Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lodge - Megen
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1753115
lNlusson, 
Anton. 
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gnit Strichen hervor-zubringen, was (litt-Abstufung. von THEI] und 
Dunkel in einer Zeichnung bewirkt, und diese Striche so geschickt 
"zumerschränken, dass sie schon in geringer Entfernung "harmonisch 
jn einander verschmelzen und ganze SchattenmasscnÜbilden. Mas- 
son hat vor allen die Oberfläche der Körper, je nachdem ihre Glätte 
oder Reinheit eine verschiedene Lichtwirlsung hervorbringt, auf 
das unnnchahmlichste auszudrücken vermochtw Sammtne Bleider, 
pqlirte .Wali'en, Spitzen und vor, allen das leichte Wolkenspiel ei- 
nes reichen, vollen Haupthaares-vermochtc bis zur Täuschung sein 
Grabstichcl nachzuahmen. In der Wahl solcherafiir den Hupferste- 
cher schwierig darzustellender Gegenstände suchteer- oft das un- 
möglich Scheinende, und liess sich von einem Hange zum Sonder- 
haren leiten; doch war dicss sonderbare nicht wie_.bei Gallot und 
iYIellau es oft der Fall ist, abstrus. Jenfes absichtliche Verstossen 
gegen die Regeln, welche spätere Kupfcrstechei- inder irrigen Mei- 
nung erfanden, sie könnten auf gewisse Weise durch Striche und 
Punkte auf das Auge eine dem Colorit ähnliche Wirkung hervor- 
bringen, ist von lYlasson nicht aus Hang zum sonderbaren gesche- 
hen, sondern aus der Ueberzeugung, tlass Punkte nie die Empfin- 
dung des Iioth, breite Striche nie die Empfindung der blauen Farbe 
im Auge hervorbringen, und dass es nur auf heller und dunkler, 
auf matter und saftiger beim Iiupferstiche ankommt. JHierdurch 
unterscheiden sich ltlassons Iiupferstichc wesentlich von-denen frü- 
herer und späterer Künstler und bezeichnen daher eine eigene 
Epoche.  Er steht zwischen der älteren und neuesten Schule fast 
mitten inne. Schade, dass seine Wahl nicht auf würdigere, allge- 
mein interessante Gegenstände fiel." Grösstcntheils besteht sein Werk 
ausVPortt-aiten. Eines unter diesen, welches unter der Benennung 
des Cadet a la perle bekannt, und das Bildniss des Grafen Harcourt 
ist," gehört zu den Musterblättern der Iiupferstccherkunst. Da es 
hier auf die Giite des Abdruclts ankommt, so gehören die vorziig- 
licheren Exemplare zu den geschätztestcn und gesuchtesten Kupfer- 
stichen. Die Platte ist später wieder aufgestochen worden, jedoch 
leicht von der erstern zu unterscheiden, wozu auch "noch das Henn- 
zeichcn kommt, dass die aufgestochene Platte auk linken Rande 
"mit einem Kreuzchen, welches einem 4 ähnlich sieht, bezeichnet 
ist. Dieses kleine Merkmal ist "im zweiten Drittheil der llöhe un- 
weit eines Simses imBilde. Jedoch wird dieses Zeichen von den 
iiunsthändlern häufig wegigekratzt, und so der Liebhaber betrogen, 
wrelcher den Werth der Blätter nur nach solchen unwesentlichen 
Kennzeichen zu beurtheilen im Stande ist. 
Auch suchen die Sammler viele von Masson's Blättern oft mehr 
Wegen kleinerhbänderungcn in der Orthographie der Utiterschrif- 
tcn, als wegen des wahren Werthes der Stiche selbst. So weit 
von Quandt l. c.  
Ein lWIeistei-stiick sind die Jünger in Emaus nach Tizian, welches 
die Franzosen la tiappe, und die Italiener nur gexneinigliclt il 
quadro dclla tovaglia. das Tischtuchblatt, nennen, weil der Stc- 
cher so meisterhaft Falten und Muster im Gewebe des Tischtuch; 
vorzustellen wusste. Dieses ganz unvergleichliche Blatt ist nicht 
Plllgek-ehrt, sondern dem Gemälde gleich gearbeitet. Das Gemälde 
ist s Schuh hoch und 1 breit. Das Haupt chi-im ist Ideal, alle 
andern Iiöpfe aber sind Portraite. Der bethende Jiimger stellt den 
Pabst Adrian IV. vor, der andere liarl V., der Wirth den Beicht- 
vater des Kaisers und der junge Speisetriiger ist Philipp II. 
von Spanten  Sohn des Iiaisers. S. auch N0. 5 des Verzeich- 
nxsses.
        

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