Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lodge - Megen
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1749791
Loth, 
Johann 
Carl. 
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Frühere Angaben über diesen Iiünstlqr sind mehr oder wneniger 
unrichtig; dieser Artikel ist nach archwahschen Documenten be- 
handelt. 
LQth: Johann Gar], Maler von München, erlernte die Anfangs- 
gründe der Iiunst von seinem Vater Ulrich, und dann ging er zu 
seiner Ausbildung nach Italien, wo er gewöhnlich Carlotto ge- 
nannt wurde. Orlandi und Zanetti machen ihn zu einem Schüler 
des Carravaggio, allein dieser starb schon 160g, während Luth 
erst 1632 geboren wurde. Einige halten den Pietro Liberi für Loth's 
Lehrer, Lanzi aber erkennt in seinen Werken die Einwirkung 
Carravaggids. Er glaubt, Loth habe aus den Gemälden jenes 
 Meisters das Volle, Tüchtige, Breite und Wahre ohne Veredlung, 
Hund wenn er wirklich Liberi's Schüler war, so trug er das Hei- 
tere und Ideale jener, Schule nicht über; er erlangte, nach Lanzi, 
 vielleicht nichtsals Fertige Pinselführung und eine gewisse Gross- 
heit, welche ihn doch von den Naturalisten unterschied. Indessen 
genoss Carlotto zu seiner Zeit grossen Ruhm, man zählte ihn un- 
ter die vier ersten Maler seiner Zeit; allein damals war die Ma- 
lerei bereits im Verfall, die Künstler suchten durch Handfertigkeit 
zu imponiren, die Sinne zu ergötzen, um Gehalt und höhere Be- 
deutung war es weniger zu thun.  
Sein Colorit geht bei Loth oft ins Einstere und das Licht ist bei 
ihm nicht so concentrirt, wie bei Carravaggio. Indessen hat Loth 
auch seine Verdienste. Er zeichnete correkt, colorirtc nicht selten 
kräftig und wusste auch die Aifekte oft gut auszudrücken. Carlotto 
blieb lange in Italien, und 1698 wurde er in Venedig begraben, 
Auf dem Grabsteine liest man: J. C. Loth, suorurn temporum 
Apelles etc. umbram mortis depingere coepit 1698. 
Die Gemälde dieses Iiünstlers sind zahlreich, sowohl in Italien, 
wie in Deutschland. Kirchen und Gallerien Italiens besitzen solche, 
meist oblonge Geschichtsbilder nach Art Carravaggiäs und Guer- 
cino's. Das Gemälde des toclten Abels in der florentinischen Gal- 
lerie wird sehr gelobt, und als eines der besterhaltenen, welche 
Lnnzi nennt, ist der trunkene Loth im Pallast Trivulzi. Loth 
malte auch für Kaiser Leopold mehrere Bilder, und dieser lVIo- 
narch war dem Künstler besonders gewogen. Auch in München 
sind mehrere Gemälde von ihm': fünf derselben in der k. Pinako- 
thek, darunter das Brusthild "des Künstlers, andere in Kirchen. 
In der Stiftskirche zu St. Cajetan ist das grosse Altargemälde, wel- 
ches das Hinscheiden des Andreas Avellinus am Fusse des Altares 
vorstellt, sein Werk, und bei St. Peter das Bild der Marter des 
heil. Erasmus. In der Klosterkirche zu Benediktbeuern sind drei 
Altarbilder von ihm, andere in der Kirche zu Cremsmünster. In 
der Ptarrlsirche zu Wasserburg ist das 22 Fuss hohe Altarbild der 
Himmelfahrt Mariä sein Werk, so wie jenes des heil. Bartolomäns 
von 1656, ein schönes Gemälde. Auch in der Kirche zu Ottobeuern 
sind zwei schöne Altarbilder von ihm. Für den Hof zu Stuttgart 
malte er ebenfalls einige Bilder. Auch seine Stalleleibildei- sind 
zahlreich; solche bewahren die Gallerien in_ Dresden, Wien, 
Grätz etc. 
Carlott bildete auch Schüler. Georg Seiler, Ambrogio Bono und 
Ulrich Glantschnig sind die bedeutendsten. Einige seiner Werke Sind 
im Iiupfcrstiehe bekannt; Jupiter und Merkur bei Philemon und 
BfWCiS. in Schwarzltunst von J. Männl; Hiob und seine Freunde, 
Qimon und Pero, von J. E. I-Iaid; heil. Familie, von P. A. B1- 
hßll; Abel von Adam beweint, von C. Mogalli; Philemon und Bau-
        

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