Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Müller, Jan. [vielm. Jens Peter] - Passe, Wilhelm de
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760661
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1762718
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Nesiotes. 
durch" Thiersch und andere Forscher; sie wurde als die gültige 
anerkannt; aber in ihrer Erklärung schlich sich ein neuer Irrthuiii 
ein , der ]ßl;ZlI durch L. Boss gehoben ist. Der Name Nesiutes wurde 
friiher nicht, wie er es doch nach dein Zusammenhange musste, 
fur einen Eigennamen, sondern fur Bezeichnung des Geburtslandcs 
des Iiritias angesehen, der hiernach ein Insulaner gewesen wäre, 
und da nun iliesein das bestimmte Leugniss des ilausaiiias, nach 
welchem er ein Attilier war, entgegenznstehcn schien, so suchte 
'l'hierscl_i zuerst diese widersprechenden Ansichten zu vermitteln 
durch die Annahme, dass er aus einen) der lileinen, namenlosen 
Eilaiide an der attischen Iiuste geburtig gewesen sei, worauf G. 
O. IVIuller seinelfruher aäisgesprochene Meinung, er sei rein Aegi. 
nete gewesen, cahin m0 lfICIIPIC, "dass er ihn fur einen Iileruclien 
auf Leiiinus hielt, also zugleich fur einen Eiländer und aiiisclicn 
Burgen Als bestiitigendcs Zeugniss hier_fui' wurden noch zwei Stel- 
len des LUl-tlaflüä angezogen, wo Iiritias  ge- 
nannt zu werden schien; obgleich wenigstens in einer derselben 
 sümmtliclie IIIIIIIIISCIIFIÜICII beide Nainen getrennt gaben, und so 
auch den Nesiotcs als Eigennamen darstellten. S. alle diese Stel- 
len Iiunstblatt l. c. Nun_fand sich aber in einer 1855 in Athen 
am Auf_an_ e zur Akropolis vor den Prop läen aus e rabenen Iii- 
     Y  .5? 
schritt, auf einer läasis von weisseiii Marmor, die eine Statue ge- 
tragen hatte, ein hunstler Nesutes, als lYIitarbeiter eines andern, 
{im dessen Namen nur die Sylbe OS ubrig geblieben ist, s. Tafel 
o. 1 im Iiunstblntte. Da nun die Inschrift nach ihrem allgemei- 
nen paliiographisclien Charakter vor das Archontat des Eulileides, 
und nach der Form des Buchstaben E sogar vor die ßöste Qlyln. 
yiade gesetzt wiferden muss,  so schloss L. Ross,_ dass dieser hie- 
sotes ilerselbedsrunstler S-FIIUWCLlCU Pliiiius und Liilsiarios als Zeitge- 
nassen des Phidias und Iiritiris hatten bezeichnen wollen, und dass 
folglich in ihren Texten dieser Name statt des corruiiipirteri Neslo- 
CleS 03er Nnwwrr]; wiederherzustellen sei; allein später fand lloss 
dlen letzteren Namen auf einer zweiten Inschrift aus (lßlfselbfn FPLJ- 
c e und auf derselben Aliropolis zwischen den Propyliien I]]2(1dtfIlI 
Parthenon ausgegraben, in deryenigen Forrn, welche der 'l'cxt des 
L_uhianos_und die nach Handschriften berichtigte Leseart des Pli. 
nius darbieten. Auch hier, wie in den beiden Liiliianisclien Stel- 
len, und müder fruhern Inschrift erscheint Nesiotes als Mitarbei- 
ter oder Geliulfe eines anderen Künstlers, der aber hier nicht Iiri- 
tias, wie bei Iiiiliianos, sondern Iii-itios heisst. Diese zweite In- 
schrift findet sich auf einer Basis, die ohne allen Zweifel eine von 
Pausanias erwähnte, und von ihiii dem Iiritias beigelegte Statue 
getragen hat. Pausanias nennt auf seinem WVege von den Propy- 
laen nach dem Parthenon unter andern Statuen, zunachst nach 
dem Heiligthum der Braui-onischen Artemis und dein ehernen Stand- 
bilde des troianischen Pferdes, die Statue des Iloplitoilroinen_Epi- 
charinos als ein Werk des Iiritias, und auch in der Inschrift er- 
Iiennt man die erste Hälfte des Namens Epicliarinos, 50 dass also 
Jene Inschrift auf efunden ist, welche Pausanlils vor Amen hatte, 
D      a 
ie (ITIPUIIIIQ gibt Prof. Boss auf das Wahrschciiilichste an. Dann 
stellt er im Texte des Pausanias die Leseart Iiritios statt Iiritias 
älxffi tlllld  das Schwanken. der nßCäätSChfßllltlüljig lflesotes und 
esiotes er ail: er, was Alles im Kunst attc ausfulirlicher zu le- 
.sen is . 
Aber wariml ergcheinf Nesiotes immer als Gehülfe des Kritios? 
Verstand er fur such allem nichts zu frlfwllßn? Prof. ßoss erklärt 
diess aus der Natur des Materials. Beule waren Erzbildner, einer
        

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