Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Meglinger - Müller, Jan.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1754785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1756700
ISQ 
Blettenleiter , 
Johann 
Blichael , 
Ritter. 
_m3iasigen Unterricht im Zeichnen. Der Bruder ham bald wieder 
zurück, mitihm unser Künstler, dieser musste aber jetzt in das 
älterliche Haus zurückkehren, und erst dann. als der Bi-udei- in 
Augsburg sich niederliess, fand er daselbst .an diesem einen "wei- 
teren Lehrer. Im Jahre 1782 ham er nach München, wo" er unter 
"Aufsicht des damaligen Inspektors undI-Ioflsämmerraths Derrier in der 
Gallerie copirte; allein der Tud seines Vaters iiberliess ihn bald 
der eigenen Sorge. Schon früher hatte er sich im Radirenver. 
sucht, jetzt aber machte er von dieser Iiunst zum Lebensunterhalte 
Gebrauch. Anfangs war es besonders Professor und Buchhändler 
Strobel, der ihm iauftrug, Vignetten für seine Bücher zu radiren. 
Seine erste Arbeit war das Titelkupfer zu Babots Gemälde aus dem 
menschlichen Leben, die spiiter in den E. A. Fleisehmamfschen 
Verlag iibergingen. Zwei grössere Blätter, die schon einen sehr 
geübten Iiünstler zeigen, sind in dem bei Strobel erschienenem 
nützlichen Volksbuche: Legende für den gemeinen Mann, {t Thl. 
in Sljßänden,  Alle seine Iriihern Blätter aufzuzählen, verbietet 
"hier derRaum, und es sind deren im Allgemeinen auch zu viele, 
dasie sich über 1800 belaufen. Ein bedeutendes und sehr schätz- 
bares Unternehmen war damals die Ileratlsgabe von Westenrietlefs 
bayerischer und deutscher Geschichte in Calenderform, ein YVerh, 
idaswsich auf 21 Bände in 12. beläuft. Mettenleiter. lieferte dazu 
eine Menge schöner und zierlich ratlirter Blätter, und überhaupt 
werden aile seine Werke sehr geschätzt, "da sie in Erfindung und 
Vortrag gleich vorzüglich sind. Mettenleiter steht dem berühmten 
Ghoidowiecky nicht nach, in vielenßlätteril wusste er sogar eine 
grössere Vollkommenheit zu erreichen, besonders in_plastischei- 
Rundung der Gestalten. Auch im charakteristischen Ausdrucke 
ysteheu-seine Erzeugnisse jenen eines Chodowiecky nicht nach. Die- 
ßggsl-sagen wir im Allgemeinen von den Verdiensten des Künstlers, 
Jaberwir müssen in eine noch etwas frühere Periode seines Lebens 
zngüchhehren. Im Jahre 1790, nach dem Tode des J. G. VVinter, 
wurde Mettenleiter Hofhupferstecher mit 200 fl. Gehalt und gegen 
gEheliehung von Winter's Wittwe, deren unmündige Kinder an 
ihm einen Vater fanden. Seine Einnahme war immer noch gering, 
dialgl aber erfreute er sich einer bedeutenden Zulage, als er sei- 
 Churfürsten zwei Zeichnungen mit Jägern im altdeutschen 
Costüme überreicht hatte. Jetzt erhielt er auch den Auftrag, das 
neuerbaute churfürstliche Cabinet im Hirschgarten bei München 
 zu decorirem. Der Künstler musste bei dieser Gelegenheit die My- 
thologie zu Hülfe zu nehmen, und so fertigte er ZWCi grosse und 
sechs lileinertrZeichnungen, welche seine grüsseren Arbeiten in 
diesem Fache geblieben sind. Später verlegte er sich wieder auf 
das zierliche Fach seiner Bücherdecorationen. 
 Mettenleiter _behauptet auch in der Geschichte der Lithographie 
eine rühmlichc Stelle. Während A. Senefelder zu Anfang unsers 
Jahrhunderts Noten, Schriften und auch einige Ilandzeichnungen 
erhaben darstellte, so kam Mettenleitner auf den Gedanken, nach 
"Art der Iiupferstecher Linien auf Stein zu graviren und die Plat- 
ten abzudruchen. Seine ersten Versuche waren sehr mühsam, da 
ihm das Verfahren Senefeldefs nicht bekannt wer, und dieser 
selbst jenen, die das Geheimniss erhauften, die Geheimhaltung 
desselben auferlegte. Nach vielfältigen Versuchen kam endlich 
auch Mettenleiter zu einem genügenden Resultate in Betreffder 
Präparirung des Steins zum Drucke, und nun wurde diese jüngste 
Schwester der Iiunst von dreien Männern gepflegtz" von Sene-i 
felder, Mitterer, und Mettenleiter. Dies sind die ersten, welche
        

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