Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lodge - Megen
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1754420
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Meckenen , 
Israel van. 
Cöln, in Museum der Stadt: Eine Abnehmung vom Kreuze, 
von 1488, ehedem in der Sammlung des Professors Wallraff. 
Man hat auch den Meister einer Passion, die Stadtrath Lyvers- 
berg in Cöln besass, mit dem Namen Israel v. Meclienen bezeich- 
net, doch ohne genügenden Grund. 
Berlin, im k. Museum: Ein dem Israel verwandtes Bild, wel- 
ches in der Mitte die Anbetung der Könige, auf den Seiten die 
Geburt Christi, und die Darstellung im Tempel enthalt- Dieses 
Bild ist nach Dr. Hugler (Beschr. d. Museums S. 16g) wenig werth, 
mit seinen diirr manierirten und bis zur Iiarrilsatur gesteigerten 
Gestalten. Solche Unvolllsommenheiten bieten indessen die Bilde-r 
in München nicht. 
Wien, im k. ls. Belvedere: Jenes Bild zweier Dominikaner, von 
welchem Mechel sagt, dass es mit J. M. und 1452 bezeichnet sei. Die 
Sache verhält sich nicht so. S. die genauen Untersuchungen in 
Bartsch P. gr. VI. p. 198. 
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Die Iiupferstiche dieses Künstlers tragen das Gepräge der soge- 
nannten gothischen Zeit, aber man vermisst in ihnen die Schön- 
heiten, die sich in mehreren Werken seiner Epoche so zart aus- 
sprechen. Die Composition ist unansehnlich, geistlos, die Zeich- 
nung oft äusserst schlecht. Israel muss dem M. Schongauer und 
andern Meistern jener Zeit weichen, deren Blätter wenigstens Ori- 
ginalität des Geistes offenbaren, und bei aller Bizarrerie auch ihre 
Schönheit haben. Meckenen fand daher keinen Copisten, wäh- 
rend er allein 40 Blätter von Schongauer copirte. Allein bei aller 
Unvollkommenheit stehen seine Blätter doch in grossem Ansehen, 
und die Capricen der Kunstsammler setzen auf die Seltenheit und 
das Alterthum dieser chalkographischen Erzeugnisse keinen gerin- 
gen Werth, indem in Auktionen selbst geringere Blätter um 15 
bis 20 fl. und noch höher versteigert wurden. Die Abnehrnung 
vom Kreuze, No. 25, ist bei Weigel auf 15 Thlr. gevverthet; die 
Messe des heil. Gregorius, N0. 100, auf g Thlr. 12 gn; das sel- 
tene Hauptblatt des Mohrentanzes, No. 201, auf 50 Thlr.; die 
Steinigung des heil. Stephan, ebenfalls ein Hauptblatt, No. 94, 
auf 14 Thlr.; der heil. Anton, No. 86, auf 7 Thlr. 12 gn; der 
heil. Martin, No. 108, auf 7 Thlr. 12 gn; der heil. Sebastian, 
No. 112, auf 8 Thlr., das Weib, welches den Mann schlägt, 
No. 173, auf 8 Thlr. 16 gn; die Sängerin und der Guitarrespie- 
ler, No. 174, auf 8 Thlr. 16 gn; die Capitalverzierung mit den 
kämpfenden Wilden, N0. 207, auf 14 Thlr. Sechs Blätter der 
Passion, N0. 10  21, galten auf der Hochvv. Auktion 47 fl. 
15 Im, bei Winlsler 27 Bthlxn; die grosse lireuztragung 14-20 fL; 
der Tod der Maria bei Frauenholz jofl. 5014m, bei Brandes 7Rthlr. 
12 gr. Daraus kann man sich von den Preisen der Blätter Israel's 
nhenhin einen Begriff machen, und auch die Zeichnungen des 
Künstlers sind nicht minder theuer. Bei Weigel gilt eine Feder- 
zeichnung, welche den Tod der Maria vorstellt, Comyosition 
von 15 Figuren, in Quart, 8 Thlr. 
-Bartsch beschreibt 253 eigenhändige Blätter von diesem Künstler, 
und 25 andere, von denen es ungewiss ist, ob sie von ihm her- 
rühren, die sich aber doch im Geschmache ihm nähern. Heineclse 
hat noch 45 andere Blätter verzeichnet, nach welchen ahei-Bartsch 
vergebens suchte, wesswegcn er die Sache bezweifelt. Wir geben
        

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