Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Meglinger - Müller, Jan.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1754785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760588
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Müller , 
Jakob. 
Müller, 
Jan. 
ein ganzes,  schön eingetheiltes, rundes Fenster mit einem Bern- 
schild in der Mitte und einem Wappenkranze ringsum ausgeführt, 
dessen Kosten sich auf 50 Louisd'or beliefen, und das eine Zierde 
der neu erbauten Kirche zu Wangen geworden ist. Für die Stadt- 
verwaltungsbehörde kamen vier Wappenschilde zu Stande, zur 
Aufstellung in den Fenstern des alten, gothiscb gebauten Münsters 
zu Bern bestimmt. Sie wurden nach Originalien von E. Wyss 
vollendet, und zeichnen sich durch heraldische Haltung sowohl, 
als durch Farbenpracht zur Verwunderung aller Kenner aus , und 
man glaubte sie den Werken ausgezeichneter Meister anreihen zu 
dürfen. Ausser diesen führten beide Künstler noch eine Menge 
kleinerer Wappenschilde aus, worunter 1824 das Wappen der Fa- 
milie Puurtales von Neuenburg die allgemeine Aufmerksamkeit auf 
sich zog. Sowohl die musterhafte Zeichnung, als auch die glän- 
zende Färbung, worin vorzüglich das reinste Azurblau und das 
pracbtvolltfGolclroth sich auszeichnen, haben selbst die strengsten 
lienner dieser Art von Malerei vollkommen befriedigt. Das Both 
gibt dem der Alten nichts nach, und Müller besitzt sogar die Kunst, 
diese schöne Farbe nacl-rBelieben stärker oder schwächer auf ver- 
schiedene Art zu nuancircn. Nur in Bereitung des Grün brachte 
es der Künstler nicht zu gleicher Vollkommenheit. So glaubte man 
damals, und sprach es, wie Obiges beweiset, auch in öffentlichen 
Blättern aus. Auf eine viel höhere Stufe gelangte indess diese 
Iiunst in München. S. Frank. 
Ein günstiger Umstand für Müller ist, dass sein Bruder Georg, 
ein gewandtcr, mechanischer Kopf, sogleich das Ausschleifen in 
den farbigen Glasstücken , und das Einfassen der Schcibenstucke 
zu vollständigen Glasscheiben unternommen hat. Mittlerweile machte 
aber Jakob Müller in sehr kurzer Zeit auch namhafte Fortschritte 
im Zeichnen, während er meistentheils eine farbige Zeichnung auf 
Papier zum genauen Vorbildc genommen, um ein gelungenes liunst- 
Werk hervorzubringen. Doch in neuester Zeit scheint Georg Mül- 
ler noch zu viel grösserer Vollkommenheit gelangt zu seyn. Die 
Akademie der liiinste gab ihm in Berlin ein Certilicat seiner Wiederer- 
findung der Glasmalerei des Mittelalters. Arbeiten von ihm sind in 
St. Petersburg, Frankreich und Italien. Zu seinen letzteren Ge- 
mälden gehören vier acht Fuss hohe brillante Glasfenster, fiirLau- 
sanne bestimmt.  
Müller: 3315913, Maler von Nürnberg, wurde 1811 geboren, und 
als er an der Kunstschule seiner Vaterstadt die Anfangsgründe der 
Malerei erlernt hatte, begab er sich 1838 zur weitern Ausbildung 
auf die Akademie der Künste in München. Gegenwärtig lebt Mül- 
ler als ausiibender Künstler in Nürnberg. 
llylüllef, Jan, Iiupferstecher, ein Holländer von Geburt, aus Arn- 
sterdam, wie Einige glauben. Seine Lebensverhältnisse kennt man 
nicht, nur muthmasslich kann man seine Geburtszeitum 1570 bestim- 
men, da er, nach den Daten seiner Blätter zu urtheilen, schon 1589 
gearbeitet hat. Andere, die letztem, sind von 1625, und so kann 
man annehmen, dass clenliünstler nicht lange mehr nach dieser 
 Zeit gelebt hat. Bartseh (P. gr. III. 265 ff.) beschreibt 87 Blätter 
von Müller, und was das Urtheil über selbe anbetrifft, lässt er je- 
nem des M. Levöqüe volle Gerechtigkeit wiederfabren. iDdElUißHEf 
die Verdienste des Künstlers am richtigsten würdiget. Müller ist viel- 
leicht derjenige Künstler, der den Grabstichel am kühnsten geführt 
hat, und er wird daher immer würdig aeyn, von denen. die sich
        

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