Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Meglinger - Müller, Jan.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1754785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1759718
Morghen , 
Baffaello , 
Cav. 
481 
vollendet und andere Retouchen angebracht habe. Antonio 
Morghen vollendete dann! das Uebrige, worauf Dom. Arta- 
ria die Platte an sich brachte. Es wurden nur 200 Abdrücke 
gemacht. Die Aetzdriicke sind sehr selten. Einen Abdruck 
vor der Schrift verlaaufte Artaria für 66 f]. 
Morghen entwickelte in der ersten Platte grössei-e Kraft 
des Stiches, als in der zweiten, das Hellclunkel ist wirksa- 
mer, der Lichtellekt im untern Theile des Bildes schlagen- 
der. lin zweiten Stiche herrscht kalte Monotonie; der Stich 
ist viel feiner und geschlossener, im untereirTlieile nicht 
so genügend, wie der erste. lDie Apostel scheinen in Seide 
gekleidet zu seyn, wvährend in dieser fruheren Platte die 
Stulle vollkommen die gröbere Textur ausdrücken.  Der 
obere Theil ist indessen ganz des grossen Meisters wnrdig, 
Er wusste den ätherischen Glanz einer himmlischen Erschei- 
nung bewunclernngswiirclig zu geben. Die Verklärungsscene 
allein erthcilt dem Blatte klassischen Werth. Morghen hat 
aber auch im Ganzen Ausserordentliches geleistet, wenn 
man bedenkt, dass im Originale so vieles tuerclunkelt ist, 
wodurch mehrere Stellen im Vorgrunde grell in's Licht tre- 
ten , und der Mittelgrund zu einer schweren, finsteren Masse 
zusammenfliesst. Im ersten Stiche ging er zwar mit grösserer 
Kraft zu Werke, er gibt aber kein getreues Abbild, da, wie 
gesagt, de]? Era's Copie ungenau ist. 
NB. Die allegorischen Gestalten der Theologie etc., von 
Morghen nach Rafael gestochen, so wie die Bildnisse nach 
jenem Meisten. s. B. 
La Madonna del Sacco, berühmte heil. Familie von A. de! 
Sarto im Servitenlsloster zu Florenz, ein vorzügliches Blatt, 
gan; im Iflharakter des Urbildes, 1195. H. 14 Z. 4  Br. 
27 - . 
Sßhrgäßltßll sind die Aetzdrüclsc. 
Die sogenannten Abdrücke vor der Schrift haben die mit 
der Nadel gerissene Schrift (Lettre grise). 
Ein gewöhnlicher guter Druck kostet ohngefähr 7 Thlr, 
Die heil. Jungfrau mit dem schlafenden Iiinde, la vicrge 
de Titien genannt: Parce somnum rumpere. H. 10 Z. 5L., 
m. 14 z. 1 L. 
Dieses, besonders in der Carnation trellliche, Blatt war 
lange sehr selten, denn Morghen stach das Bild 179? für 
den Maler Head, welcher in London starb, ohne Abdrücke 
verbreitet zu haben. Später wurden in London Abdrücke 
mit offener Schrift gemacht, dann solche mit der Adresse 
des William Buchanan, und hierauf kaufte Artaria die Platte, 
der sie in Florenz abdrucken liess.  
I. Aetzdriicke von grosser Seltenheit, da nur drei Exemplare 
existiren. 
II. Sehr wenige Exemplare vor der Schrift. 
III. Die Abdrücke mit offener Schrift. 
IV. Solche mit der Adresse W. Buchanaxfs. 
V. Die V01) Artaria gezogenen Abdrücke.  
Bei Weigel ein-sehr schöner Druck mit olfener Schrif! und 
dexvenglischen Adresse 15 Thlr. 
Naglefs 
Künstler - Lex. 
31
        

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