Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Meglinger - Müller, Jan.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1754785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1757207
Meyermgh, Albert, Maler und Radirer; wurde 16l5 zu Amster- 
dam geboren. und den ersten Unterricht erhielt er von seinem 
Vater "Friedrich, der aber nur Ofenschirme u. dgl. malte. Al- 
bert hatte indessen höhere Ideen. und kaum konnte er die Far- 
ben mischen, als er sich auf die Reise nach Paris machte. Er ar- 
beitete da einige Zeit, aber wohl wissend, dass ihn in Italien bei sei- 
ner Mittellosigkeit das härteste Leben erwarte, begab er sich den- 
noch nach Rom, um die Werke grosser Meister zu studiren. In 
Gesellschaft seines Freundes Glauber besuchte er auch andere Städte 
Italiens zu gleichem Zwecke. immer aber blieb Boni der Anzie- 
hungspunkt. Hier gründete er auch in Biilde seinen Ruf, da seine 
mit Figuren in antikem Geschmaclie staffirten Landschaften beim 
römischen Adel grossen Beifall landen. Zehn Jahre verweilte er 
in Frankreich und Italien, endlich aber ging der Künstler in das 
Vaterland zurück, wo ihm jetzt glänzende Aufträge zu Theil wur- 
den.- Er malte in den königlichen Gebäuden Hollands mehrere 
"Plafondstiiclie" und grosse Bilder für die Salons und andere Gemii- 
eher, Alles zur Bewunderung seiner Landsleute. An den Gßllliil. 
den im Speisesaale des Schlosses Soestrlycls half ihm Glauber. Seine 
Werhe waren sehr zahlreich, da er mit ungemeiner Leichtigkeit 
entwarf und ausfiihrte. Im Jahre 1714. musste er sterben, und wir 
wissen auch, dass er sehr alt wurde. 
Meyerinlih hat auch mehrere Blätter radirt, deren Bartsch, P. 
gr. V. 556 Hi, 26 beschreibt. Es sind dies schöne Landschaften 
mit interessanten Gebäuden, Tempeln, Mausoleen, Fnntainen und 
" antiken Ruinen. Diese StalTagen sind zwar ziemlich gehäuft, aber 
sehr verständig und geschmackvoll geordnet. Bäume und bebauter 
Grund erscheinen sparsam, immer aber stuft sich der Boden bis an den 
Horizont vortrefflich ab. Es zeigt sich in diesen Blättern. dass 
Meyerinlih ein guter Zeichner war, der mit fester und leichter 
Hand Qhne Anwendung des Grabstichels, mit breiten Strichen, 
und selbst ohne sonderliche Vollendung. die schönste Wirkung in 
seine Platte brachte. Wir haben von ihm: 
Eine Folge von Landschaften, unter dem Titel: Eenige Land- 
schappen geinventeert geetzt en uytgegeven door Albert llIey- 
  ringh in Amsterdam. Von diesen Landschaften gilt bei Wei- 
  gel Eine ohngefiihr 16 gr.  
1) Der Titel dieses Werlies mit dem Thore einer gewölbten 
Grotte. II. 8 Z, Q L., Br. 7 Z 5 L. 
2) Die Heerde Sehaafe im Vorgrunde, der Hirt am Mausoleum 
sitzend, Aussicht auf eine alte Stadt in Ruinen. A. lYIeye- 
ringh Inv. et fec. H. 3 Z. 8 L., Br. 7 Z. 4 L. _ 
3) Der Flötenbliiser liUliS vorn, der den Gesang eines sitzen- 
 den Mannes begleitet, auf dem quer durchlaufenden Flosse 
schwimmt eine kleine Barke. Mit dem Namen des Künst- 
lers. H. 8 Z. 6 L., Br- 7 Z. 2 L.   
4) Der Esel am Gestriiuche neben der Fontalne, rechts! der 
Treiber, in der Ferne Gebirge und ein Fluss. A. Meyeringh 
Inv. et fec. H. 8 Z. 8 L., Br. 7 Z. 5 L. 
5) Der Sarcophag, an welchem sich zwei Cedern erheben. Am 
 Fusse sitzt ein VVeib, und gegenüber der Mann, während 
 das Iiind zwischen beiden schläft. A.Meyeringh inv. et fec. 
H;8'Z.7L.,   
6) Die Frau mit dem Sonnenschirm, zu ihrer Seite ein Knabe, 
 in der ganzen Breite des Grundes sind Gebäude. A. Meyee 
ringh Inv. et fec. H. 8 Z. 7 L., Br. 7 Z. 5 L.
        

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