Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Meglinger - Müller, Jan.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1754785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1755067
Meister , 
der , vom 
Jahre 
1466. 
hell, die Haare lang und geschläingelt, und die Finger und Ze- 
hen sehr verlängert. Gegen die Gewohnheit der Künstler damali- 
ger Zeit ziert er seine-Gewänder niit einer Bordubre, die gewöhn- 
lich eine Bcihe von Sternen zwischen zwei Streifen zeigt. Seine 
Biiunie sind einfijririig, und eine Eigenheit, welche die meisten 
Blätter dieses alten Meisters vor anderen damaliger Zeit auszeichnet, 
ist der reich mit Pflanzen gezicrte Erdboden. da zugleich die Phant- 
zen auch einen besonderen Charakter der Zeichnung tragen. Die 
Schatten bewirkt er mit feinen Strichen, die sich durchschneiden, 
selten sich krünimen, und immer eng geschlossen sind. Diese 
Striche laufen in sehr feine Punkte aris. In den stärkeren Tönen 
ist die erste Sehraffirung durch eine zweite geileckt. Welche eine 
sehr spitzige Raute bildet. Diese charakteristischen Eigenheiten 
finden sich mehr oder weniger in einer grcssen Anzahl von alien 
Iiupfersticlieii, die anonym sind, und sie machen sich manchmal 
so fühlbar und oft so schlagend, dass Bartscli keinen Anstand neh- 
men zu dürfen glaubte, diese Blätter im Artikel des ,lVIcister E. S. 
zu rubrizircn. Er ist von seiner Ansicht fest überzeugt und er 
glaubt Dank zu verdienen, dass er eine Anzahl von Blättern, die 
bis zu seiner Zeit für Werke verschiedener Meister gingen, dein 
wahren Urheber vindicirt hat. Dies um so mehr, da dieser für 
jene Zeit so ausgezeichnete Iiiinsller aller Wahrscheinlichkeit nach 
der erste Stecher Deutschlands ist  Christ erwähnt dieses liünst- 
lers in seinem Munograminen  Lexikon an drei Stellen, da er drei 
Iiiinstler aus ihm macht. Auch DIÄGiIIEClSC: vertheilt seine "Blätter 
unter mehrere Meister. Sie sind nämlich, wie schon gesagt, im 
Verdienste ungleich, und auch nicht auf eine und dieselbe Weise 
bezeichnet. Sie sind bald mit einem gothischeii E., das in der 
Form auch noch Wechselt, bald mit E. S. versehen, mit und ohne 
Jahrzahl. Von einigen möchte man wirklich glauben, dass sie ein 
höheres Alter tragen, als das der übrigen ist, wie z, B. das {ign- 
rirte A.' B. C. Es war auch 146i schon ein anderes solches Alpha- 
bet vorhanden, das in Frankreich erschien, aber nicht von E. S. 
Dieses Alphabet ist mit jenem unsers Künstlers nicht leicht zu ver- 
wechseln, da jenes neben Armuth der Erfindung auch noch ruhe 
und überaus ungeschickte Zeichnung zeigt, Das Alphabet des 
Meisters E. S. ist bei Bartsch und Heinecke sehr unvollkommen 
beschrißhgxä, wir suchten es aber nach Brulliot u. a. zu ergänzen, 
Bartsch cschreibt P. gr. Vl. p. [t ff. 115 Blätter von diesem Mei- 
ster, und dann im Anhange noch andere, deren Heiiiecke, Neueste 
Nachrichten I. B., und Strutt, Biographical dictionary I. Vol. 1 p. 
nicht genugsam detailliren, die er aber selbst nicht gesehen hatte. 
Wir fügen einige diesem Schriftsteller unbekannte Blätter bei. 
Blätter 
nach 
Bartsch 
115- 
Der Schöpfer verbietet den ersten Menschen, von der Frucht 
des Lebensbaumes zu essen. Sie stehen beide liulas des Bau- 
mes und Gott Vater mit dem Buche rechts. Die Schlange 
ist am Baume. ll. 7 Z., BP- 5 Z. 5 L. 
v. Mun- hat dieses Blatt für sein Journal XI. S. 71 copi- 
ren lassen.  
Dalila beraubt den auf ihrem Schoose schlafenden Simson 
der Haare. Ueber die Mauer des Grundes hinweg sieht 
man Landschaft.  3 Z. 6 L., Br. 2 Z. Ö L. 
Dieselbe Darstellung. Der Hut des Helden liegt auf dem 
Buden rechts vor, links sieht man einen Vogel, in kleiner
        

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