Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Meglinger - Müller, Jan.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1754785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1757244
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Meynier , 
C3141 
im Salon von 1808, unter dem Titel; Reprise des drapeaux (l'Ins- 
Eruck, wie nämlich das 46. Linieni-egimentr im Arsenal zu Inns- 
ruck seine Fahnen wieder findet. Dieses Bild ist von trefflicher 
Anordnung und von lebendiger Auffassung der Charaktere, vom 
Marschall Ney bis zu den Soldaten. Auch das Colorit wurde ge- 
rühmt, das theatralisch adektirte Wesen entging aber den besse- 
ren liennern nicht. Das Gemälde wurde 13,39 im Luxembourg auf: 
gestellt, und in dem bezeichneten YVerke: Prix decennaux, ist es 
gestorben. Im Jahre III. war ein allgemeiner Künstler  Concurs, 
dem die Aufgabe gegeben war, das siegende Franlsreich darzustelv 
len , wie es mitten im Kriege VVissenschafteni und Künste beschützt, 
auch nach Aufhebung des Iiünigsthllllß, dessen Sturz durch die 
zerbrochene Iirone und Scept-er zu den Fiissen Frankreichs darge- 
stelltist: Auch diesen Entwurf gibtLandon im Umrisse, er istaber der 
letzte mit zerbrochener Krone und Scepter. Auf dem Gebiete der A]- 
legorie stand Meynier auch bei der Ausführung des Plafbndgemälr 
des im Saale der Antiken. Er stellte da die Erde dar, welche von 
zwei Kaisern das von der Natur der Weisheit und Gerechtigkeit 
eingegebene römische Gesetzbuch empfängt. Man erklärte dieses 
Bild als einßapitalwerk von schöner Gesamrntwirkung. Die Fi- 
guren dieses Bildes nennt Landen, l, C- Xlll- 109, graziös, den 
Farbenttmn glänzend, die Technik meisterhaft, und das Ganze des 
ausnehmcnden Talentes seines Urhebers würdig, Die früheren 
Schriftsteller streuten diesem liiinstler reichen Weihrauch; so auch 
der sonst strenge Pausanias franeais p. 1111. Da heisst es, nichts 
gleiche der Festigkeit seiner Zeichnung, nur sei das Colorit bis- 
weilen allzuschiminernd. In der Composition aber findet er lauter 
Grazie, ilnd dennoch Iiraft u, s. w. Die Neueren beurtheiien ihn 
etwas strenger, ohne ihm Talent abzusprechen, Er gehört jeden- 
falls zu den namhaftesten Meistern der ältern französischen Schule, 
ohne gerade einem David, (Eros, A. de Pujol gleich zu kommen, 
Er ist'schwiich'ei' als diese lYleister, obgleich er theilweise Gutes 
geliefert hat; im Ganzen ist er aber manierirtund theatralisch af- 
fektirt. Er fand häufig Gelegenheit, sein Talent zu zeigen, und 
somit ist selbst die Anzahl der vorziiglicheren Werke, welche Gae 
bet verzeichnet, schon sehr bedeutend, Dazu gehören; _5 grosse 
Geiniilde, Apollo und die Musen vorstellend, iiberlebensgrosse Pi.- 
guren, im Besitze des M. Bayer Fonfrede zu Cfoulouse; die 
Schlacht von Austerlitz, für den Prinzen Berthier gemalt, jetzt zu 
Grosbois; ein allegorisches Bild der Weisheit, welche den Jüng- 
ling vor den Pfeilen Amors schützt, eines der schönsten Bilde;- 
des Salons von 1810, graziijs in den Gestalten und von lachendem 
Coiorite, lebensgrosse Figuren, im Besitze des Grafen Sommariva 
zu Mailand; der Einzug der Franzosen in Berlin. 1810 für die 
Regierung gemalt; Napoleon auf der Insel Lobau nach der Schlacht 
bei Esling, ein grosses, reiches Bild, und eines der besten des 
Künstlers, das man lange im Museum und im Lnxembourg sah, 
weil es der Senat malen liess; die Weihe der Iiirche St. Denis in 
Gegenwart Karl des Grossen, in der Sakristei jener Iiirche, 1312; 
Oedip als Iinabe von Phorbas der Ijiönigin von Corinth vorgestellt, 
früher im Luxembourg, jetzt im Schiosse St. ßloud; die Beerdi- 
digung des Phocion, ein grosses Bild, mit mehr als lebensgrossen 
Figuren , in der Gallerie Luxeinbourg; St. Yincent de Paula, leg 
bensgrosses Bild in St. Johann zu Lyon; Alegrander, wie er dem 
Apelles die Qainpasbe überlässt, im Nluseum zu Ptennes; der Tod 
der Procris, iebensgrosses Bild im Besitze des Grafen von Schem- 
berg; acht grosse ßasreliefs im grossen Saalg des Börsenpallastes,
        

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