Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lodge - Megen
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1754288
526. 
Mazzuloli, Giuseppe, nicht Filippo. - Mazzuoli, Giuseppe. 
Dome zu Parma, aber dierse Bilder sind nur ein Schauen von je- 
nen seiner _Vorgänger. P. Affo setzt sein Todesjahr um 1603, Ti- 
cozzi lässt 11m 1588 sterben. '  
Mazzuoh, GILISBPPB, nicht Filippo, Male,- von Ferrara, ge- 
nannt il Bastaruolo, der Getreidehiindler, was indessen nur sein 
Vater war. Er war verinuthlich SurchPs Schüler, nach Lanzi ein 
gelehrter, artiger, sorgfältiger Maler, der nach Surchi an der 
Decke der Jcsuitenkirche einige Geschichten, die Surclii, vom Tode 
überrascht, nicht vollendet hatte, malte. Bastaruolo hatte ausge- 
zeichnetes Verdienst; aber schon seiner Langsamkeit wegen ver- 
spottet, hatte er auch mit Unglück, Iirankheit und Armutli zu 
kiilnpfen. In grossen Figuren und in der Fernmalerei konnte er 
seinen Nebcnbulilern nicht gleichkommen, sonst aber ist er vor- 
züglich, besonders nachdem er sich eine zweite, in der Zeichnung 
grossartigere, und in der Farbe fleissigere Manier, als dic erste, 
gebildet hatte. Die Grundzüge seines Geschmackes sind nach 
Lanzi clossisch; in Kraft des Helldunkels und in den Hüpfen könnte 
man ihn in Parma gebildet glauben, in der lebhaften Farbe des 
Fleisches, besonders in den Endgliedern nähert er sich Titian sehr, 
 und auch jene schillernden und Goldfarben in den Kleidern schei- 
nen Lanzi von den Venedigern herzurührcn. In der Jesuitenkirche 
zu Ferrara ist ein vortreffliehes Crucifix und eine Verkündigung 
von Bastaruulo, beide Altarbilder; höchst grossartig nennt Lanzi 
die Himmelfahrt Christi bei den Iiapuzinern, für eine Fürstin von 
Este gemalt; überaus lieblich ist die heil. Barbara alle Zitelle, die 
Iiirclienheilige mit Halbfiguren von Kindern, die zu leben schei- 
nen. Ausserdem sind noch andere Bilder dieses Künstlers in Fer- 
rara, ivo er in einem Flusse ertrank. Th. Presrel stach nach einem 
Gemälde des Braudschen Cabinets das Pfingstfest nach diesem 
Künstler. 
Mazzllßli, 151337109560 , Bildhauexyfarmegiands Neffe, dessen Le- 
bensverhältnisse aber unbekannt smd. In Siena lebte ein Archi- 
tekt dieses Namens, doch sind sie wohl nicht Eine Person. 
MGZZIIOlI, Gluseppe, Bildhauer von Volterra oder Siena, erlernte 
seine Kunst von E. Ferrata und M- Caffa, und brachte es nach und 
nach zu grossem Rufe. Er liess sich in Rom nieder, und da nun 
iibte die Berninische Schule einen grossen Einfluss auf sein Kunst- 
treiben. Von ihm ist die Figur der Caritas am Grabmale Alexan- 
ders VII. in St. Pietro, wobei er sich einer Zeichnung BerninPs 
bediente. Fiir St. Giovanni in Laterano fertigte er die Statue des 
heil. Philipp mit dem Kreuze und den Drachen zu den Fiissen, 
eine mesehine Gestalt, so wie er deren mehrere in Rom, in Tos- 
eana und in andern Gegenden Italiens hinterliess. Er hatte wohl 
Meisterschaft in weicher und zarter Behandlung des Marmors, die 
Form selbst aher ist ohne inneren Gehalt. Für sein Meisterstiiek 
hält man einen Adonis im Pallaste Barberini, an welchem der 
Iiünstler 31 Jahre arbeitete. Man wollte das Werk dem Könige 
von Dänemark schenken, dieser lißlll aber nicht nach Rum, und 
so verkaufte Mazzuuli die Statue an den Cardinal Barberini für 
 eine Leibrente von 25 Saudi jeden PVIonats, nebst etwas liorn und 
Wein, was er 7  8 Jahre genoss. Er War indessen auch Direk- 
tor der florentinischen Akademie zu Rom, und schon 1079 wurde 
er Mitglied de: Akademie von St. Luca daselbst. Im Jahre 1725
        

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