Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Müller, Jan. [vielm. Jens Peter] - Passe, Wilhelm de
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760661
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1762545
Naher , 
Michael. 
Neher , 
Bernhard. 
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{Erlernten auf dem Wege der Naturnachbildung gelangen kön- 
ne. Er wendete sich jetzt zunächst der Bildnissmalerei zu, worin 
ihm hinsichtlich der Behandlung der Farben der Hofnialer M. Iilotz 
ziveckniiissigen Unterricht ertheilte. Die Maler A. und D. Quaglin, 
sowie J. Klotz, hatten ebenfalls Einfluss auf seine Bildung, aber 
Neher hatte noch immer keinen bestimmten Plan gefasst, er wollte 
Bildniss-, Historien-, Landschafts- und Architekturmaler, Alles 
zugleich seyn. Zu seinem weitern Fortkommen war ihm endlich 
die Portraitmalerei verliülflich. Ein Freund versah ihn zu diesem 
Behufe mit Empfehlungen nach Trient," und die Bildnisse, die er 
dort malte, fanden solchen Beifall, dass ihm reichliche Mittel flos- 
sen, Italien zu besuchen. Neher zeigte durch seine Bildnisse, dass 
er eine vorzügliche Gabe zur Auffassung charakteristischer Eigen- 
thümlichkeiten und alles Zufälligen in der Natur besitze, und diese 
Anlage bildete er auf seinen Reisen in Italien durch scharfe Beob- 
achtung nur noch mehr aus. Neher besuchte während eines Zeit- 
raums von sechs Jahren die Hauptstädte Oberitaliens, und 1823 
sah er auch Rom und Neapel. Er studirte hier mit Eifer die 
Werke der klassischen Vorzeit, er wendete sich aber jetzt fast ganz 
dem Genrefache zu, welches er in Bom zu grossen Ehren und 
Aufnahme brachte. Er durchwanderte auch die malerischen Um- 
gebungen der beiden erwähnten Städte, und bei dieser Gelegen- 
heit fertigte er mit der Feder äusserst nette Ansichten mit passen- 
der Stadage. Im Jahre 1825 kehrte Neher wieder nach München 
zurück, wo er jetzt durch seine Werke grosses Aufsehen erregte, 
denn dieselben reihen sich den besten damaliger Zeit an. In Ita- 
lien malte er eine Almosenspende, das treßliclie Bild eines Gion- 
cataro, eine Mutter mit dem Säugling an der Brust unter der Ar- 
cade des Hauses, und auf diese Bilder folgten in München eine 
lieihe anderer, Costümstiicke, Landschaften, Märkte, öffentliche 
Plätze und architektonische Ansichten verschiedener Art. Im Lo- 
kale des liunstvereins zu München fand man häufig Gelegenheit, 
sich von seiner Productivität zu überzeugen, doch auch nach Lon- 
don, Berlin. Dresden und Stuttgart kamen Werke von ihm. Dann 
ist Neher einer derjenigen liünstler, welche zur malerischen Aus- 
schmückung des romantischen Schlosses Hohenschwangau beitru- 
gen, in welchem Kronprinz Maximilian so schöne Erinnerungen 
an das Mittelalter hervorrief, Neher malte die Bilder des Saales 
des Schwanenritters nach Rubcn's Couipositionen. 
Die Bilder dieses Künstlers sind einfach in der Anordnung] von 
grosser Wahrheit der Darstellung, und auf das glücklichste moti- 
virt. Die Zeichnung ist cnrrel-it, das Colorit frisch, aber naturge- 
treu, immer von erforderlicher Klarheit und Uebereinstimmung der 
Töne. Dann ist Neher auch Meister in der Perspektive, und den 
technischen Theil hat er nicht minder vollkommen in seiner Ge- 
walt. Sein Vortrag ist sicher, breit, aber sorgsam in allen Thei- 
len. Seine Bilder sind bis ins Einzelne sauber gearbeitet. 
Naher, Bernhard, Historienmaler, wurde 1806 zu Bibernch gebo- 
ren, und von seinem Vater in den Anfaugsgriinden der Klingt un- 
terrichtet. Hierauf begab er sich nach Stuttgart, um die Kunst- 
anstalten jener Stadt zur weiteren Ausbildung zu benutzen, end- 
lich aber ging er nach München, wo damals für die Kunst ein 
neues Leben erwachte. Cornelius ward durch den Hroxiprinzßll 
Ludwig nach München berufen, Dr. Schorn hatte seine Vorlesun- 
gßll begonnen, und mancherlei waren die Ursachen, welche zum 
Aufblühen der neuen Nlünchner Schule beitragen. Naher führte
        

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