Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Müller, Jan. [vielm. Jens Peter] - Passe, Wilhelm de
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760661
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1762568
Naher , 
Bernhard. 
1 75 
2er iiidßichen-Binfahrt mit einer Darstellung- aus der bayerischen 
esc uC lte zu verzieren. P..von Cornelius hatte die Idee an ege- 
bßll, und nach erlangtem allerhöchsten VVohlgefallten zur Daästel- 
Jung des Einzuges des Kaisers Ludwig den B. Naher in Vorschlag ge- 
bracht. der vom Könige auch genehmigt wurde. Dieses Bild gehört 
Clßf Composition und der malerischen Ausführung nach unserinliünst- 
tler an, und nur bei letzterer stand ihm Iiögel hülfreich zur Seite. 
Im Artikel des P. vonxturnclius (liünstler-Lexicon llI. 115) heisst 
ES, irregelcitet durch eine Angabe in einem der Münchner Blät- 
ter, dass Nelier den Einzug Ludwigs des Bayern nach einer Skizze 
des Direktors von Cornelius gemalt habe, was dahin zu berichtigen 
1st, dass Ritter. von Cornelius nur die Idee angegeben. Wir ha- 
ben die Sache auch in einem Beiblatte zum dritten Hefte desselben 
Bandes uin-seresr-WVerlses berichtigt, mussten aber im liunstblatte 
183gßNo. 52 doch noch eine Rüge erdulden, mit Uebergehung 
jenes berichtigenden" Blattes. Dem sei, wie ihm wolle; es liegt 
uns auch hier ob, 3dieseu Irrthnm zu Verbessern. Neher malte an 
diesem Friese den Kaiser zu Pferd, mit Scepter und Reichsapfel, 
wie er imGefolge des Erzbischofs von Mainz, des Königs von 
Böhmen, des Herzogs Heinrich von Niederbayern, Schweppcr- 
manus, des Burggrafen von Nürnberg, des Iliudsmaul u. s. w. im 
feierlichen Zirge dem Thore voif München sich nähert. Letzteres 
wird von Jünglingen und Jungfrauen geschmückt, und durch das- 
selbe zieht der Magistrat und die-Geistlichkeit vom Vollu- begleitet 
dem Baiser entgegen. Die Composition ist lebendig; sicher und 
gut in der Zeichnung, frisch in der Farbe, macht das Bild schon 
von weitem einen erfreulichen Eindruck. So tüchtig indess die Ar- 
beit ist, so blieb einem Referenten im Iiuustblatte 1836 S. 59 doch 
einiges zu wünschen übrig. Er meint, ein dem Basrelief ver- 
wandter Styl scheine der Architektur angemessener, als der ange- 
wandte mit seinen mannigfaltigen Verlsürzungen und Gruppirun- 
gen; ja die Bewegungen einzelner, namentlich weiblicher Figuren, 
könnten um vieles einfacher seyn; ohne der "Lebendigkeit Eintrag 
zu thun. Allein wir glauben, man müsse hier auch auf die weib- 
liche Neugierde einige Schuld schieben. Das Gemälde hat über 
seinen künstlerischen noch einen speciell biographischen Werth. 
Neher malte aufBefehl des Königs unter den Magistrats- und geist- 
lichen Personen die Bildnisse des Professors Gärtner, des Oberme- 
dizinalrathes Ringseis, der Gebrüder Eberhard, sein eigenes Bild- 
niss u. s. w. Ueber den beiden Seiteueingängen malten beide 
liünstler anffioldgrnnd die heil. Jungfrau mit dem Iiinde und St. 
Benno, als Patrone Bayerns und Münchens. 
Im Jahre 1336 wurde Neher nach Weimar berufen, um an den 
länzenden Arbeiten Theil zu nehmen, welche ihre hönigl. Hoheit 
die Frau Grossherzogiu im grossherzoglichen Schlosse anordnete. 
Hier wurden drei Zimmer dem Andenhcu der grossen Dichter ge- 
widmet, welche Weimar verherrlichet haben. Eine gewölbte Gal- 
lerie ist für Göthe, ein Zimmer für Schiller bestimmt, und andere 
Räume dienen zum Andenken VVieland's und Herdefs. Zur Ans- 
schmüclmng des Schillerkchen Zimmers wurde Neher berufen, der 
sich in München durch sein grosses Frescogemälde als ein ausge- 
zeichneter Maler legitimirt hatte. Der Baum, wo Neher seine 
Ih-escubiltler ausführle, ist nicht gross, und daher ist jedes der 
Sieben Hauptbilder nur 53, F. hoch und 3  5 F. breit. Dennoch 
Wachen diese Gemälde dürch ,di_e Verhältnisse der Figuren unter- 
einander und zu den decorativen Umgebungen einen würdigen 
Eindruck; der Baum scheint sich zu vergrössern, und die Fulle
        

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