Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Müller, Jan. [vielm. Jens Peter] - Passe, Wilhelm de
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760661
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1762246
N atoire , 
Charles. 
143 
Natoire, Charles", Maler und Radircr, wurde 1698 oder 1700 7-I1 
Nismes geboren, und gleichzeitig mit Bouchcr von F. le Meine 
in der Malerei unterrichtet. Nachdem er im Jahre 1725 den grus- 
sen Preis der Akademie erhalten hatte, reiste er nach Italien, gab 
sich aber da, statt strenge Studien zu machen, ganz seiner Laune 
hin. lVlengs tadelte daher das Streben Natoire's und seiner Zeit- 
genossen in Rom. Er sagte, diese Künstler seien iiber die Gren- 
zen des Schönen und Grossen hinausgegangen, sie hätten beides 
carriltirt, in Allem der Sache zu viel gethan, und es darauf ange- 
legt, die Augen mehr, als den Verstand zu befriedigen. Bei Ande- 
ren stand Natoire im Rufe eines guten Zeichners, und Watelet 
glaubt, dieser Iiiinstler habe den Sinn wieder auf Reinheit der 
Form zurückgeführt, welche durch den Manierismus jener Zeit 
 ganz unbeachtet blieb, was Alles Mengs nicht unterschrieben ha- 
ben würde. Wie dem auch sei, Natoire stand in grossem Ansehen, 
und gleich naehseiner Rückkehr beeilte sich die Akademie, ihn 
zu inscribiren. Er überreichte ihr ein Bild der Venus. vvrelche 
vom Vulkan für ihren Sohn Waffen schmieden lässt. Im Jahre 
  1735 wurde er Professor Adjunkt, nach zwei Jahren wirklicher 
Professor. und um 1752 ernannte ihn der König zum Direktor der 
französischen Akademie in Rom. Er bekleidete diese Stelle bis 
1775, in welchem Jahre ihn seines hohen Alters wegen Vien ab- 
löste. Einige sagen; Natoire sei 1775 gestorben; allein er starb 
erst 1777 zu Castell-Gandolfo. Für sein Hauptwerk hält wnan ei- 
nen St. Sebastian, dem ein Engel den Pfeil aus dem Körper zieht, 
und daran reihten sich die Figuren, welche er für die Capelle 
der Findelkinder zu Paris malte. Namhafte Bilder sind ferner: der 
lilartertod des heil. Ferreol-in dessen Kirche zu Marseille; drei 
Bilder in der Capelle des heil. Schweisstuehes zu Besaneon; die 
Apotheose des heil. Ludwig in der französischen Nationalkirehe zu 
Rom. Zwei Gemälde, Antonius und Cleopatra vorstellend, wur- 
den in den Gehelins als Vorbilder zu Tapeten genommen. In den 
k. Palliisten zu Versailles und Marly waren ebenfalls mehrere Bil- 
 der von ihm. Am meisten Beifall fanden seine kleineren Bilder 
 und die Zeichnungen. 
Mehrere seiner Werke wurden gestochen; von Flipart: Venus 
und Aeneas, das akademische Aufnahmsstiiek, und Adam und Evtl 
nach dem Fall; von Fessard: die Geburt Christi und 14 andere 
Darstellungen in der Capelle der Findelkinder, eine weibliche Fi- 
gur; von Desplaces: Diana und Aktäon; von Pelletier: Jupiter 
imd Callisto, Venus und Leda, Bacchus und Ariadne, die Eini- 
"gung der Malerei und Zeichenkunst, derPoesie und Musik; von 
A. Behnond: St. Hieronymus; i-unL. Bonnet: dasylesusltind, eine 
akademische Figur, der Iiopf eines Kindes; von Peiroleri: Amor 
mit Pfeilen; von Aveline und Perronneau: die vierElernente; von 
L. Cars: Clovis, der Iirone und Scepter zu dexrFiissen der Reli- 
gion legt, und ein Titelblatt; von E. Moittes der Triumph 
der Amphitrite; von Soubeiran: ein Weib atrder Toilette, wie 
ihr Amor den Spiegel reicht; von Dnllos:"'der 'l'riumph des Bac- 
chus und der Triumph der Amphitriltefvon Mme. Betord: die 
zärtliche Eleonore; von Pasquier: einZeichenbuch in 12 Blättern. 
Natoire hat auch malerisch und angenehm in Kupfer radirt: R0- 
bert  Dumesnil, P. gr. franeais III. 545 Hi, beschreibt Blätter 
Vpn ihm, von welchen die Aetzdriicke von N0. 5  7 sehr selten 
51ml, da die Platten von Anderen mit dem Grabstichel vollendet 
wurden. Huber und Rost erwähnen auch eines Blattes mit der
        

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