Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lodge - Megen
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1751816
Manual, 
Nicolaus- 
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heil. Jungfrau, nach H. Carracci. Mit Dedikntion 
G. O. Beccatelli von Dom. Dlantuano. fol. 
S59 
3D 
Manuels Nlcdlaus; genannt Deutsch, Maler, Bildner und Holz- 
schnelder, Staatsmann, Dichter und Soldat. Ob sein Geschlecht 
im 14- Qdßr I5. Jahrhundert aus Italien oder aus dem Norden von 
Frankreich gestammt, ist noch nicht zur Sicherheit gebracht. Ueber- 
haupbmussen wir hier auf das trelfliche Werk des Dr. Grüneisen 
verweisen: Nicolaus Manuel. Stuttgart und Tübingen 1857, in wel- 
chem aus obriglteitlichen Dokumenten nachgewiesen wird, dass der 
liunstler zu dem Geschlechte der Allemau gehört habe, welches auch 
de Alamanis geschrieben wird. Der Name Alamauis ist in Italien nicht 
unbekannt, und es liesse dieser-auf eine südliche Ablsunft ver- 
muthen, während die Künstlernamen Alamanni oder Lüillemand wie- 
der auf deutschen Ursprung hindeuten. Sein Vater wird gewöhnlich 
Johannes genannt, doch ist es eben so wenig gewiss, ob er der 
Sohn eines Jakob eder Emanuel de Alarnanis gewesen. Es waltet- 
hier ein audallendes Stillschweigen, und es sind Gründe vorhanden, 
dass Manne] unehelicher Abkunft gewesen, und dass er bei seinem 
 Eintritt in die Welt den Taufnamen seines Vaters, des Manuel Ala- 
manis zu seinen Geschlechtsnamen gewählt habe. Den Beinamen 
Deutsch hat sich Manual in seinem Iiiinstlerleben gegeben, wahr- 
scheinlich um seinen Ursprung nicht ganz zu verbergen. Alles die- 
ses legt Grüneisen mit grosser Wahrscheinlichkeit dar. 
ManuePs Geburt wird allgemein in das Jahr 1481; gesetzt, und 
diejenigen, welche ihm einen Johannes Manuel zum Vater gehen, 
lassen diesen 1491 sterben. IiIcnueVs Jugend- und Bildungsgra- 
schichte beruht wieder nur auf Vcrmuthungen. Classißche Bildung 
oder gelehrte Kenntnisse verräth er nicht; sein Beruf, für welchen 
 er sich entschieden, ist die Malerltunst, aber man kennt seinen 
Meister nicht. Grüneisen glaubt, dass Manual nach vollen- 
deter Lehrzeit die Schule des Martin Schongauer in Colmar be- 
sucht habe, die nach dem Tode jenes Meisters in seinen Brüdern 
und Schülern fortbliihte. Eine bestimmtere Iiunde ist uber Ma- 
nuel's Beziehung zur Venetianischen Schule vorhanden. Ridulfi 
zählt ihn unter Titian's Schüler und er sagt, dass er seine iVßfllg 
gute Manier mit den Vorzügen jener edlen Schule vertauscht habe. 
Wann aber dieser Aufenthalt in Italien stattgefunden und wie lange 
er bei dem nur um Sieben Jahre älteren Titian Vecclli gelernt habe, 
ist wieder nicht zu ermitteln. Grüneisen glaubt, Manuel sei um 
1511 nach Venedig gekommen, wo damals "Fitiau schon war, und 
die Vervollkommnung seiner Iiunst in dieser Schule habe ihm nach- 
her die Bestellung des Todtentanzes in dem Prediger-Kloster ver- 
schafft. Dieses soll um 1515 geschehen seyn.  
Nach seinem öffentlichen Auftreten in Bern wirkte er auf man- 
cherlei Weise, uns aber kann hier nur sein Hunststrehen kümmern, 
das Weitere erzählt Dr. Griineisen. Manuel malte verschiedene Bilder 
auf Holz und auf die Mauer, zeichnete Cartons für Glasgcmälde, 
schnitt auch in Holz und suchte so durch die Iiunst sein Fortkom- 
men zu linden. Im Jahre 150g verheirathete er sich, 1512 war er 
schon Mitglied des Haths, und daneben beurlmnclete er auf man- 
cherlei Weise seinen Beruf zum Iiiizistlcr. Auch machte er sich 
früh durch Dichtungen und Volksreime bekannt, und solche-sind 
in Grünciseifs Werk über diesen Iiiinstler zu lesen. Im Jahre 152,2 
meldet er sich aus dem italienischen Feldlager um eine obriglteit- 
liche Stelle in Bern, und von diesem Jahre an griff er auch auf
        

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