Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Müller, Jan. [vielm. Jens Peter] - Passe, Wilhelm de
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760661
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1762484
Ncer , 
Aart 
VElIl 
der. 
167 
NGBY, Aart V31] der, Landschaftsmaler, ein berühmter Künstler, 
über Welchen uns aber Houbraclserx wenig Nachrichten bcibrachte, 
obgleich dieser Schriftsteller den A. v. d. Neer noch gekannt zu 
haben scheint. Er nennt ihn nur in der Lebensbeschreibung sei- 
nes Sohnes Eglon so obenhin. Einige lassen ihn zu Amsterdam 
geboren werden, andere, namentlich B. van Eyuden, Geschidenis 
EIC- I. Q5. glauben, dass Arthur zu Gorinchem das Licht der VVelt 
erblickt habe. Das Geburtsjahr schwankt wieder twischen 1615 
und 1619, und während Einige schreiben, dass der Iiiinstler im 
hohen Alter gestorben, ist es Burtin, der 1683 als sein Sterbe- 
juhr nennt, G. van Spaan entgegen, der in seiner Beschreibung 
von ltutterdam den Aart van der Neer 1691 noch unter die leben- 
den Iiiinstler zählt. Den Lehrmeister des Hiinstlers nennt uns die 
Geschichte ebenfalls nicht, H. van Eynden meint aber, dass er im 
reinen Landschaftsfache D. B. liamphuizen, und in Städleansieh- 
ten van der Meer zum Vorbilde genommen habe. Er lebte gewöhn- 
lich in Amsterdam, und da starb er auch.    
Eine bedeutende Einwirkung auf die Entwicklung der holländi- 
sehen Landschaft übte Rembrandt, sein Schüler G. van Battem 
ging ihm nach, ebenso J. Lievens, und diesen zunächst dürfte 
nach liugler, Gesuh. d. Malerei II. 252, Artus van der Neer zu 
stellen scyn. In seinen Bildern tritt nach der Behauptung des er- 
wähnten Schriftstellers das Element der Dämmerung, welches der 
Phantasie des Beschauers einen freien Spielraum gewährt, als das 
Ilanptsiichliche und Bestimmende hervor. Ein Teigh im Walde, 
von hohen dunkelen Biiumcn uzngelaen; ein einsamer Canal, lll 
ilessen ruhiger Fluth sich der Schein des Mondes spiegelt; ein stilles 
Städtchen , vnm Schimmer des Mondes traulich-miihrchenhaft iiber- 
gossen ;  zuweilen die friedliche Ruhe der Nacht durch das riithliche 
Lieht einer Feuersbrunst unterbrochen , - dies sind die Gegenstände, 
welche van der Neer mit Vorliebe wiederholt, in freier, liebens- 
wiirrligster Weise ausgeführt, und mit denen er die Blicke des 
Beschaners stets auVs Neue fesselt. Beispiele dieser Art bieten 
mehrere Gallerien, im Ganzen aber sind die Werke dieses Iiiinst 
lers selten.   
Die k. Galleric zu Dresden bewahrt zwei meisterhafte Bilder 
eine Abenddämmerung mit dem Vollmonde, und eine Nacht 1111i 
bewölktem Hinimel, durch welchen der Mond bricht. 
Ein vorzügliches, grosses Gemälde dieses Künstlers ist auch in 
der la. Pinakothek zu llfliixiclxen: ein Teich im Walde, mit lxu- 
hen Biiurnen am Gestade, die sich im Wasser spiegeln. Dieses 
Bild bcwciset, dass der berühmte Monclsclxeinmaler Neer auch an- 
dere Tagszeiten trefflich darzustellen gewusst habe.  
Ein Gleiches verhält sich aucl'1_ mit dem schönen Bilde (ler Gal- 
lerie des Louvre zu Paris. DIESES Gemälde stellt ein Dorf am 
Ufer des Flusses dar, mit Kirchen, welche A. Cuyp gemalt hat. 
Ein meisterhaftes Bild ist ferner in der k. k. Gallerie zu Wien, 
eine Mundnacht vorstcllencl. Man sieht da ein Gartengehege und 
Gebäude, an einem von Dämmen durclisclmitteneil Fluss. In der 
Ferne ist eine Stadt, an welcher Schiffe vor Anker liegen. Ueber 
d" Gegend schwebt der Mond von izarten Wölkchen umflossen, 
und ergiesst einen Silberschimmer über die Flur. Der Grundton 
ist bräunlich, so wie er in v. d. Neu's besseren Werken herrSChi-
        

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