Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lodge - Megen
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1752765
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M0 Min o , 
Siluone 
Nach eini Wer Zeit kehrte. Simon von Avignon wieder nach Siena 
znriicla, unäda" malte er aus Auftrag der Signoria in einem Sanle 
die heil. Jungfrau mit vielen Figuren umher in Fresco, ein rühm- 
liehc-s YVerk, Um zu zeigen, sagt Vasari, dasser auch Tafeln 
malen könne, fiihrte er fiir den Pdllast der Signoria ein Tafelge- 
"niiiltle aus," welches Veranlassung ward, dass er Auftrag erhielt, 
zwei solche für den Dom zu ierifertigcxx, und über der Thiire des- 
selben die Madonna mit dem Sohne zu malen. In" der Luft brachte 
er schwebende Engel mit der Fahne an, und diese bilden, her- 
nietierwiirts zu mehreren Heiligen gewandt, eine schöne Composi. 
tion und schöne Zierde, wieVasari bezeugt. Allein der grösstc Tlieil 
der sienesisehen Gemälde des Iiiixistlers, welche uns aus Ghiberti, 
oder aus alten Contrakten und Zahlungen bekannt sind, ist nicht 
__ni,ehr vorhanden, oder doch ungemein beschiidiget. Das grosse 
YVandgemiiltle im Gerichtssaale zu Siena ist zwar. Doßh vorhanden, 
aber leider sehr zerstört und in vieler Beziehung unzugänglich. 
Der Eindruck dieses Gemäldes ist gi-ossartig; Jasfnimmt die viel- 
leicht du Fuss breite und 50  (30 Fuss hohe Wand in der Tiefe 
des Saales ein. Die Heilige sitzt uf eiuenr'l'hrone unter einem 
breiten Baldachin, der von iirielciinliilteiligexi getraren wird, umher- 
um andere bin betender Stellung. fXuch das einiassentie Band ist 
"mit den Bildnissen vieler Heiligen geschmückt. Täeiängrdnnng ist 
nach Förster durchaus edel; trotz der vielen Iiölpfennd Heiligen- 
scheine ist keine Ueherladung darin, im Gegentheil sondern. sich 
die Gruppen, und mit einem durclrgebiltleten Gefühl ist die Hori- 
zontale vermieden, wvelche auf eine lästige Weise in gleichzeitigen 
Tlorentinischen Werken (A. Cione's Paradies in S. Maria Novelle, 
Giotto's Iirönung Mariä in St. Cruce) vorherrseht. Dieser, die 
Eihtheilung des Raumes beherrschende Schönheitssinn, fährt För- 
"ster fort, leuchtet auch ausiden wenigenffheilen hervor, die sich 
als ursprünglich und unberührt bewähren, Namentlich gilt diess 
vom liopfe der Madonna und dem Christuskinde, von welchen vorzüg- 
lich erstere in Grossheit und Schönheit der Form, in Innigkeit 
und Tiefe des Ausdruckes die glücklichste Vereinigung von alter 
und neuer Kunst, wie sie in einer Zeit, wo vollendete Zeichnung 
und Modellirung noch nicht wieder gefunden, nur möglich war, 
darstellt, und sie nur einem der begabtesten Geister, von eiibtcr 
Hand unterstützt; gelingen konnte. Della Valle nennt als äleister 
dieses Gemäldes Don Mine di Turrita, und schreibt dem Simone 
nur die Wiederherstellung zu. Förster sagt, dass er nichts im Ge- 
mälde gefunden, was er fiir älter halten könnte, als die Madonna 
und das Iiind (wohl viele neuere und meist rohe Ausbesserungen), 
und er glaubt die stärksten Gründe zu haben, anzunehmen, dass 
jene von der Hand Simon's sind. Unter der Jahrzahl 1315 steht 
iihcrdiess sein Name, in erhöhter, wie es scheint ausgehauener 
Schrift unter dem Bilde: S    a man di symone mille treeento 
quindici. Dass dieses Gemälde ausgebessert wurde, (beweist ein 
Document von 1521, bei v. Iiumohr II. H8- 
Dr. Förster fandin Siena Bruchstücke eines Altarschmuckes, aber die 
Vereinigung dieses unvergleichlichen Werkes ist fast unmöglich. Das 
Ganze bilden .sieben_ grössere Tafeln. deren jede Wiederum aus ikleine- 
ren zusammengesetzt ist, ohngefähr 8 Fuss hoch und 12 FUSS breit- 
Das Mittelbild stellt die Madonna mit dem liinde dar, und darun- 
ter liest man mit goldenen Buchstaben: Syuion de Senis mc fecit. 
In den beiden Feldern dariiber- sieht man die Engel Gabriel und 
Michael. den höetist-errGiebel schmückt (las ßildniss Christi als 
des höchsten Gottes. mit der Rechten segnend, mit der Linken
        

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