Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Müller, Jan. [vielm. Jens Peter] - Passe, Wilhelm de
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760661
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760870
Lliiller , 
Johann 
VOD- 
G-olllmrd 
führte- Um. den eigenthiimlicbenWerth des Künstlers zu bestim- 
men , darf man]. B. auf diesem Ißlatte nur den Bopf des liönigs 
betrachten, wenn aber dieser Iiopf nicht ganz so ähnlich ge- 
funden wurde, als in dem so schiin gestochenen Blatle von Bervie, 
so kommt diess daher, wveilqdas Original zu Bervicfs Stich 10 Jahre 
später gemalt worden, als jenes, wonach Müller stechen musste, 
und wozu der Kopf schon 1774 nach dem Leben gemalt worden 
war. Wie sehr die Ziige des Königs sich später verändert haben, 
ist bekannt. Es war indessen natürlich, dass man auf einen so 
ausgezeichneten Bünstler auswärts immer aufmerksamer wurde, und 
ihn an sich zu ziehen suchte. In dieser Absicht wurden. als 81' 
bei Aufhebung der hohen Carlsscbule seine Stelle und seinen Ge- 
halt verloren hatte, von Dresden aus Unterhandlungen mit ihm 
gepflogexi, die aber zu keinem Resultate führten, da er zu glei- 
cher Zeit von dem damaligen Erbprinzen, nachmaligen König von 
Wiirtembcrg, die Versicherung einer vorthcilhaften Wiederaustel- 
lung erhielt. Im Jahre 1802 machte ihm zu Paris während seines 
letzten dortigen kurzen Aufenthaltes der Graf Cobenzl die vortheil- 
haftesten Anträge, wenn er bei der Wienerakademie die Direktion 
über den Zweig der linpferstecherkunst übernehmen wollte, und 
unfehlbar würdeier diesen Ruf angenommen haben, wenn er nicht 
von seinem Landesherrn auf eine grossmiithige Art entschädigt wor- 
den wiire. Seit. dieserizeit blieb Müller fortwährend als Professor 
der Iiupfersteeherluznst in Stuttgart, und führte seine Schule fort,- 
durch welche er der deutschen Nation den neuen Ruhm erwarb, 
dass die Ijunst mit dem Grabstichel zu arbeiten gerade zu der Zeit, 
wo ihr durch viele andere, zum Theil neuerfundene Iiupferstich- 
arten beinaherülliger Untergang drohte, nun aufs neue von ver- 
schiedenendeutschen Künstlern mit Erfolg unterstützt ward. Un- 
ter seinen Schülern haben sich vorzüglich Leybold, Bitthäuser, 
Ulmer, Barth, Bist, Hof, Krüger, und besonders sein Sohn 
Christian Friedrich rühmlich bekannt gemacht. Die allgemeine 
Anerkennung seiner Verdienste spricht sich auch. durch mehrere 
öffentliche Ehrenbezeugungen aus. So urnrd er im Jahre 1804 von 
der Berliner Akademie zu rleren ordentlichem Mitgliedr, im J. 1811; 
von der Akademie in München zum Ehreninitgliede "ernannt; im 
Jahre 1808 wurde er vom König Friedrich zum Ritter des Ver- 
dienstortlens ernannt, und_vom Hiimg Wilhelm. im Jahre 1818 
zum Ritter des Ordens der Würtembergischcn Krone erhoben. 
Es ist schade. dass dieser vortrellliche Iiünstler nicht frühzeitig 
an einem Orte lebte, wo er unter trefflichen historischen Gemälden 
des edlen Styls für seinen Grabstichel wählen konnte. Indessen 
hat sein Stich auch in den beiden Blättern nach niederländischen 
Meistern den ihm gebührenden Beifall erhalten, _Wahr aber ist 
es, dass ein Hupferstecher durch die Gelegenheit, nach grossen und 
edlen Meistern zu stechen, seine Kunst geltender zu machen ver- 
mag, wie diess selbst Müller's spätere Blätter beweisen. Anfangs 
beschäftigte er sich mehr mit Portraitstichen, und schliesst sich auch 
hierin an die grössten älteren 1V1ei_stei' dieses Faches an. 
Sein Verdienst- als guter Zeichner, welches so manchem sonst 
geschickten Hupferstecher abgeht, setzte ihn überall in den Stand, 
die Kunst seines Grnbstiehels gehörig zu entwickeln, und was 
jene betrifft, so darf man wohl behaupten, dass er die frühere 
Behandlung des Stiches, Welche die eigenthümliche Weise und 
selbst das Colorit der Gemälde wieder-gab, mit der neuern An- 
wendung des Grabstiehels, wie er seit XVille gebraucht und miss-
        

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