Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lodge - Megen
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1754316
Mechan , 
Jakob 
YVilhchn. 
529 
treiflichen Abflriiclsen für 56 Thlr. 
ter werden wxr unten aufzählen. 
zu haben. 
Die 
einzelnen 
Blät- 
Mechau lebte in Rom ein genussreiches Leben , bis die franzö- 
sische Invasion seinen Himmel triibte. Er begab sich nach der 
Wegfiihrung des Pabstes nach Dresden, und da nun lebte er bis 
an sein Ende, fern voiider Akademie. Er malte viele, theils grosse 
Bilder in Oel, die bei der öffentlichen Schaustellung theils geriihixit, 
theils auch liritisirt wurden, Anfänglich warf man ihm Steifheit 
vor, was seine Richtigkeit hatte, da der Künstler bis dahin sel- 
ten in Qel malte; um aber diese Unvollkommenheit zu beseiti- 
gen, copirte er zwei Meisterwerke des C. Lorrain, was ihm iiu 
hohen Grade gliiclite. Sehr zahlreich sind indessen seine VVerlse 
nicht, denn Mechau arbeitete sehr langsam und sorgfältig. Er 
schlug mehrere Biicher nach, um sich einen Begriff von der dar- 
zustellenden Gegend zu machen, denn nicht immer konnte er nach 
der Natur wühlen, immer aber zeigt er, wie sich bei ihm auf un- 
gewöhnliche Weise Talent und Geschmack verbinden. Er ist im 
wissenschaftlichen wie im praktischen Theile zu rühmen; seine 
Gemälde tragen alle das Gepräge eines feinen poetischen Sinnes, 
einer lebhaften Einbildungslaraft und einer heiteren frohen Laune. 
Sein ausgebildeter Iiunstgeschinack offenbart sich in der zivecli- 
mässigen Anordnung seiner Gegenstände, deren Wohlgefälliglieit 
die ungesuchte bedeutende Vertheilung des Lichtes und Schattens 
nicht selten noch erhöhet. Die schönen bestimmten Formen, das 
Charakteristische seiner Biiume und Pflanzen, der wahre Ton sei- 
ner Fernen, und die ganze Haltung seiner Bilder beweisen ein 
befriedigendes, gründliches, tiefes Studium der schönen Natur, 
In Kraft und Dreistigkeit der Behandlung, in charakteristischer 
Bestimmtheit der Gegenstände setzt ihn Göthe in seinem Wincliel- 
manu dem Reinhard nach, in Zartheit des Pinsels, in Lieblich- 
keit des Colorites stellt er ihn aber über denselben. So urtheilt 
dieser von den Arbeiten des Künstlers in Rom; als Maler leistete er 
später in Dresden nochliesseres, als in Rom. Herrliche Bilder 
dieser Art sind sein Q. Cincinnatus, den dieruSenat vom Pfluge hin- 
weg.zur Diktatur beruft, und das Gegenstucli stellt den Albinus 
vor, wie er den vor Breunus fliehenden Galliermseinen VVagen ein- 
räumt. Die Gegenstände seiner friihern Gemälde in Dresden sind 
Herdefs zerstreuten Blättern entlehnt, S0 Wie Mänsifs mythologi- 
schen Versuchen und vermischten Schriften aus der Fabelwclt. 
Diese mythischen Darstellungen gefielen nicht lange, und so stellte 
er in sechs grossen Bildern Seeueii aus dem Leben Abrahanfs dar, 
Gemälde von grossen Schönheiten. die aber der Critili nicht ganz 
entgingen. Iin Freimiithigen 1808 S. 455 bßlSst es: dass die 
Bauinrnassen sich zu sehr ähneln, und dass man nordische Laub- 
bäume im Vaterlande des Patriarchen entdecke. Das Grün soll 
mitunter in zu grosser Fülle hervortreten, und die iiberirdischen 
Gestalten, die ohne Flügel in der Luft schweben, hängen schwer- 
feillig da. Immerhin aber muss man auch in diesen Bildern Me- 
chau's Meisterhand bewundern und seine geniale Kraft. Auch das 
Murgenblatt 1808 S. 152 spricht sich über das Talent dieses fiiinst- 
lers ehrenvoll aus, unil hebt besonders hervor, wie es dem Iliinst. 
ler gelungen ist, irgend eine Begebenheit init der landschaftlichen 
Natur in Einklang zu bringen. Seiner wird indessen m mehreren, 
auch neueren Schriften riihmliche Erwähnung gethan, wie im 
liunstblatte etc. Geyser und Ender stachen VignettenVnaeh ihm, 
so wie Krüger und Wagner. 
Nagleräs Künstler-Lax. VIII. Bd. 34
        

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