Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Meglinger - Müller, Jan.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1754785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760595
Müller , 
Jan. 
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in diesem Theile auszeichnen wollen, studirt zu werden; nur miis- 
sen sie das Uehertriebexne, wozu er verleiten kann, durch Geschmack 
zu mässigen wissen. Keiner verstand das Mechanische seiner Kunst 
besser; es ist unmöglich mit mehr Leichtigkeit in das Iiupfer ein- 
zuschneiden, und sehr schwer mitso wenig Strichen, wie er, die ver. 
schiedensten Gegenstände darzustellen. Man ist erstaunt zu sehen, 
mit welcher Geschicklichkeit er eine und dieselbeTaille zwingt, ihm in 
der Darstellung einer ganzen Figur zur ersten oder zweiten zu dienen, 
und eine dritte nie anders braucht, als in einer kleinen Parthie, die 
er aufopfern wollte. Bei dieser weisen Sparsamkeit kann man ihm 
doch weder Monotomie in der Behandlung, noch in der Wirkung 
des Ganzen vorwerfen. Alleseine Gründe sind in Bearbeitung und 
Ton kunstreich abgewechselt, und zu allen diesen Vorzügen ge- 
langte er nur als ein correcter Zeichner. In den Extremitäten 
ist er nicht von Manier frei, woran zuweilen seine Vorbilder 
Ursache seyn mögen. Da er, uxnzu impastiren, keinen Gebrauch 
vom Punktiren machte, und hartnäckig bei der Anwendung sei- 
ner zwei 'Taillen blieb, so bildeten solche öfter übertriebene Rau- 
tcxiformen, woraus ein dem Auge unangenehmes Iiorn entsprang, 
was man mit dem Bükgrate der Makrele verglich. Seine Blätter 
sind sehr gesucht, besonders die Bildnisse, und, seine Stiche nach 
eigener Zeichnung. Die Acldresse des Hermann Müller auf seinen 
Blättern scheint zu beweisen. dass er für dessen Verlag Mehreres 
gearbeitet hat. Von diesem H. Müller dürften nach Bartsch dann 
einige unserm Künstler zugeschriebene, mittelmässigeßlätter seyn. 
Blätter nach eigener Zeichnung.   
1) Das gottlöse Fest des Balthasar, Königs von Persien. Cernite 
Chaldei etc. H. 12 Z. 6 L., Br. 14 Z. g L. 
2) Die Anbetung der heil. Könige. En, Deus humana etc. 1598. 
11.12 Z. 2 L., Br 16 Z.  
5) Iäie Taäfe Christi. Christe Salvator Mundi etc. H. 11 Z. 1 L., 
r. 8 . 
Es gibt Driicke ohne Miillefs Namen, oder ohne daS WO"? 
Jehova in Mitte der Engelglorie. Der untere Rand ist brei- 
ter; er hält links 14 und rechts 12 Linien. Diese Abdriicke 
sind selten. Die zweiten Abdrücke haben Miiller's Namen 
und das Wort Jehova.  
14) Magdalena zu den Fiissen des Kreuzes. Unius ob culpam 
etc. Oberer Rand H2 11 Z. 2 L., Br. 7 Z. 4 L. 
5) Christus im Grabe zwischen zwei Engeln sitzend. Horror 
coeli etc. Oben abgerundet. H. 15 Z. Q L., Br. 10 Z. _9 L. 
6) Die heil. Familie auf der Flucht nach Egypten unter einem 
Baum ruhend. Quid mortem infanti etc. 1595. H. 7 Z. g L-, 
Br. 7 Z. 4 L.  
7) Die heil. Jungfrau mit dem segnenden Kinde. Salue virgo 
etc. H. 3 Z, 10 L., Br. Ö Z. 2 L. 
Die spätern Abdrücke haben C. de Jonghe's Addresäß- 
8) Lucretia tödtet sich mit dem Dolche. Non ego me 1106113 
Ztc. Ohne Namen des Stechers. H. f) Z. 7 11., Br. 8 Z- 
L. 
9) Cleopatra legt zwei Schlangen an die Brust. Ausonias dum 
victa etc. H. 6 Z. 1 L., Br. 8 Z. {t L. 
10) Merkur umarmt die Nymphe Lara. Garrula lingua cave etc. 
Bund, Durchmesser 5 Z. 10 L.  
11) Venus neben Amor auf Wolken. Quis euadet. Oval. H. 1 Z. 

        

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