Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lodge - Megen
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1749403
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Longhi , 
Giuseppe. 
sich noch mehr im Zeichnen zu vervollkommnen, bewog ihn, auf 
einige Zeit nach Rom zu gehen, wo er ein enges Freundschafts- 
biindniss mit dem berühmten B. Morghen schloss, das auch bis 
an seinen Tod gedauert hat. In Rom stach er nichts in Kupfer, 
sondern übte sich abwechselnd im Zeichnen und in der Poesie, 
studirte viel in den vatikanischen Stanzen und in der Sistina, und 
machte wiederholt den anatomischen Cursus bei Cervi in St. Spi- 
rito mit. Am meisten aber beschäftigte ihn ein bis dahin nicht 
durch Iiupferstich bekanntes Bild von Guido im Pallast Chigi, nach 
welchem er bald darauf sein erstes grosses Blatt fertigte, den Ge- 
nius dcr lYIusils. 
Nach Mailand zurückgekehrt, gab er noch mehrere andere Kupfer- 
stiche heraus, und begann schon damals die Galatea aufder Muschel 
nach Albauo; aber eine Menge von Aufträgen fiir Miniaturbildnisse 
entzog ihn auf einige Jahre der Beschiiftiäung mit dem Grabstichel, 
bis er von Bonaparte den Auftrag erhie t, dessen Bildniss, von 
Gros gemalt, in Kupfer zu stechen. Zu dieser Zeit (1798) starb 
Vangelisti, Longhi wurde zu seinem Nachfolger als Professor an 
der Brera ernannt, und hatte das Glück, durch die gute Einrich- 
tung seiner Schule und die treffliche Methode seines Unterrichts 
Zöglinge zu bilden, die ihren Ruhm durch ganz Europa verbrei. 
teten. Diese seine Schiiler heissen: Giuseppe Gozzi, Paolo Caroni, 
Michele Pisa, Pietro Anderloni, Carlo Rampoldi, Antonio Giberti, 
Aurelio Colombo, Giovita Garavaglia, Ernesto Bisi Legnani, Luigi 
Bridi, Carlo della Rocca, Samuele Jesi, Antonio Loeatelli, Giro- 
lamo Scotto, Ado Fioroni, Giovanni Belloli, Giuseppe Tonelli, 
Giacomo Tolmer, Giov. Bosisio, Caterina Piotti Pirola, Filippo 
Caporoli, Giuseppe Mari, Giusepliie Ongari, Carlo Antonio Boara, 
Jakob Felsing, Ignazio Altini. Fo gende gehören der späteren Zeit 
an: Carlo Maria Borde, Bartolome Sorter, Giuseppe Berretta, 
Luigi Tognola, Fenelone Ghinzone, Felice Ferri, Gio. Bonaldi, 
Giuseppe Bonatti, Aurelio Alfieri, Gio. Farruggia, Gio. Berselli, 
Gio. Ballero, Giacomo Moretti, Scipione Lodigiani, Vespasiano 
Speltini, Sigismondo Gallina, Claudia Artaria, Giuseppi Magonio, 
Giuseppe Camera. Ein Schlagfluss machte dem Leben des Meisters 
ein Ende. Fast alle bestehenden Akademien der Iiiinste zählten 
ihn unter ihre Mitglieder. Auch hatte er den Orden der eisernen 
Krone, und jenen Constantiniands von Parma. 
Longhi gehört nicht unter die Stecher, welche durch Metallreiz 
zu glänzen suchen, und die technische Virtuosität als das Höchste 
betrachten. Er wusste sich mit dem Geiste seiner Urbilder vertraut 
zu machen, und kannte die Gränzen seiner Kunst eben so genau, 
als die manigfachen Hülfsmittel derselben. Nach dem Vorbilde der 
treßlichsten älteren lYIeister verband er den Glanz des Grabstichels 
mit dem freien Schwung der Nadel, wo der Charakter des Gemäl- 
des eine solche Vereinigung erheischte, und hätte _er auch nichts 
geliefert, als seine Grablegnlmg nach Crespi und seine Magdalena 
nach Correggio, so würden wir ihn schon dieser beiden Bilder 
wegen über die meisten seiner Zeitgenossen stellen. 
In der freien Stichmanier, in welßllel" sich Badirung und kalte 
Nadel mit einer malerischen Wirkung verbinden , hat Longhi (las 
hassen-ordentliche geleistet, und er übertrilTt hierin selbst die gräss- 
ten früheren Meister. Auch J. J. Buissieux steht ihm nach. In 
freier Manier stach Longhi den Philosophen nach Rembrandt, für 
das Musäe franqais. So vnrinüglieh in diesem zum Bilde geworde- 
nen liupferstich auch die Llchtvvirkuug gelungen ist, so hat sich
        

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