlt 110611 in vereinzelten Anlslälv 
gen der Dow'schen Schule erscheint, aber in der nach Rembrhndfß 
Tode folgenden Periode der 'I'riiger der niederländischen liuuit 
wurde.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.