Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lodge - Megen
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1754391
Meckenen , 
Israel 
537 
1503 gestorben seyn. Im brittischen Museum ist nämlich die Zeich- 
nung seines Grabsteines, der jetzt in Bocholt nicht mehr zu finden 
ist. Bei Ottley, An Inquiry into the origin and early history of 
Ingrairmg II. p. 601, ist diese Zeichnung gestochen. Sie stellt in 
Mitte des Rechteckes zwei Wappen dar, die durch eine Säule 
getrennt sind, und am Steine herum liest man in gothischen Cha- 
rakteren: Indö: iaer: unses: heeren: m: V: en: iij: np: sinte 
mertijns: avcnd: starf de: erber: meistcr: Israhel: v5 mechne: 
sijn: siele: roste in: vrerle." In dem von Becker im Iiunstblatte 
gegebenem Rechnungsauszuge wird Israel 1482 zuerst genannt, 
11'198 zum letztenmale. und somit ist es sehr wahrscheinlich, dass 
der Künstler bis 1505 gelebt hat. Im Jahre 1502 cupirte er die 
unbefleclate Empiängniss von Dürer, und wenn man sich erst 1505 
lange Bärte wachsen liess, so ist jenes Modebildniss 1503 gefertiget, 
in Israel's Todesjahr. 
Der Vater des Künstlers ist unbekannt, wenn es nicht jener Hin- 
rich Meclsen ist, der in Rechnungen von 1425 und 1458 vor- 
kommt. Im Jahre 1.107 wird ein Johannes van Mechgelen genannt, 
welcher der Grossvater unsers Goldschmiedes seyn könnte. Früher 
nahm man an, dass der ältere Israel der Vater des Iiupferstechers 
gewesen, und diese beiden liiinstler sollen sich nach Bocholt be- 
geben haben. Wenn Johann und Heinrich Grossvater und Vater 
des Iiupterstechers Israel gewesen sind, so war die Familie schon 
länger in Bocholt; es wird aber lseines Malers erwähnt, nur des 
Goldschuiiedes. Dass Israel in Iiupfer gestochen habe, wird in den 
Rechnungen zwar ebenfalls nicht gesagt, da damals, als in den er- 
sten Zeiten der Erfindung, die Ausübung des Iiupferdruckes noch 
keine höhere Bedeutung hatte, und hier dem Goldschmiedegewerbe 
untergeordnet erscheint. Für die Ausübung dieses Gewerbes spre- 
chen aber unvviderlegbar die in den Jahren 1487, 88, 97 und 98 
vorkommenden Ausgaben für gefertigte Silberarbeiten. Bei den in 
den Rechnungen von 1480  ÖO vorkommenden Ausgaben für 
Malen, Staffiren und Vergolden des Altares in der Bocholterltirche 
wird nie eines lVlechenen gedacht, was gegen die Existenz eines 
Malers Israel van Meclienen spricht, was alles aus den von Be- 
eher im Iiunstblatte mitgetheilten Notizen erhellet. 
Und nun bleibt uns von dem liupferstecher zu sprechen übrig. 
Dass er bei Franz von Bocholt oder bei dem Meister E. S. diese 
liunst erlernt habe, wird wohl hie und da behauptet, aber nicht 
bewiesen. Unleugbar ist aber, dass Israel mit jenem räthselhaften 
F. V. 8., gewöhnlich F. v. Boclmlt genannt, in Beziehung gestan- 
den habe. Mechenen hat mehrere Iiupferplatten desselben gleich- 
zeitigen, oder wenig früheren Stechers nicht allein überarbeitet,- 
sondern auch mit dem Zeichen J. V. M. versehen, worunter jedoch 
die Spuren des früheren Zeichens F. V. B. noch deutlich zu er- 
kennen sind. S. N0. 99, 197, 209, 152 SPP- 
Israel van Meckenen hat nur auf zwei Blättern seinen Namen 
ganz ausgeschrieben. Auf andern Blättern steht der Name Israhel 
allein, oder der einfache Buchstabe 1.; dann findet man auf ei- 
nigen die Buchstaben I. M. und I. V. M., oder Israhel V. lVL, 
immer in gothischen Charakteren. VVas die Ausfiihrungbnbelangt, 
sind sie nicht alle gleich irorzuglich; einige erinnern an einen jun- 
gen Iiiiiisller, andere an den geübten Meister. Es wurde desswe- 
gen die Frage gestellt, ob die so bezeichneten Blätter von ihm al- 
lcin, oder von zwei Künstlern herrühren. Zani (Materiali etc. p. o) 
vc-rmnthule, die mit l. NI. bezeichneten Blätter seien von einefn 
älteren, und die mit l. V. Hi. von einem jüngeren Künstler gefer-
        

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