Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Meglinger - Müller, Jan.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1754785
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1756476
Merz , 
Jakob. 
151 
Nach einem vierjährigen Aufenthalt in Zürich wurde er in den 
Stand gesetzt, zur weitern Ausbildung nach Wien zu reisen, und 
trat auch seine Reise dahin 1302 an, nachdem er zuvor noch das 
Bild seines väterlichen Freundes und Wohlthäters mit aller Treue 
und Wahrheit verfertiget, und ein Bildniss Lavatefs in ganzer Fi- 
gur mit dem Grabstichel vollendet hatte. 
Die erste grössere Arbeit, die er in Wien unternahm, wo er 
sich besonders der Nlalerei ergab, war die Cupie eines Bildnisses 
der Prinzessin Isabella d'Este von Tizian, das vortrefflich gelang 
und den vollen Beifall seiner Freunde und Lehrer gewann. Von 
dieser Zeit an wuchs seine Neigung zur Malerei täglich, denn er 
fand, dass er dazu mehr Talente als zum Hüpfer-stechen habe. 
Er fertigte nach und nach eine Menge Bildnisse in Oel und meh- 
rere Miniatur-Portraits, die sich von den gewöhnlichen Arbeiten 
dieses Faches vortheilhaft unterscheiden. Auch die Iiupferstecher- 
kunst blieb in dieser Zeit nicht ungenützt, indem Merz sechs Blät- 
ter für Fischer's ltiünstleranatomie radirte. In Wien wurde er auch 
mit dem berühmten A. Canova bekannt, dessen Denkmal der Erz- 
herzogin Christina er in Umrissen radirte. "Merz stach auch das 
Bildniss des berühmten Künstlers zweimal in verschiedenem For- 
mat in Kupfer. Die Geschicklichkeit im Badiren, die Merz durch 
verschiedene gelungene Proben bewiesen hatte, bewog den berühm- 
ten Bildhauer Zauner, ihm den Stich einer grossen Platte, welche 
die Abbildung der Statue Joseph II. enthält, anzuvertrauen, wo- 
mit sich auch der Künstler vollen Beifall erwarb. Doch nicht lange 
mehr genoss er die Freude seiner Anerkennung. Er hatte seine 
Kräfte erschöpft, und so starb er 1807 in der "Blüthe seiner 
Jahre, im Vaterlande, Wohin ihn eine lebhafte Sehnsucht trieb. 
Mcrz beurkundete bereits durch gelungene Proben sein Talent, 
und berechtigte zu den schönsten Hoffnungen. Er war ein genia- 
ler Künstler. Sein Portrait und eines seiner lieblichsten Gemälde 
ist zum Tten Nenjahrsstückider Iiünstlcrgesellschaft in Zürich ge- 
stochen, ersteres von H. Lips, letzteres von Hegi. B. Weigel 
in Leipzig erhielt den liunstnachlass des Künstlers, 471 Blätter, 
besonders meisterhaft ausgeführte anatomische Studien, Bildnisse 
ausgezeichneter BIiinner, Landschaften, Scenen des gemeinen Le- 
bens etc., in der manigfachsten VVeise ausgeführt. Diese Arbeiten 
fangen mit den frühesten Versuchen an, und encligen mit den" 
Blättern seiner höchsten Ausbildung. Sie sind in drei Bänden ge- 
bunden, im grössten Formate. Dieses Werk gereicht jeder Samm- 
lung zur Zierde. 
Die Blätter dieses Künstlers sind sehr schön, in Abdrücken vor 
und mit der Schrift, in Aezdrüchen auf weisses und farbiges Pa- 
pier, in Octavfcrmat bis zum grössten. Billweiler ätzte nach ihm 
Bildnisse von Wiener Künstlern. 
1) Das Bildniss Lavatefs, in ganzer Figur gestochen, mit Hut 
und Buch. Mit Dedication an den Pfarrer Veith, fol. Im 
ersten Drucke vor aller Schrift. 
2) Das Bildniss des Arztes und Priesters v. Spork in Wien, 
ein ungenanntes Portrait: Sein Bild erlaubt etc. Oval, 8. 
3) Das Bildniss des Anton Canova, Oval, fol. Im ersten 
Drucke ist die Schrift mit der Nadel gerissen, im Probe- 
 druck vor aller Schrift. Es gibt auch reine Aetzdrücke. 
4) Derselbe, in kleinerem Formate, Oval, 8. Im ersten Drucke 
vor "der Schrift. 
5) Das Bildniss des Johannes von Müller, 8.
        

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