Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lodge - Megen
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1754410
Meckenen , 
van. 
Israel 
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In Schleissheim: Christus, Maria und Johannes, oben drei 
weinende Engel; Christus auf dem Regenbogen sitzend, neben ihm 
ltlaria und Johannes, Engel blasen die Posaunen zum Weltverichte 
die Todten gehen aus dem Grabe hervor; das jüngste Gericht. i 
Nürnberg, im Bildersaal der St. llalorizkapelle: die Geburt 
der Maria; der Tod der Maria mit Christus im 'I'eiupel auf der 
Rückseite; die Verkündigung; die Iliunnelfahrt Christi. Auf der 
Burg daselbst ist eine Iireuzschleppung, aus der Boisseretfschen 
Sammlung. 
Die Bilder in den k. bayerischen Sammlungen stammen theils 
aus den alten Gallerien in München und Schleissheim, theils aus 
der Boissereüschen Sammlung. In der alten Gallerie zu München 
war der Heiland mit der Weltkugel, auf Goldgrund und auf Holz 
gemalt, so wie alle Bilder dieses Künstlers; die heil. Jungfrau 
mit gefalteten Händen und dem Schleier auf dem Kopfe; Christus 
am Kreuze zwischen Johannes und lNIaria. In der Boisseröäschen 
Sammlung waren folgende Bilder, -bci welchen wir die öiientliche 
Critik des Iiunstblattcs beifügen: die Vermählung der heil. Jung- 
frau, eine GlliGlRiSIOllC Composition von 15 Figuren, jede Gestalt 
von sprechender Individualität; die Apostel Paul, Simon und Phi- 
lippus; die Apostel Matthias, Jacobus und Andreas, alle von ängst- 
licher Naturnachahmung, lebendig in den Hüpfen; die Iireuz- 
eclileppung, nicht sosehön wie die übrigen Bilder, anscheinlich 
aus der früheren Zeit Israel's, wenn es von ihm ist. In dem Bilde 
der Apostel Jacobus und Antonius sind die Figuren von edler Ein- 
falt, die Köpfe sind treiTlich modcllirt, und auch die Draperie 
verdient grosscsLob. Noch vorzüglicher ist das Gemälde des Jo- 
hannes in einer liirche, wie er dem Volke die Lehre des Hcils er- 
öffnet. In diesem Bilde zeigt sich ein weit bedeutenderes Kunstver- 
mögen, als man dem Meister gewöhnlich beizulegen pflegt; der 
Ausdruck in Stellung und Geherde des lehrenden Apostels ist be- 
wundernswerth; in der Gruppe der Jünger sieht man einen Künst- 
ler. der mit Ueberlegung und nach Grundsätzen zu VVerke ging, 
und die Natur mit geiibtem Auge nachzuahmen wusste. Bei aller 
Einheit der Ilandlung sind die Charaktere nianigfaltig motivirt, 
tief sprechend aufgefasst, ihrer Situation angemessen. 
Nicht so vorzüglich sind die Bilder der St. Morizliapellc zu 
Nürnberg. Im Tode der Maria sind die 12 Apostel nicht gut grup- 
pirt, mehr Lob verdienen die Iiöpfe- Der-Eintritt Müfißüi in (1011 
Tempel und die Geburt Maria sind ileissig behandelt, in den 
Hüpfen ist viel Wahrheit, und besondere Vorzüge verdient die 
Zeichnung einiger Hände, die Behandlung der Bßiwßrltß CIC- Die 
Verkündigung ist das schönste Bild der Nürnberger Sammlung. 
Es hat grössere Vorzüge in der Composition, die iuftperspektive 
ist besser angewendet, als in den Eycläschen Bildern, und auch 
die Zeichnung verdient alles Lob. 
Einige der Bilder der k. bayerischen Sammlungen sind durch 
Lithographie bekannt aus dem Galleriewerke des Dr. Boisseree. 
Die Vernziililung Marions, eine reiche Composition, lithographirte 
1822 N. Strixner, so wie die 12 Apostel, stehende Figuren in go- 
lhisclien Arkaden, 4 Blätter, je drei auf einem; StrAnton den 
Dämon zertretencly St. Jakob mit dem Schwert als Pilger; den 
Evangelisten Johannes, wie er seinen fünf Schülern die Lehre der 
Religion miltheilt. Die 6 Blätter mit den 12 Aposteln, welche J. 
T. Prcstel gestochen hat, sind nach tlandzeichnungen des Praurf- 
schon Cabinets gcfertiget, mit Facsimile.
        

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