Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Müller, Jan. [vielm. Jens Peter] - Passe, Wilhelm de
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760661
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1762346
Navia , 
Josö 
Gomez 
Domenico. 
Navona , 
153 
sind ausdrucksvoll, höchst edel, das Colorit ist glänzend, aber hier 
dennoch harmonisch. An diese heilige Darstellung reiht sich eine 
mythologische Scene, die Flussnyinphe Salmacis, wie sie den schö- 
nen Herniaphrodit umarmt. in Lebensgrösse. Dieses Bild hat gute 
Zeichnung, viel Ausdruck, edle, aber üppige Formen. Erhaben 
und wiirdevoll sind aber die Gestalten eines folgenden Bildes, wel- 
ches die Hoffnung und den Glauben vorstellt. Mittlerweile malte 
Navez immer auch Bilder im kleineren Maassstabe, mit Figuren 
in halber und unter halber Lehensgriisse, und diese Werke sollen 
ihm am besten gelingen. Im Iiunstblatte wird seiner oft erwähnt, 
mehr oder weniger tadelnd, und dass der Künstler von seiner ein- 
mal angenommenen Weise nicht gewichen, beweisen auch noch 
die neueren Critiken über seine Werke. Im Iiunstblattc von 1856 
wird ebenfalls noch seine conventionelle ßehandlungsweise von hei- 
ligen Gegenständen wie friiher gerügt, bei Gelegenheit der Aus- 
stellung jenes Bildes, welches in einer hässlichen Manier die heil. 
Jungfrau vorstellt, wie sie der heil. Anna und dem heil. Joachim 
ihr Gebet hersagt. Indessen ist zu bemerken, dass in den Navez- 
sehen Bildern immer so viel Correktheit der Zeichnung, Glanz und 
Schimmer sind, dass sie blenden könnten, und es fehlt ihm auch 
nicht an Bewunderern, da nicht jeder einen so strengen Nlaassstab 
an seine Werke legt, als dieses öfter im Iiunstblatte geschehen 
ist. Als ein solches verführerisches Bild wird 1837 die Ehebre- 
cherin bezeichnet, welche auf dem Pariser Salonldesselhen Jahres 
zu sehen war. Die weinende, händeringende Courtisane ist ein be- 
wunderungsiviirtlig schönes VVeib; aber ruft der Referent aus, WO 
sehen wir den Erlöser? wo bleibt die Parabel? jene aufeinander 
gehäuften Figuren in halber Lebensgrösse bilden eine verwor- 
rene, unverständliche Scene- VVenu die Coquettcrie in der Ma- 
lerei überhaupt verwerflich und unzulässig ist, so erscheint sie in 
Behandlung eines so ernsten Gegenstandes doppelt strafbar. An 
diese Werke, deren es noch mehrere gibt, reihen sich die Bild- 
nisse, die Navez mit bekannter Meisterschaft behandelt. Er wühlt 
immer vortheilhafte Stellungen aus, und ausser der Aehnlichkeit 
besticht er auch durch den Glanz seiner Färbung. 
Als charakteristisches Kennzeichen von' Navez fanden wir früher 
angegeben , dass sich fast in jedem seiner Bilder ein böses, mür- 
risches Gesicht finde, so wie auch die braunen Gesichter und die 
hohlen Augen mit dem tief ernsten Blick charakteristischer Weise 
in seinen Werken sich wiederholen sollen. Man findet diese That- 
sachen in dem Gemälde mit Joas und Athalia, in jenem mit den 
wandernden Musikanten und in anderen, wenigstens früheren 
Werken bestiitiget. 
Navez hat schon mehrere Schüler gebildet, und man misskennt; 
auch in ihren Werken den Meister nicht. Es ist darin eine ge- 
wisse Nachfolge der Naveischen Manier unverkennbar. Im Jahre 
1857 ernannte ihn der König zum Bitter des Leopold Ordens. 
Navia, JOSÖ GOITIBZ de, Zeichner und Maler. der in der zwei- 
ten Hälfte des vorigen Jahrhunderks lebte. Er zeichnete und malte 
verschiedene architektonische und andere Ansichten. Im Stich be- 
kannt sind:  
vier schöne Ansichten des Klosters San Lorenzo im Escurinl- 
Thomas Lopez Enguidaxlos lo grabo, qu. fol. 
Dienste 
NQVOYW, Domenico, Architekt, der um 17.1.5 zu Rom im 
des Pabstes stand. Er war Ritter des Chrislusurdcns.
        

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