Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Meglinger - Müller, Jan.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1754785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1757643
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Bliglia-ra , 
Mlle. 
Nligliarini , 
Bvlichele. 
zelten ausserorrlentlich gesucht, nicht nur in seinem Vaterland 
sondern auch vom Auslande her, da sein Huf ein europäisch: 
gcvaorrlen war. Es herrscht in denselben seltene Correlstheit di 
Form, bei allem Reichthumej der Composition, und dabei eir 
Anwendung der Perspektive. "so wie sie nur der mathematisch g! 
bildete und vollkommene Meister anzuwenden im Staude ist. Sein 
Piirhuxig fiel anfangs! in's (iraulichc, als er aber den Fmncesc 
Buldijini kennen gelernt hatte, so gelangte er auch in diesem 'l'heil 
der liunst bald zur Vollkommenheit. Jetzt wurde seine Färhun 
fröhlich, glänzend, nicht selten wie jenes der classischen Zeit d: 
flamiinrlischen Schule, und die ITar-lae wurde ihm Mittel zu jenx 
vollkommenen optischen Täuschung, die in seinen Bildern oft b: 
zaubernd anspricht. Man lsannßsagen, dass die Sonnenstrahle 
stets in seiner Gewalt standen, und nie misslaxlg es ihm, wen 
er die Beschauer durch ein bezauberndes Farbenspiel übel-rasche 
wollte. Es herrscht bei ihm immer gleiche Wahrheit in Naelaal 
mung der Natur, Anmuth und Zierlichlaeit in der Stalifage, WC: 
ehe gewöhnlich geistreich zusammengestellte, kleine Figuren au: 
machen, eine jede vollkommen richtig gezeichnet, und mit e 
ner Sicherheit in Farben ausgeführt, wie man es nur von e 
nem vollendeten lYIeister erwarten l-iann. Seine Werke sind zah 
reich; allein er konnte bei aller Handfertigheit die so zahlreiche 
Aufträge nicht erledigen. Die Kirchen Mailands boten ihm hiiu 
figen StolT zur malerischen Darstellung, nach ihrer innern un 
iiusseren Ansicht. Mehrmalen malte er den Dom von innen un 
aussen, so dass dieses Gegenstiiclse bilden, wie in der Galleri 
des Herzogs von Leuchtenberg zu München. Auch ill componii 
len Bildern zeigt Migliara grossen Reichthum der Phantasie, un 
nicht geringere Correktheit der Zeichnung, wenn ihm auch niel 
ein abgeschlossenes Bild vor Augen lag. Als Statlage gab er o 
sehr interessante Szenen, und nicht selten erscheint er dadurc 
als Historienmaler. In andern Bildern ist die Staillige der Gegel 
wart entnommen. 
Brligliara starb zu Mailand 1857. Er war Mitglied der Akademie 
zu Wien, Mailand, Turin, Neapel, Pavma, Brescia, Padua u 
s. w. Dann wa-r er Ritter des Civilverdienstorclens des Ilauses S2 
voyen. Schon zu seinen Lebzeiten, im Jahre 1330, liess sein 
Vaterstadt Alessanclria ihm zu Ehren eine Nleclaille prägen. I: 
Iiunstblalte von Dr. v. Scham, in den italienischen Zeischrifter 
in OrlulFs Histoire cle la peinture en ltalie etc. wird dieses Iiüns" 
lers oft mit Ruhm gedacht, es mag von. Oelbildern uder von sei 
nen Aquarellen die Rede seyn. 
Migliara, Mlle., die Tochter des berühmten Cav. Migliara, 
ebenfalls sehr schöne Bilder in der Weise des Vaters. 
Mlgilarlnl, Mlchele, l-Iistorienmaler von Rom, wurde um 178 
geboren. Er genoss in Florenz den Unterricht des berühmte 
Pietro Bcnvenuti, und er ist unter der grossen Zahl der Schiilc 
jenes Meisters einer der vorziiglichsten. Dass Migliarini entschit 
dcnes Talent zum Maler habe, beweisen seine VVcrke, aber der 
noch hatte er nicht das Glück, sich nach Verdienst bekannt z 
sehen. Er besitzt in hohem Grade Sinn für Farbe und für di 
Harmonie derselben, und hierin steht er vielen seiner Landsleui 
voran. 
Dann ist Migliarini auch ein vortrefflicher Zeichner. Er hie
        

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