Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Meglinger - Müller, Jan.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1754785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1758754
Mona 
Monna, 
oder 
Monio, 
Moni, 
Domenico. 
385 
habe ihm eine Manier eingeflösst, die keiner irgend eines Malers 
ähnlich "gewesen, dessen Werke Watelet habe sehen können. Wie 
dem auch sei, Momper befliss sich wenigstens keines genauen Studiums 
der Natur, er ist flüchtig, nachlässig und manierirt. Seine 
Richtung ist abweichend von jener seiner Zeitgenossen, nach Dr. 
Iiugler mehr phantastisch, zum Theil capriciös, so jedoch, dass auch 
beinahe immer wenigstens eine verwandte Behandlungsweise mitjener 
eines Breughcl, Vinkenbooms, Savery, Gyzens u. a. ersichtlich bleibt. 
Manchmal tritt seine Eigenthiimlichkeit besonders scharf hervor, 
wie in einem Bilde des Berliner Museums. einer Felseulandschaft 
von blassgelber Thnnfarbe, mit der Aussicht in eine weite kahle 
Ebene. Ein Hohlweg führt in die Ebene hinaus; ein frostigcr 
Cavalier kommt emporgeritten, der Diener zu Fuss, vorn an der 
verfallenen Capelle steht bettelnd ein zerlumpter Eremit. 61-055. 
artiger ist nach Iiugler ein zweites Bild des Museums, ein Eichen- 
wald, kühn, mächtig und geistreich cornponirt, in herrlichem Tone; 
treHlich macht sich hier der Durchblick durch den WVald in die 
Ebene. Doch ist das Bild, was den Vortrag anbetrilTt (ähnlich wie 
das vorgenannte) ziemlich derb hingelegt. Auf ähnliche Weise 
werden wohl die meisten seiner Werke behandelt scyn; flüchtig 
hiugeworfen sind die Paar Bilder, welche wir von ihm gesehen 
haben, und nur von einem gewissen Standpunkte aus verfliesst 
alles zu guter Wirkung. Seine Landschaften stalhrte er mit kleinen 
Figuren und Thieren, welche ihm manchmal Teniers sen. und der 
Sammt-Breughel malten. Dann finden sich auch Zeichnungen von 
de Momper, deren im Cabinet Paignon Dijonval mehrere waren. 
Sie sind mit der Feder ausgeführt, mit Bister und lndigo lavirt, 
auch reine Federzeichnungen und getuscht. Das Todesjahr des 
Künstlers ist unbekannt. Im Jahre 1611 erscheint er als Mitglied 
der Bruderschaft des heil. Lukas zu Antwerpen. 
J. Collaert stach nach ihm die 12 Monate, meist Landschaften, 
auch Städteansiehten mit vielen Figuren, Blätter, welche J. Callot 
copirt hat; _H. Hundius eine llIarine mit Diidalus in der Luft; G. 
J. Vischer die 4 Jahreszeiten und eine reiche Gebirgslandschaft; E. 
v. Panderen eine ähnliche; Th. Galle einen Sturm, (Herbst) und 
Winter. L. Vorsterman stach sein von A. van Dyck gemaltes 
Bildniss. Er soll selbst geätzt haben: eine grosse, durch unge- 
heuere Felsen gesperrte Gegend mit Figuren, mit breitenStrichen 
radirt, ein seltenes Blatt. 
Mona oder Monna, Moni, llflonio, Domemco, Mm, von 
Ferrara, hatte mehrere Lebenswege versucht, als Mönch, Geistlicher, 
Arzt, Sachwalter, blieb aber endlich bei derMalerei, wozu er, nach 
Lanzi's Behauptung, eine fruchtbare, heisse Phantasie, schnelle 
Hand und gelehrte Bildung mitbrachte. Von Bastaruolo unter- 
richtet hielt er sich bald für einen Maler, und stellte seine Bilder 
auf Leinwand öffentlich aus. Da er aber, fährLLanzi fort, im 
Technischen noch nicht gründlich fest, in Iiöivfen eintönig, in 
Falten hart,'in Figuren unfertig war, so genügte er einer Stadt 
nicht, welche, auf jedem Tritte das Beste und Gute zu sehen gewohnt, 
ihren Blicli für Malerei so gebildet hatte, dass sie schon Mittel- 
mässiges nicht leiden konnte, geschweige denn Schlechtes. Mono 
legte sich also eifriger auf die Iiunst und mied wenigstens die 
vorsteehendsten Fehler. Von nun an war er auch gern von seinen 
Mitbürgern beschäftiget; indcss waren darum seine Arbeiten nicht 
immer gleich beliebt. Er hat einige recht gute geliefert, wie die 
beiden Geburten (Christi und Maria) zu' S. Maria in Vado, nach 
Naglefs Iiümctlezr-Lex. IX. Bd. 25 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.