Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Meglinger - Müller, Jan.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1754785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1758528
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Mola , 
Johannes 
Baptist. 
drea della Valle zeigt. Dieses seltene Blatt ist mit Geschmack 
und zart radirt, wahrscheinlich von Mola. Es ist ohne Zei- 
chen. H. 15 Z. 8 L. mit 1 Z. Band, Br. 1() Z. g L. 
Die spiitern retouchirteu Abdrücke haben im Bande die 
Inschrift; Andream Christi Apostolum Germanum Petri   
D. D. D. Jo. Bapt. Gamhardella Romae sup. permis. 
6) Merkur und Argus, fran. mo. J. F. H. 5 Z. 9 L., Br. 5 
Z. Ö L. 
7) Die Familie des Satyr. Letzterer bläst an der Seite einer 
in etwas ungebiihrlieher Stellung schlafenden Bacchantin die 
Flöte. Nach dem Grunde hin tanzen drei Kinder. Rechts 
unten steht das Zeichen des Pietro Testa und: F. MOLA. 
F. H.5 Z. 2L., Br. 7Z. 6L. 
Dieses sehr seltene Blatt ist etwas schwach in der Zeich- 
nung, aber leicht und sehr geistreich radirt. 
3) Ein nacktes Weib stehend, mit Blumen bekränzt, deckt mit 
der linken Hand den Unterleib, und hält mit der andern 
eine Draperie. Im Grunde Landschaft mit einem Flosse. 
Links unten: T. I. Fr", molo fe. Die Buchstaben T. l.. be- 
deuten: Tiarini invenit. H. 7 Z., Br. 5 Z. 
Mole, Johannes Baptlst, Maler und Radirer, nach Malvasia 
ein Franzose, von Chartres gebiirtig, von gleichem Geschlecht: 
mit dem Obigen, ohne naher Verwandter zu seyn. Andere glau- 
ben, er sei um 1Ö2O in Lugano geboren, Ticuzzi aber nennt ihn 
geradezu einen Bruder des Peter Franz, und lässt ihn 1022 gebo- 
ren werden. Wahrscheinlich stammt er aus der Familie der Mola 
von Coldre, und Oretti hat zuletzt Recht, der nach der Angabe 
eines Nekrologiunls den Künstler 1661 im 45. Jahre sterben lässt. 
Dieser Iiiinsller soll anfangs die Schule des S. Vouct in Paris be- 
sucht haben, allein wenn es so ist, so dürfte er jenen französi- 
schen Iiiinstler in Rom getroffen haben, aber nicht 1650, Wie ES 
iin Fiissly's Supplementen nach Fiorillo heisst, sondern wahrschein- 
lich um 1650. Später ging Mola xiach Bologna, um unter Albani 
seine Studien fortzusetzen, und dieser Meister bediente sich manch- 
mal selbst der Hülfe Mola's. Er geleitete den Albani nach Rom, 
als dieser die Gallerie Verospi malte, studirte daselbst auch die 
YVerke grosser Hiiilstler, und als er nach Bologna zurückge- 
kehrt, war besonders die Natur seine Lehrmeisterin. Er malte rei- 
zende Landschaften, die er mit historischen und mythologischen, 
meistens erotischen Scenen staffirte. Dic von ihm gemalten Figu- 
ren sind indessen etwas steif, und (lesswegen malte ihm öfter Al- 
hani dieselben. Für den Herzog Salviati in Rom malte er vier 
grosse Landschaften, die man als Albani's Werk ansah, und in 
einer Landschaft mit der Ruhe in Aegypten, im Pallast Rinuccini 
zu Florenz, wurde von Iiennern die Grazie der Figuren eben so 
sehr bewundert, als die Schönheit der Landschaft. Seine meisten 
Arbeiten blieben in Bologna und' in Rom; DiArgensvillc, lV. 
146  49, hätte aber sehr gerne auch in Frankreich solche gefun- 
den, da denn Mola ein Franzose seyn sollte. Allein bei der Dürf- 
tlgkcit der Nachrichten hat er in manchen Dingen nur gefaselt, 
und somit ist das Urtheil in.Göthe's Winckelnianxi wohl das rirh- 
tigere. Da heisst es aus Autopsie, dass Multis Erfindungen ohn- 
gefähr im Geschmacke seines Meisters sehr lieblich seien, den 
Pinsel findet man aber kecker, die Farbe zwar nicht so zart, aber 
doch kräftiger. In der Landschaft wurde er von einigen dem Mei- 
ster noch vorgezogen. Beide Künstler scheinen auf's genaueste
        

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