Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Meglinger - Müller, Jan.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1754785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1758979
Montagna, 
Benedetfro. 
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Die Gemälde dieses Künstlers scheinen selten geworden zu seyn. 
Dr. E. Förster nennt im neuesten lleisehandbuch nach Italien nur 
zwei: die Dreieiniglseit und die Madonna mit Johannes, im Dome 
zu Vicenza, und einige Heilige in S. Corona daselbst. 
Brulliot sagt im Dietionnaire des monogrammes durch freundschaft- 
liche Mlttheilung, dass Montagna seine Gemälde mit: Benedictus 
pinxit, bezeichnet habe. Auf einem Holzschnitte des Jacubus von 
Strassburg steht diess wenigstens. Dann fertigte der Künstler auch 
Zeichnungen zum Schnitte für Druckwerke, und er dürfte auch 
selbst in Holz geschnitten haben, was man floruehmlich von der 
Hypnerotomachia Poliphili behauptet. Es ist dieses jenes Werk, 
dessen wir schon im Artikel des Francesco Colonna erwähnt haben, 
wozu A. Mantegna und G, Bellini, oder gar Rafael die Zeichnungen 
gefertiget haben soll, was sicher unrichtig ist. Das Werk hat fol- 
genden Titel: Hypnerotornachia Poliphili, ubi hvmana omma nun 
nisi somnivm esse docet, atque obiter plvrima scitu sane qualn 
digna commemorat, castvm est, ne qvis in Domino Jll. S. V. im- 
vne hvnc librvm qveat impprimere.  Am Ende: Venetiis Menso 
Becembri: M. lD. in aedibus Aldi Manutii accuratissime, fol. Von 
den schönen Holzschnitten dieses Werkes sind nur zwei mit einem 
b (gothisch) bezeichnet, und dieses b sollte nach A. Renouard, 
dem Verfasser der Annales de Pimprimerie des Alde I. 51. den Gio. 
Bellini bedeuten. Die Möglichkeit dieser Behauptung ist wohl 
vorhanden, allein auch diejenigen sind zu hören, welche in diesem 
b den Benedetto vermuthen, da in mehreren Blättern die Iiunst- 
weise jenes Meisters sich oifenbaret, und da mehrere Malerin Holz 
geschnitten haben , so konnte auch Montagna hier dieses versucht 
haben. Alle Blätter sind nicht von einer und derselben Hand, was 
die Ungleichheit im Geschmack und Anordnung beweiset. 
Diese jetzt sehr seltene Hypnerotomachia ist in mehreren Aus- 
gaben vorhanden. Die zweite italienische Ausgabe hat den Titel: 
La Hypnerotomachia di Poliphilo, eine Pugna d'Amore in Sogno. 
Dov' egli munstra, ehe tutte le eose humane non sono l'altro che 
sogno etc. Ristampato di nuovo, et ricorrleäo con somma diligentia 
etc. In Venetia MDXXXXV. Aldus. 4. Se selten. In den Bildern 
der französischen Uebersetzuilg sind verständige Abänderungen ge- 
troffen. Sie hat den Titel: Hypnerotomachie, ou Discours du songe 
de Poliphile etc. Paris, pour J. Iierver MDLllIl. fol. Das ist die 
gute, zweite Ausgabe, die dritte ist von 1561, die vierte hat einen 
sonderbaren Tältel, und diese gab 1600 Beroald de Verville heraus: 
Les tableaux des riches inventions couvertes du voile des feintes 
amoureuses etc. 4. 
B. Weigel, in dessen Kunstkatalog ein Exemplar der Hypneroto- 
machia von 1545 auf 20 Thlr., und selbst noch eines der curiosen 
französischen Ausgaben von 1600 auf 5Thlr. gewerthet ist, erkennt 
Benedettds Theilnahme auch an folgenden Werken. 
Incipit fasciculus medicine eompositus per excellentissimum artinm 
ac medicine doctorem, dominum Joannem de Kethan, Alamanuz 
tract. de anathomia et diversis infirmitatibus etc. Necnon anatho- 
mia Mundini. Schlussschrift des 59. Blattes; Hec Anathomia fllit 
emendata, ab eximio artium, et medicine doctore D. lnagistro Petro 
Morliano de Imola etc. etc. Anno dumini MCCCCXCV. die XV. 
octobris, tol. Diess ist das erste anatomische Buch mit 9 Compu- 
sitionen und anatomischen Figuren des Andrea Montegna oder 
nach Weigel noch richtiger des B. Montagna. Der Forxnschneider 
heisst Jacobus, s. diesen.
        

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