Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Meglinger - Müller, Jan.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1754785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1757912
v. Aretixi ist OÜZLBIDIC von ihm angezeigt: die Ileilluugfrau, wel- 
che dem Jesuslimde die Brust reicht, Halbflgur, nach F. Vanni, 
bezeichnet: lYhnar fecit,     
Minardi, Tommaso, "Zeichner und Maler von Faenza, einer der be- 
rühmtesten, jetzt lebenden italienischen Künstler, geniesstscitilah- 
 reu zu Rom und in ganz Italien einen lgroäsenk Ruf, uutll in vieler 
 Hinsicht ist sein Ruhm auch gerecht. In c er  eic iniiiig ste it er gross 
da, denn diese ist von ausiserordentlicher Correlslheit, er mag sie 
Fnaeh fremden Vorbildern oder in eigener Cdmpositiun geben. So 
wusste er z. B. in, dem kleinen Umfange einer Crziyonzeichxiung 
die Energie" und den erhabenen Charakter zu fassen, der_uns_ 1ii 
dllichel Angelifs jiiiigstein Gerichte zur Bewunderung hinreisst. 
Diese Zeichnung; fertigte er init wunderbarer_Genauigkeit zum 
Stiche für Giuscpfäe Lenghi, allein leider verhinderte diesen _der 
 Tod" an der Vollendung dieses Werkes. Er führte mehrere Zueieh- 
niingen zum Stiche aus; so stach P. Fontana den Laukoon fur A. 
Carifs beriihmte Uebersetzung von VirgiPs Aeueide. "Minardi 
zeichnet überhaupt fast allein; er malt jetzt nicht mehr, und hat 
es auch früher {venig gethan. Dagegen coinponirt er init der Iireide 
die schönsten Bilder, mit den ausdrucksvollsten Figuren, und geht 
dabei mit einer Sicherheit und Correklheit zu Werke. die iiher- 
raschend ist. Seine Landsleutestellen" ihn daher hoch, ja neben 
Laiidi Porlesti, Sahntelli, Pala i, Nenei u. m, so er noch hö- 
her, zils die gefeierten Iiiinstlergderliuedgciiilschcn gliäit, wiras Idie 
Ileberiil ler doch nicht so anz ricitie HILCD wo eng n iein 
VVei-kmp ll progresso delle säienze, deltle lettere e delle arti: Na- 
Pnli 1354 P. 51, knän man es Vwrt Jfirlll- Vvlurtf giedyiic-lrt versiehept 
leseny Ein _r'osser  eichner ist 1 inar i jeten 'a s; er componirte 
früher im GgGSCllltlQCliG IVIichel Aiigeltfs, und soywiel der grusse 
Buonarotto zuweilen durch andere Maler seine ueic inungen- in 
Farben ausführen liess, so thut dies auch Minardi. Mehrere sei- 
ner Compositionen sind von andern gemalt.  
Auch in desGrafen A. IiaczynskPs Prachtwerls: Geseh. d. neue- 
ren deutschen Iiunst, deutsch vom Prof. v. d. Hagen, II. 085, 
wird der liiinstler gewiirdiget. Da heisst es, Minardi stehe an 
der Spitze der Puristen. Es hat" sich nämlich, Cainuceini, Agri- 
cola, Podesti, Cophelti ßer ainasco, Fioroni u. a. gegenüber, 
eine eigene Classmiidie der lfiiristen, gebildet, nach welcher man 
die moderne italienische Schule vortheilhafter kennen lernen kann, 
als durch die andere Partei. Die Puristen hoffen zunächst in einer 
Rückkehr zu der Weise älterer Meister die verloren gegangene 
Einfachheit und Wahrheit bildlicher Darstellungen wieiler zu ge- 
Winnen, und dasHauwt derselben ist Minardi, dcssen- ienntnisse 
und liebenswürdige Eigenschaften  fast allgemein geriihmt werden. 
A. v. lliiczynslsi sagt, iNlinardi habe gewiss eine klare Einsicht in 
die Bedürfnisse der Kunst, allein seine Zeichnungen zeigen, dass 
seine künstlerischen Iiriifte mit seinen intellektuellen nichtgleichen 
Schritt halten können. Seine Einfachheit ist nach Raczynski mehr 
Nlonolonie, und seine Ruhe Leblosigkeit. Der Verfasser der Ge- 
schichte der neuern deutschen Kunst hat daher das dem Minnrdi 
von seinen Landsleuten gespendete Lob sehr geinässiget, wvas wir 
Weiter ohen ebenfalls gethan haben, obgleich "noch immer jenes 
Lob im Vergleiche mit dem des kunstliebenden Grafen zu gruss 
erscheint. In seiner früheren Zeit ging Minardi mit mehr Energie 
zu Werk, und dieses Feuer hat er gemässiget, als er zu seiner 
'puristischen Ansicht gelangte.
        

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