Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Meglinger - Müller, Jan.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1754785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1758261
Schild in den Händen. Palmatius, gegenüber, erscheint mit 
Handschuhen und blauem Mantel; auch er trägt cineFahne. 
Der Grund sowohl als die Iileider und VVaHen sind reich 
mit Gold besetzt, welch-es auf dem Gypsgrunde eingepresst ist. 
5) Nicht viel geringer, und fast eben so vortrefflich erhalten ist 
der herrliche Christuskopf in der Prager Domhirche, den 
man mit Grund dem Mutina zuschreiben zu dürfen glaubt- 
Das Bild hängt an einem Pfeiler, links, unweit des Ein- 
ganges in die Sahristei. Dieses Bildniss des lrlcilandcs cr- 
inncrt ganz an den griechischen und alt-italienischen Typußi 
es ist dasselbe Oval, die bräunlichen Augen, das warme und 
bräunliche Colorit, die liixlgliche Nase, starke Ilnterlippe und 
der riithliche Bart. Der Grund ist ganz mit Gold belegt- 
Sehr merkwürdig ist die gemalte Einfassung, unbezweilelt 
von derselben Hand: es sind die sieben Lilnilespatrone in 
sehr kleinen, aber höchst zierlich gemalten Figiirchen, näm" 
lich: die HH. Veit, Adalbert, Ludmilla, Wenzel, Pruliop: 
Sigmund. Unten und oben sind wunderschöne Engel, mit 
Schriflbiiiulern: Sanctus, Sanctus. Sanctus Dominus dcul 
Sabaot (Scs. Scs. Scs. dns. deus Sabo) und Dignus estAgmJS 
qui occisus est XC.  Dass dieses Bild, dessen Theile auch 
in Lithographien vorhanden sind, wirklich von Mutina Sei, 
scheint ausser der Schönheit und dem Alter desselben auch 
die Vergleichung mit dem Folgenden zu beweisen. 
4) Ein Ecce homo. mit ganz ähnlichen kleinen Heiligen-Figuren. 
die die Einfassung bilden, und mit der deutlichen Schrift: 
Thomas de Mulina fecit. Es befindet sich in der Kreuz- 
lmpelle, hat aber den Kopf verloren, und bildet die eine 
Hälfte eines Gemäldes, von welchem das folgende Bild die 
zweite ausmacht. 
5) Die Madonna, auf der Prager Üniversitäts-Biblirmthck.  
Von anderen, tlieilweise erwähnten Bildern des Thomas vunllulirin. 
deren es in 'Ol)eritalien noch mehrere giebt, spricht Cicugnarü 
(Storia etc. I. 351;  555.), aber nur gelegenheitlich der Unter- 
suchung über das Alter der Oelmalerei. So spricht er von jenem 
Bilde des Thomas von Mudena, von 1351, im Besitze des Abbatß 
Boni in Venedig, und gleich darauf vun mehreren dcrselbensamlll" 
lung; den Gegenstand aber führt er nicht an. 
Thomas von Modena pflegte seine Bilder oft mit einem Namen 
zu bezeichnen, in Prag vielleicht nur um sie von jenen des Theo- 
derich von Prag und des VVUIFIHSCF zu unterscheiden, zweier Iiiinsl- 
1er, deren Namen sich durch eine Sühenltungsurlxunde Carl IV. er- 
halten hat. .Der Iiniser verlieh ihnen das Frcigut Morzin. Ihre 
Werlse kann man nicht genau ausscheiden. Ueber dieVerdienste unsefs 
Künstlers spricht sich aber v. Quandt (zum Lanzi II. 6.) aus. Aussetz- 
dem, dass seineBilder zu den vorzüglichsten Werken damaligerZCll 
gehören, so zeichnen sie sich noch durch einen eiqenthiimlichßll 
Vortrag aus. Die Umrisse in den Hüpfen sind breit und durch 
Linien die Schatten angegeben , dergestalt, dass sie Strichen 
gleichen, welche in der Dlitle dunkler sind und nach den SeilQ" 
sich verlaufen. Das Culurit ist grünlich in den llilittellinlen, Wfc 
das der Neugriechen, aber weich im Vortrage. Sie sind nicht In 
Oel gemalt, sondern mit einem VVachs- oder Oelfimiss iiberzogem 
sogar die Wandgemälde in Treviso. S. hierüber Hist. de Part yi" 
les monumens. U. 117. 
        

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