Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Meglinger - Müller, Jan.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1754785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1758862
396 
Dlongi. 
Mongin , 
Pierre. 
doch zugestanden; dass es im grossen Style gezeichnet und eben 
so sicher als sorgfältig ausgeführt, im Haupttor) harmonisch sei. 
Die Frauenköpfe fand man fast  schön, und den Ausdruck des 
Kopfes des einen der Räuber trefflich kernhaft. Die erste Rolle, 
welche diese Künstlerin spielte, war also durchaus eine kühne, 
eines Mannes würdige, und sie musste sich daher manchmal sa- 
gen lassen, dass selbst ein Künstler in solchem Kampfe nur mit 
Mühe ehrenvoll hätte bestehen können. Allein es war- damals 
lWIude, dass Damen als Hunstamazonen auftraten, unter welchen 
MIIIE. Mongez sicher die begabtere war. Sie fuhr demnach auf 
ihrer Bahn fort, und alle ihre Bilder gehören dem Gebiete der 
ernsten Historie an. Im Jahre 1808 Sah man auf dem Salon ein Ge- 
zniilde mit 15 lebensgrossen Figuren: Orpheus,' der durch sein 
Spiel von den Richtern der Unterwelt die Euridice zurück fordert. 
Orpheus Gestalt fand man lieblich, und Proaernina, an der Seite 
des {instern Pluto, in süsse Erinnerungen versunken, denn Amor 
 selbst greift mit in die Saiten. Unter den Zuschauern war einmal 
auch Napolcon, man weiss aber nicht, ob auch er diese Liebe so 
reizend gefunden, obgleich er das Bild anzukauien befahl. Bei 
dieser Gelegenheit gestanden die, [iunstrichter unserer Dame zwar 
viel Phantasie zu, in Composition und Färbung war aber wieder 
vieles zu tadeln. Landon spendet ihr aber immerhin ehrcnvulles 
Lob, indem er sagt, dieser Gegenstand erheische nichts Geringe- 
res, als den ganzen Reichthum einer poetischen Ader, ein Gefühl 
des Ideal-Schönen, um in der Wahl der Formen, im gehörigen 
Ausdrucke das Maass zu beobachten, er gestattc eben so wenig 
etwas Schvviichliches, als etwas Allzuschreiendes, Madame Mongez 
habe aber die meisten dieser Bedingnisse erfüllt, und noch mit 
weit Wenigerm hätte ihr VVerk Aufmerksamkeit erregt. Jn der 
Ausführung gewahre man wohl einige Ungleichheit, aber man er- 
kenne im Ganzen einen gebildeten Geist, einen gereinigten Styl, 
und besonders in den Contourcn des Nackten jene Meisterhaftig- 
heit, die von einer vortrefflichen Schule zeige. Die Figuren des 
Amor, der einen Parzc  die hässliche nicht mitgercchnet  
des Pluto und der Proserpina dürfte jeder geschickte Maler als die 
seinigeu erhennen;.nur die Carnation gehe ein wenig ins Graue oder 
Violette, und der Farbenton dürfe überhaupt etwas kalt zu nennen 
seyn, aber iin Ganzen sowohl, als in den Theilen finde man ein Relief 
von seltener Kraft. Dann bedauert Landen, dass'die Hauptfigur 
eben nicht die gelungenste ist. Dieselben Vorzüge, neben den der 
 älteren französischen Schule nnklebenden Mängeln, haben auch 
'ihre späteren Werke. Dahin gehören: der Tod des Adonis, 1810; 
Perseus und Andromeda, 1812; Mars und Venus, im Besitze des 
Grafen Sommariva, 1814 gemalt, im grossartigcn Style, bräunlich 
im Tone, aber in der Gruppirung nicht ganz natürlich; St. Mar- 
tin den Mantel theilend, um die Blüsse des Armen zu bedecken. 
181g, und die sieben Heerführer vor Theben, 1827, beide mit 
lebcnsgrossen Figuren, und auch in der Farbe lobetiswvterth. Man 
bat von dieser Künstlerin auch ein grosses Bildniss Napuleon's, 
welches sie im Auftrage der Stadt Avignon malte, und ihr Bild- 
niss Ludwig XVIII. kam nach Toulouse. 
Mongl, s. Moggi. 
MOUQiÜ s Pierrg: Landschafts- 
sailles 1762, gestorben daselhst 
dungsgeschichte unbekannt ist, 
und Genremaler, geboren zu Ver- 
1826. Dieser Künstler, dessen Bil- 
hinterliess eine bedeutende Anzahl
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.