Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Müller, Jan. [vielm. Jens Peter] - Passe, Wilhelm de
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760661
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1761757
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Myron. ' 
LDer Spagtaner Lycginxäs, Sieger im Wngenlanf, weihte in- Olym- 
pla zwen tatuen, elce von Myron und eme andere sah man 
allda yfm dem Spantaner Chionis von llemsclben Meister. was aber 
Pausänxas zu bezwgexfcln scheint, da Chionis sich in viel früheren 
Zeiten durch seine Siege berühmt gemacht hatte, und man muss 
daher annehmen dass dem Chionis das Denkmal später gesetzt 
vsiurmle: Zwei Atllletenstatuen von Myron waren ebenfalls inlOlym- 
pxa, ]EI]C cles Pankratlasten Tunaxwthes von Cleonae, und eine sol- 
fhe des Plulxppus von Pelleue, Siegers im Faustkampf unter den 
inaben. 
Die Athletenfiguren machten den Künstler berühmt, und er er- 
hielt vorzugsweise den Beinamen des Athletenbildners. Böttiger 
nimmt mit Sicherheit an, dass unter den noch vorhandenen, durch 
Restauration fast unkenntlich gewordenen Pankratiasten und Pent- 
athleten auch Nachahmungen berühmter Myroifscher Erzbihler seyn 
könnten. Als auszeichnendes Merkmal gab ihnen Myron die durch 
Faustriemen ganz platt geschlagenen, und mit gequetschten Iinor- 
peln versehenen Ohren, worüber Wiuckelmann Erläuterung gege- 
ben hat.  
Hieher gehiiret auch die Statue des Lacedämoniers Ladas, eines 
Läufers. Wir wissen aus dem griechischen Sinngedichte eines Un- 
genannten (Anthol. Palat. II. p. 6.10, pl. 55,  dass der Iiiinst- 
ler mit der höchsten Anstrengung dieses Dolxchodromen, die die- 
sem nach Pausanias das Leben kostete, in Wettkampf getreten war. 
Er bildete ihn in dem entscheidenden Moment, wo mit fast krampf- 
haft eingezogenen Weichen der Läufer seinen ganzen Odem nur 
noch auf den Lippen zu haben schien. Pausanias spricht von ei- 
ner Statue dieses Dolichodromen im Tempel des Apollo Lycius zu 
Arges, allein es ist nicht ausgemacht, ob dieses jene des Myrml 
ist. Im Museo borbonico zu Neapel sind zwei Erzfigilren (V.  
die im Iiunstblatte von Schorn 1826 No. 45 als Nachbildungen be- 
zeichnet sind. 
Ein zweites Bild dieser Art ist der Wurfscheiben-Schleuderer, 
der durch Quintilian's berühmtes Urtheil gcadelteDiscubulus, Opp. 
II. 15. Dieser Hunstrichter nennt ihn in scheinbarer Verrenkung 
höchst vollendet, und ein Kunstwerk, in welchem die Neuheit 
der Idee und die iiberwundene Schwierigkeit den Iiennern das 
grüsste Fest der Bewunderung zubcreite. Der Diskobol ist im Mo- 
mentedes Abschleuderns aufgefasst, mit halbgebogenem Iinie, wor- 
auf sich die linke Hand stützt, in einer Stellung, in welcher der 
Athlet keinen Augenblick länger verbleiben kann, als der Wurf 
erfordert. Diese Statue beweist durch zahlreiche Nachbildungen 
in Gestein ihren Ruhm, deren Müller in der Amalthea III. 243 
mehrere aufzählt. Es sind solche im Musee Capit. III. 59; Musäe 
Francais, I. 20; im Vatikan aus Inladriantsdrlllß, Bouill. II. 18; in 
der Villa. Massiini, Guattani Munumenti xned. 1'284. F951; P, 13g; 
im brittischen Museum, Specimens etc. p- 29. Piranesi gibt den 
Diseobolos ebenfalls in Abbildung, Start. "Ö; Welker, Zeitschrift 
It 267, nennt als wohl erhaltenstes Abbild ]GDBS im Pallaste Mas- 
sini, und dessen schönste Körperform erkennt er in den Loggien 
des Vaticans und Capitols. Das vaticaniscite Bild trägt eine Na- 
mensinschrift- In der k. Pinakothek zu Munchen ist ein kleines 
Erzhild des Discobolos. Ueber die in der Villa Palombara aufge- 
fundene, jetzt in England befindliche Statue, existirt auch ein Brief 
von E. Visconti an den_ Cardinal Pollotta von 1781, der besonders 
gedruckt ist; C. Fea beschreibt sie sehr ausführlich zu Winckel-
        

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