Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lodge - Megen
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1752757
Martino , 
Sixhono 
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auswachsen liess, worauf sich oft Frage und Antwort zugleich be. 
fanden. was eine Zcitlang viele Nachahmer fand. In seiner Jagd 
des heil. Rainer auf den Teufel sinkt letzterer erschöpft von den 
Verfolgungen des Heiligen zu Buden mit einem Zettel im Munde, 
auf wclchexn die Worte standen: Ach mein Gott, ich kann nicht 
mehr! (Vergl. Ilumuhfs ital. Forsch. H. 89 Ü.) 
Vasari meint, dass dem armen Leben des Meisters Simon fiir- 
wahr mehr Glanz verliehen worden, dass Petrarca seiner gedacht, 
nls dies seine Werke vermochten; allein Simon's Leben war so 
glänzend und ehrenvoll, wie das des Giotto. Er lebte im vertrau- 
ten Umgange mit den vornehmsten und Gebildctsten seiner Zeit, 
ward von seinem Vaterlande geehrt, und auch" seine Gemälde sind 
vorziigliclt genug, um ihm eine der ersten Stellen unter den Ma- 
lern des 1-4. Jahrhunderts zu sichern. 
Von den frühen-n Werken, die er in Siena uusfiihrte, ist nichts 
bekannt, doch, war er sicher schon Meister. als er nach Rom 
ging. Vasari "behauytet zwar, dass er den Meister (Giottu) dahin 
begleitet habe, als dieser das lNlosailtschiFi" und die andern Dinge 
dasclbst anstiihrte. Dass Simon schon Meister gewesen, kann man 
auch aus deiyMitthcilungen Vastn-Ps im Leben Giotttfs abnehmen. 
Er sagt, dass der Abfesaudtedes Pahstes, der beauftragt war, in 
Äroskanzfrliehfbesten Künstler zur Ausziertulg der ßasilica des heil. 
Petrus zutsiiclien, ehe er zu Giotto kam, mit vielen Meistern in 
Siena geredet habe; ohne Zweifel also auch mit Simon, der in 
der, gcnanynfen Basilica mit Giotto um die Wette arbeitete. Den- 
noch naachtIVasari den S, ili Martiuo zum Schüler Giottds, und 
auf der andern Seite sagt er wieder, dass Siumue in Rom die Mm 
hier jenes Meisters so gliicltlich nachgeahmt habe, dass er drin- 
gend aufgefordert wurde," nach Avignuxi an den päbstlichcu Huf 
zu kommen. Daraus liisst sich folgern, dass er als Nebenbuhler 
und Gehiilfe ,Gi_otto's bei jenen wichtigen Arbeiten taaeh Rom ge- 
kommen sei, und der von ihm gehegten Erwartung vollständig ent- 
sprochen habe. Simon's Styl übertrifft den des Giotto in grossarti- 
gcr Ausführung der Figuren und in Fruchtbarkeit der Erfin- 
dungen, die immer so gliieltlielt- ausgedrilcltt sind, als es jene in 
der liunst der Zeichnung noch rohe Zeit gestattete, In IIom malte 
Simone in der Basilicu von St. Peter die heil. Jungfrau und einen 
St. Peter u. Paul, jene Bilder, die, nach Vasari, ganz. im Stylc des 
Giotto waren, aber beim Abbruch der alten liirche zu Grunde 
gingen. Besonders riihmt er das Bild eines Sacristans von St. Pe- 
ter, der eilig einige Lampen anziindct. Alle diese Dinge, sagt 
Vasari, machten ihm einen grossen Namen, und .01" ward nach sei- 
nes Meisters Tod dringcnrl iltlilgeiißftlüfi, nach Avignon an den 
päbstliehen Hof zu kommen, wo er viele Malereien in Fresco 
und auf Tafeln verfertigte, Werke, die dem Hufe entsprachen, 
der von ihm dahingedrungen war. ßaldinucßi, Dee. I. del, See. 
II. p. 5, und nach ihm (lella Valle, Lctt. San. II. 83, nehmen an, 
der Künstler sei 1556 nach Avignon gegangen, glauben aber, dass 
Simone nicht mehr von dort zurückgekehrt sei, während Vasari 
ihn wieder nach Siena kommen lässt, "was auch ans alten Papieren 
erhellet. Am Hofe in Avignon fand der Künstler Petrm-ea, der, 
wie_ Vasari sagt, von Liebe gegen Madonna Lnura erfüllt, von 
Mßlälßr Simon ihr Bildniss zu haben wünschte, und naßhflvli! die 
ser sie so schön dargestellt, als -Pet_r'arca gewünscht hatte, vorherr- 
lichte er ihn in zwei Sonetten, 56 und 57' in der römischen Aus- 
gn e. x
        

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