Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Müller, Jan. [vielm. Jens Peter] - Passe, Wilhelm de
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760661
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1761861
Johann 
August. 
105 
Im Jahre 1313 
nen Tod. 
fand 
der Künstler 
in 
den 
F Iuthen 
der Fulda 
sei- 
Nahl, Johann August, Maler, wurde 1752 zu Claune unweit 
Bern, auf dem Landgute seines Vaters, des berühmten Bildhauers 
J. A. Nahl, geboren. Letzterer ertheilte ihm auch den ersten Un- 
terriclet. da er aber immer mehr Neigung zur Malerei als zur 
Plastik zeigte, so suchte er schon in Cassel den Rath des berühm- 
ten Tischbein. Hierauf kam er nach Strassbnrg, um bei einem 
gewissen Tannesch und bei dem Landschafter Bcminel seine Stu- 
dien fortzusetzen; allein der jungeNahl gewann da eben so we- 
nig, als später beim Bildnissmaler Handmann in Bern. Im zwan- 
zigsten Jahre begab sich der Künstler nach Paris, um unter _Lc 
Sueur's Leitung seine Studien zu ordnen, und wie sehr er "sich 
an diesen Meister gehalten habe, beweiset der Umstand, dass der 
Geist jenes Meisters in NahPs Cumpositionen immer zu erkennen 
ist. [in Jahre 1774 reiste er zum erstcnmale nach Rom, wo er 
jetzt sieben Jahre verblieb. und auch auf das eifrigste seiner hö- 
heren Ausbildung oblag. Er zeichnete zwei volle Jahre allein nach 
der Antilac, dann malte er sechs Monate lang grau in grau Statuen 
für den Prinzen von Sachsen  Teschen, und nebenbei besuchte er 
die Akademie des Campidogliti, die ihm mehrere Preise zuer- 
liannte. Endlich fing er an, Werke der berühmtesten Meister zu 
cupiren, und jetzt waren es besonders Rafael und Guido, welche 
ihm die höchste Bewunderung einilössten. Er copirte mehrere 
VVerke dieser Meister, und erst nach fünf Jahren wagte er es, in 
eigener Cuxnnnsititin seine Iiriifte zu versuchen. Eines seiner reich- 
sten und ausgefiihrtestexi Gemlilde seiner Zeit stellt ein Opfer an 
die Venus dar. Im Jahre 1781 nöthigte ihn endlich die Krank- 
heit seines Vaters zur Heimkehr, aber wenige Stunden nach sei- 
ner Ankunft in Cassel war dieser nicht mehr. Nahl verweilte 
jetzt nicht mehr lange in Cassel, sondern begab sich nach Eng- 
land, wo er fünfzehn Monate verblieb, bis er über Holland wieder 
in die Heimath zurüchkchrte. Aehnliche kurze Reisen machte er 
1786 und 1737 wieder nach Rom und Neapel, und zum zweiten- 
male nach London, bis er endlich zum drittenmale nach Rom sich 
begab, wo er jetzt zehn Jahre verlebte. Angercizt durch die 
Werke Hacker-Vs fing er in Rom auch an, Landschaften zu malen, 
und hielt sich desswegen oft Monate lang in Tivoli, Albano und. 
Frascati auf. Er stuclirte auch mit Eifer die Werke des Claude 
Lurrain, S. Kosak und anderer Meister; allein er erreichte in der 
Landschaft dennoch nicht die Stufe, auf welche er sich im Histori- 
sehen geschwungen hatte. Seine entschiedene Richtung ging zum 
Plastischen, zum Zarten, Idyllischen. Doch wendete er in seinen 
historischen und mythologischen Darstellungen häufig die Land- 
 schaft an, die aber auch in seinen besseren Werken immer unter- 
geordnet ist. In der letzteren Zeit seines Aufenthaltes in Rom, 
nachdem er von einer Fussreise in der Schweiz dahin zurückge- 
kehrt war, fertigte er mehrere historische Zeichnungen in brauncrt 
'l'nsche, welche einige Hunstliebhaher in Basel bei ihm bestellt 
hatten , und die Zeichnungen in dieser Manier gefielen dem Künst- 
ler und andern so wohl, dass er darüber das Malen in Oel fast 
gänzlich aufgab. In Göthc's Winchclmann heisst es, dass diese 
Blätter sehr zart und gefällig behandelt seien. In dem erwähnten 
Werke wird auch der Malereien dieses Iiiinstlcrs gedacht, besßll" 
dfrrs seiner erotischen Darstellungen in reizenden Landschaften, 
die Nahl im Geiste Albands überaus rein und fleißig ausfülirte.
        

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