Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Meglinger - Müller, Jan.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1754785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1755464
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Melchior, 
Welch ior, 
Heinrich Ant.  
(ieurg WVilhelm. 
mona mit Trauben und Obst, eine Nymphe mit dem Wassereimer, 
eine kleine Psyche, sechs geflügelte Genien mit Blumen. Der For- 
men zu Serviceu wollen wir hier nicht gedenken. 
Melchior verdient als Künstler immerhin ehrenvolle Erwähnung, 
da seine Werke das Gepräge eines entschiedenen 'l_'alentes tragen, 
wenn sich auch nicht (lurchaus der Maassstab der neueren Iiritili 
an selbe legen lässt. Er hatte das Glück von seinen allerhöchsten 
Herrschaften mehrmalen eines Besuches gewiirdigct zu werden, 
Beide Majestiiten gaben ihm Geschenke. Der Kronprinz Lud- 
wig von Bayern beehrte ihn ebenfalls öfter mit seiner hohen 
Gegenwart; Nlelchior sprach sich über diese grusse Huld noch im 
hohen Alter mit Rührung aus. Er war überhaupt ein Mann von 
vortrefflichem Charakter, ganz glücklich in seiner Kunst, in wel- 
cher er es bei sorgfültigerem Unterrichte sicher auf eine hohe Stufe 
gebracht hätte. Unendlich tief kränkten ihn die das Urtheil über 
seine Leistungen enthaltenden Artikel in den zu Nürnberg 1303 
erschienenen Briefen über Pohlen, Oesterreich, Sachsen, Bayern etcf 
Der Verfasser besah die Manufaktur in Nyinphenburg, und ida 
sagt er in einem Briefe, nachdem er einiges gelobt. anderes ge- 
tadelt hatte, "sogar an Gruppen in Biscotto hat sich der Inspektor ge- 
wagt, aber es wäre gut, wenn er das Ding bleiben l.esse. Seine 
Psyche und sein Amor haben schwäbische Formen, die harmlosen 
Einwohner in Nfyinphenburg nennen sie Psyche." Der Critiker be- 
zeichnete indessen keinen einzigen Fehler, nur Schwaben hält er 
nicht für das Vaterland der Psyche. So strenge Ironie hat Melchior 
nicht verdient. Der Mann genoss die Achtung hoher und der 
höchsten Herrschaften, besonders auch der Prinzessin Friederike 
von Sohns, der Schwester der Königin von Preussen. Der Künst- 
ler fertigte für sie eine kleine Statue in Alabaster, die ein schla- 
fendes liind darstellt. Dennoch war Mclchior fern von Stolz; 
er kannte auch den Ehrgeiz nicht, ganz fremd waren ihm Hass 
und Rachgierde. Die Iiunst erfüllte seine Seele; er nannte sie 
seine schöne, reizvolle, göttliche Geliebte. Er brachte mit ihr sein 
Leben auf 84 Jahre.  
lVIelchior hat auch Schüler gebildet. Unter diesen ist ein berühm- 
ter Name: Landolin Ohmacht zu Strassburg. Der Obermaler Auer 
war ebenfalls sein Schüler. 
Gedruckt ist von ihm ein Versuch über das Sichtbare und Er- 
hnbene in der bildenden Kunst, Mannheim 1781. Zu MeusePs 
lYluseum liefert er mehrere Aufsätze. 
VVir erwähnten hier dieses Künstlers ausführlich, Weil er Weni- 
ger bekannt ist, als er es verdiente.  
Melchior, Heinrich Anton, 501m des obigen, erlernte die Ma- 
lerei und Plastik, zeigte aber besonders für erstere Iiunst ein grus- 
ses Talent. Der Vater unterrichtete ihn mit aller Liebe und Sorg- 
falt, liess ihn auch die Akademie in München besuchen, und 
schickte den jungen Künstler zuletzt auf Reisen. In Berlin malte 
er ein allegnrisclxes Bild auf den Frieden zwischen Frankreich und 
Preussen, vvofiir er den Preis der-Almdemie gewann. Das von 
ihm gemalte Bilclniss des Königs von Preussen war so ähnlich und 
gut gemalt, dass er es sieben und zwanzigmal copiren musste. 
Heinrich war die Freude des Vaters und gmss war daher die Be- 
trübniss, als 1796 der hoffnungsvolle Jüngling in Berlin starb. 
llIGQlChIOP, GEOPg Wilhelm, Maler und Lithograph von Fran- 
kenthal in jllheinbazycru, wurde 1730 geboren. Er erlernte die
        

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