Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Müller, Jan. [vielm. Jens Peter] - Passe, Wilhelm de
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760661
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1761876
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Carl. 
Dabei wird bemerkt, dass NahPs, durch das Studium der Antilae 
gebildeter, Geschmack vielleicht noch reiner sei, als er sich in Al- 
bani's Gemälden olfenbare, doch sei bei letzterem das Poetische 
üppiger, das Colorit tröhlicher. Der Künstler führte in Rom meh- 
rere Gemälde aus, deren einige nach England kamen. Zu den 
gelungensten gehöret Venus. welcher Amor einen Dorn aus dem 
Fusse zieht, Ariadne auf Naxos, Narciss, Olint und Sophronia, 
eine Copie von Guido's Aurora u. a. 
Im Jahrc41792 kehrte Nahl nach Cassel zurück, wo er jetzt Pro- 
fessor an der Akademie wurde, und von 1815 an auch die Stelle 
eines Direktors der Classe der Malerei bekleidete, bis er endlich 
1825 starb. In der ersteren Zeit seines Aufenthaltes in Cassel be- 
schäftigte er sich fast ausschliesslich mit der Ausführung seiner 
landschaftlichen Studien, und dann zeichnete er vieles in seiner 
eigenthiimlichen Tuschmanier. Als Giithe 179g und 180i) in den 
Propyläen seine Preisaufgabexi für malerische Compositionen be-. 
kannt machte, bewarb sich auch Nahl um die Preise der zweiten 
Aufgabe, welche den Abschied des IIeletor von der Andromache 
betraf. Unser Künstler erhielt diesen Preis, so wie jenen von 
1301, wo ebenfalls in den Propyläen zur Aufgabe gemacht wurde, 
den Achilles am Hofe des Lycoinedes darzustellen. Von dieser Zeit 
an wurde Nah] vom WeimaNsclien Hofe mit Aufträgen beehrt, und 
1307 erhielt er den Preis bei Gelegenheit der Tiibinger Iiunstaus- 
stellung. Früher hatte der Künstler fast nur gezeichnet, nrn jene 
Zeit aber wendete er sich wieder der Historienmalerei zu. Er 
führte in dieser Gattung noch mehrere bedeutende Wcrlse aus, 
worunter sich auch eine Landschaft befindet, mit den Brauträubern 
Castor und Pollux. 
In NahTs Werken olfenbaret sich eine durch gute Studien gelei- 
tete Phantasie und ein bildender Sinn für ausdrucksvolle und wohl- 
gefällige Form. Er machte gerne seine in früher Zeit erlangte Ge- 
schicklichkeit im Modelliren geltend, es ging aber manchmal ein 
fast zu statuarischer Charakter in seine Gestalten über. Reichthum 
der Composition und Zauber der Farbe suchte er nicht ängstlich 
zu erzielen, dagegen sah er auf Harmonie und eine fleissige, zier- 
liche Ausführung. F. Schröder stach nach ihm den Aquaduct, 
eine Parthie des Weissensteins bei Cassel und drei andere Ansich- 
ten vom Weissenstein; Durmer: Venus und Adonis; Neid]: Ce- 
res am Aetna die Fackel anzündend, um Proserpina zu suchen; 
Langhöfel: sechs Prospekte in Aqnatinta. 
Es gibt auch radirte Blätter von J. A. Nahl: 
1) Pigmalion et sa statue, Pygmalion umarmt seine Statue, nach 
Cor. Cornelissen. J. A. Nahl fec., kl. qu. fol. 
Es gibt Abdrücke auf blaues Papier. 
2) Eine ruhende Bacchantin bei einer Vase, in der Ferne die 
Statue des Pan. A. Nah! fec. Schön radirtes Blatt, gr. 
u. 8. 
5) gafne et Amore, nach Gessner zart componirt. Bezeichnet: 
Apud Joan Volpato. Sehr nettes Grabstichelblatt, oval qu, 
fol. 
h) Jupiter den Ganymed liebkosend, nach W. Böttner, mit ei- 
nem Monogramme bezeichnet- 
Nahl , Carl , 
Künstlers , 
obi en 
begab 
Maler zu Gasse], gegoss den Unterricht des 
und als dieser 1825 mit Tod abgegangen war,
        

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