Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lodge - Megen
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1753511
Blattlüii , 
Friedrich. 
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mehren Büsten gefertiget, wie jeno des Oberhofpredigers Rein. 
Ahard, des Ghurfürsten von Sachsen u. a. w. Zu seinen frühem 
vorzüglichsten Arheiten zählt man auch das Monument des Dr. 
Rentsch, in der Kirche zu Gross-Dittxlmaxisrlorf 1795 errichtet. Es 
hat drei Figuren in Lebensgrösse: der Glaube entnimmt der H06"- 
hung die Hülle der Sterblichkeit zur ewigen Klarheit. 
Dieser Künstler starb 1354 im 79. Jahre. Wir haben von ihm: 
Verzeichniss der im königl. sächsischen Mengsischen Mnsenm 
enthaltenen antiken und modernen Kunstwerke in Gyps. 
Dresden 1851. 8. 
Matthäi, Johann Friedrich, Historienmaler, Sohn des Obigen, 
wurde 1777 zu Meissen geboren. Et erregte schon frühe grosse Hoff- 
nungen, so dass ihn 1796 die Akademie in Dresden als Pensionär im 
historischen Fache aufnahm. Hierauf besuchte er die Akademie 
in Wien. wo sich Füger seiner annahrn, und von 1802  1808 lag 
er in ltalien seiner weiteren Ausbildung ob. Izu Jahre 1805 ge- 
wann er in Florenz den ersten Preis aus der Historie, und damit 
das Ehrendiploin als Mitglied der Akademie. Nachdem er sich in 
Italien vielfach geübt hatte, begab sich Niatthiii nach Dresden- zu- 
rück, wohin ihm durch mehrere zur Ausstellung eingeschickte 
VVerke sein Ruf schon vorausgegangen war. Ixn Jahre 1810 wurde 
der Künstler Professor an der Akademie daselbst, mit wechselseiti- 
ger Führung der Direktion derselben. Nicht geringes Verdienst 
erwarb er sich auch uuf die vollständige Aufstellung _und die zur 
Uebersicht bequeme Anordnung der Gemiilde der königl. Gallerie. 
Der Künstler ist Gaillerie-Direlator in Dresden, und 1826 gab er 
ein neues Verzeichniss derselben heraus, das in der Folge meh- 
rere Auflagen erlebte. 
Dann bildete Matthäi auch mehrere vorzügliche Schüler, wie 
Ph. Veit, A. Richter, Eggers, 1311. Müller, A. Schulze, den Taub- 
stuminen Bauer, den Maler und liupferstecher Müller in Weimar u. a. 
Seine Zöglinge leitete er Schritt für" Schritt, und erweckte das Ge- 
fühl für richtige Auffassung der Charaktere und für Wahrheit in 
Form und Farbe. Er liess Cartons zeichnen, und sah überhaupt 
auf strenge Zeichnung. In seinen eigenen Gemälden tritt daher 
ebenfalls Richtigkeit und YVahrheit des Ausdruckes hervor, und nicht 
minder erfreulich ist die lllarheit und Schönheit der Färbung, was 
Alles sich vereiniget, das verständigste Bild zu geben. Seine Com- 
 Position ist ebenso wohl geordnet, als die Ausführung muster- 
haft. Indessen konnte Matthiii nicht überall mit gleicher, ihm ei- 
gener Gründlichkeit verfahren, er musste oft Arbeiten übernehmen, 
 und in Stunden malen, wozu 'I'agc gehört hätten. Doch auch 
derlei Arbeiten beurkunden den tüchtigen Meister, und es ist nur 
zu bedauern, dass er sie nicht ileissigcr ausführen konnte. Hie- 
her gehören fünf lcbensgrosse Apostel, in dßllcn "er für 550 Thlr- 
 wahrlich keine Meisterwerke darstellen konnte. 
Das Gemälde, durch welches Matthäi seinen Eintritt in die Künst- 
lcrlaufbahn riihmlich begann, ist eine Scene, die zwei Liebende 
in Lebenggrösgg Zeigt, welche aus den anschwellenden Wogen der 
Sündfluth sich zu retten hoffen; allein der Felsengipfel, auf den 
sie sich flüchten, wird schon vom Wasser iiberspült. D39 Bild 
ist Gcssner's Dichtung von Senim und Semira entnommen, und 
es zog 1805 bei der Schaustellung in Dresden alle Angel: auf sich, 
.Dass hier der liünstler die grossen italienischen Meister sich zum 
N'orbiltle gewählt, ihrer. grossartigen Zeichnung, ihrer gewandten 
Naglefs Künstler-Lax. VIII. Bd. 29
        

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