Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Meglinger - Müller, Jan.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1754785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1758088
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lYlitelli , 
Giuseppe 
Blaria. 
ein Verhältniss, das gleichsam den zweiten Akt in Angiol Miche- 
le's Leben bildete. das, entstanden aus YVechselachtung und Vor- 
theil, durch Gewohnheit und wahrhaft freundschaftliche Leistun- 
gen genährt. 24 Jahre dauerte, bis Mann's Tud es löste. wvah- 
rend dieser Zeit mehrten die beiden Freunde in Bologna die gu- 
ten Muster der Iiunst, und zu ihren berühmtesten Arbeiten ge- 
hört die Capelledes Rosenlaranzes der Grafen Caprara. Anilerwiirts, 
wie in den Pallästen Bentivogli und Pepoli, malte er nur Bau- 
stiiclse, in anderen Ansichten in Wasserfarben, mit Figuren von 
seinem Sohne Gioseffo. Ausserhalb Bologna wurden Mitelli und 
Colonua immer zusammen eingeladen; nach Parma, lVIcdena, Flo- 
renz von den dortigen Fürsten, nach Genua von den Marchesi 
Balbi, nach Rom von Card. Spada , dessen grossen Saal sie nach 
Lanzi gewissermassen noch vergrösserten und verherrlichten durch 
Blendsäulengiinge und lsunstreiche Vertiefungen, indem sie auch 
Treppen anbrachten, worauf viele Figuren in mannichfaltigen und 
fremden Trachten auf- und abstiegen. Ferner malten sie an Phi- 
lipps IV. Hof drei Zimmer und einen grossen Saal in Madrid, wo 
Culonna die gepriesene Fabel der Pandura malte. Zwei Jahre weil- 
ten sie an diesem Hofe; es waren die letzten Mitelli's. In S. lWIa- 
ria della Mercecl wurden seine irdischen Ueberreste beigesetzt. 
Nazzaro Forte Colonna hat ihm eine Leichenrede gehalten, die 
1667 gedruckt wurde, 12. Alle italienischen Schriftsteller rühmen 
ihn; ausser Lanzi auch Malvasia. Lanzi berührt noch eines Um- 
standes, den auch Flüflllü aufnahm, weil er die liunst lYIitellPs 
noch mehr beleuchtet. Malvaisia (II. 414) Sagt nämlich, Mitelli 
habe mehrere Gesichtspunkte angenommen, aber stets denselben 
Entfernungspunlit beibehalten; Er habe dasjenige gethan, was ein 
Zuschauer zu thun pflegt, der unbeweglich stehen bleibt, und alsu 
die Horizontallinie nicht verändert, aber sich mit dem Iinpf nach 
verschiedenen Seiten hinwendet, was man übrigens schon auf ei- 
nigen herkulanischen Gemälden wahrnimmt. 
Dann hat Mitelli auch in [Tupfer radirt, geistreiche Blätter, die 
theilweise fiir Elandwerlter und Verzierungslaiinstler brauchbar sind. 
Eine heil. Familie, nach N. del Abbate. 
Die Statue des von Engeln unterstiitzleia St. Philippus Neri 
in der Salsristei der Väter des Oratoriums zu Rom, nach 
Algardi.  
Verschiedene Caricaturen, nach St. della Bella, 6 Blätter. 
51 Blätter verschiedene reich verzierte, muschelartige Schil- 
der, und architektonische, mit Figuren geschmückte Friese, 
mit dem Titel: I Giochi dello Scnccu de] curso per le xiozze 
degl. illustr. Sign. Spinola etc.; dann die Dedication an Fr. 
Maria Zarnbeccarri. Agostiuo ÄMitelli fec. Bologn. 1656, 
gr. 8. und 4. 
48 reiche. mit Laubwerk und Figuren verzierte Friese, un- 
ter dem Titel: Freggi dell Architettura da Agostino Mitelli 
pittore. Bossi excud. Schmal ful. 
Mitelli, GIUSBPPB Mafia, Zeichner, Maler und Radirer, gebo- 
ren zu Bologna 1654, gestorben daselbst 1118. Er war Augustixfä 
Sohn, seine Meister aber waren nach und nach F. Albani, Guer- 
cino, F. 'I'orre und-S. Cantarinui. Von seinen Gemälden weiss aber 
 dieliunstgeschichte wenig, da sichder liiinstlergrüssxentheils nxitdcnl 
Kupferstidhe befasste. Manchmal half er dem Vater bei seinen N16-
        

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