Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Meglinger - Müller, Jan.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1754785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1760282
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Nliicke, 
Heinrich 
Anton. 
Carl 
nennt ein Bild des scel. Simon 
Pedro e] Mudo faciebat aet. 55. 
C. Bermudez 
Unterschrift: 
Roxas , 
de 
mit der 
MÜCBC, Hßlflrlßh Gafl AUÜOH, Historienmaler, wurde 1806 in 
Breslau geboren, wo sein Vater, der Professor Mücke, ihm den" 
ersten Unterricht im Zeichnen gab. Später wurde er Schüler des 
dortigen Malers König, eines sehr gründlichen Mannes, dessen 
Unterricht zu jener Zeit auch Lessing genoss. Anfangs zog ihn 
seine Neigung besonders zur Thiermalerei, zu welchem Behufe 
Mücke emsig Menagerien aufsuchte, selbst wilde Thxere hielt, und 
so war sein erstes Gemälde ein Thierstiick, Füchse vorstellend, die 
sich mit'Schlangen herumzanken. Damals bekam er auch mehrere 
Aufträge, Thierzeichnungen für naturhistorische Werke zu liefern, 
verlor aber, trotz aller Aufmunterung von Anderen, bald die Lust 
dazu, und zeichnete von nun an mehrere Portrnits und nach der 
Antike. Im Herbst des Jahres 182i ging er nach Berlin, um die 
Akademie zu besuchen, und im Februar des folgenden Jahres hatte 
er das Glück, Schadow's Schüler zu werden, welchen er seitdem 
nicht mehr verlassen hat. In Berlin malte Mücke unter Leitung 
dieses berühmten Meisters Odysseus und Leukothea im Seesturme, 
und zu Ende desselben Jahres begleitete er den Meister nach Düs- 
seldorf, wo Schadow das Direktorat der Akademie übernahm, da 
Cornclius kurz zuvor zu grussartigen Unternehmungen nach Mün- 
chen berufen wurde. Im Jahre 1827 malte Mücke den Narciss an 
der Quelle, und dann bekam er vom Grafen Spee den Auftrag, 
im Schlosse Heltorf bei Düsseldorf ein Frescobild zu malen. Der 
edle Graf liess hier in einem Saale das Leben des Iiaisers Friedrich 
Barbarossa vorstellen, und so ergriff Mücke mit Freuden die Ge- 
legenheit, die Frescomalerei in-ihrem eigenthümlichen Wesen ken 
nen zu lernen, was den Düsseldorfer Künstlern bisher nicht in dem 
Grade zu Theil wurde, wie den Münchnern. Dem Grafen Spee 
gebührt die Ehre, der erste deutsche Privatmann gewesen zu seyn, 
der diese Malerei in Ausführung bringen liess, und er hat auf 
diese Weise segensreich auf die norddeutsche Iiunst gewirkt. Zu 
Heltorf malte Mücke zuerst die Demüthigung Heinrich des Löwen 
vor dem erwähnten Kaiser zu Erfurt. In den das Bild umgeben- 
dcn Arabeslsen stellte er die Volkssagen des Iiaisers Friedrich und 
Heinrich des Löwen dar, so wie sich denn die Volkssage und Mythe 
um die wahre Geschichte in bunten Bildern dreht. Hierauf folg- 
ten zwei Oelbilder aus dem Leben der heil. Genofeva, und Egin- 
hard und Emma. Unter dem erstem stellte der Iiünstler seinen Va- 
ter dar. Von 1852--55 malte er das zweite Frescobild in Heltorf, 
die Unterwerfung der Mailänder, in welcher Mücke neuerdings 
sein bedeutendes Talent für die Frescomalerei beurkundete, so wie 
seine Tüchtigkeit zu ausgedehnter historischer Compositiun. In 
 des Grafen v. Raczynski Prachtwerk, Gesch. der neueren deutschen 
Kunst I. 132, ist dieses Werk nach Verdienst gcwürdiget. Im 
Jahre 1335 begab sich der Künstler über München nach Italien 
und Sicilien, und in Rom malte er das Bild der Bathseba, im Be- 
sitze des" Iiaufrnanns Funk zu Berlin. Nach seiner Ilückkehr malte 
er 1335 zu Düsseldorf in der St. Andreuskirche ein grosses Fresco- 
bild, Welches symbolisch das Christenthum vorstellt. Diese Dar- 
stellung führte er im Iileinen auch in Oel aus. Ein späteres be- 
rühmtes Bild, welches er 1836 für den Consul Wagner in Berlin 
malte, stellt die heil. Catharina von En eln auf den Berg Sinai 
getragen vor. Dieses Gemälde zog bei der Ausstellung in Berlin 
alle Augen auf sich. Die Heilige ist in der zartesten, entzückend-
        

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